Corona Impfung 2.0

Vor einigen Wochen, habe ich mich recht spontan dazu entschlossen, das Corona-Impfangebot in anspruch zu nehmen. Zu beginn der ganzen Impfgeschichte war ich sehr skeptisch. Wusste nicht was ich davon halten soll. Konnte mich nicht so recht entscheiden ob ich mich impfen lassen soll oder nicht. Hatte eigentlich vor, mir das ganze noch bis zum Sommer anzuschauen und dann weiter zu denken.

Ich war extrem zwiegespalten. Hin und her gerissen. Konnte mich nicht so recht entscheiden. Auf der einen Seite war es mir massiv suspekt, dass nach kurzer Zeit ein Impfstoff entwickelt und auf dem Markt geworfen wurde. Auf der anderen Seite hat Impfen ja doch irgendwo einen Sinn. Thema Krankheiten ausrotten oder zumindest abschwächen. Denn eigentlich leben wir nur deswegen so ein entspanntes Leben ohne bestimmte Krankheiten, weil irgendwann mal angefangen worden ist zu impfen. Bei Corona sehe ich es inzwischen ähnlich: Irgendwann muss man halt anfangen.

Letztlich beruht meine Entscheidung darauf: Wenn dus jetzt nicht machst, dann wirst dus die nächsten paar Monate auch nicht tun. Weil dir noch 10 mal irgendwas einfällt, warum oder warum nicht. Du dich noch 5 mal umentscheiden wirst, wenn du keinen klaren Termin vor die Nase gesetzt bekommst.

Vielleicht spielt da aber auch noch ein bisschen mit rein, dass ich zunehmend die Schnautze voll habe. Keinen Bock mehr auf stillstand, Lockdwon, nichts mehr dürfen dürfen und das Gefühl eingesperrt zu sein. Mir vielleicht erhoffen, wenn sich viele Menschen impfen lassen, dass man dann bald wieder ein halbwegs normales Leben leben kann. Sich das ganze mal etwas beruhigt und normalisiert. Denn das ist es letztlich was ich gerne wieder hätte: Normalität.

Am Wochenende steht jetzt der zweite Impftermin an. Bin gespannt wies mir danach gehen wird. Bin dennoch recht optimistisch, die erste Impfung habe ich auch recht gut vertragen. Lediglich ein bisschen Muskelkater im Arm, der nicht viel schlimmer war als nach der letzten Tetanus Impfung. Also was soll schon groß passieren. Man wird sehen.

In letzter Zeit ist mir aber eines ganz stark aufgefallen: Die Meinungen zur Coronaimpfung gehen massiv auseinander. Da gibt es die einen die total für die Impfung sind. Und die anderen die total dagegen sind. Egal wie dus machst, du wirst für verrückt erklärt und von einer der Seite angeranzt. Egal für was du dich entscheidest, aus der Sicht einer der beiden Gruppen, hast du genau das falsche gemacht. Ein Mittelding gibt es nur sehr selten.

Teilweise entstehen daraus Diskussionen, mit teilweise für dich fremden Menschen, Bekannte reden nicht mehr mit dir oder halten es dir immer wieder vor. Die einen für verrückt erklären, sich „So nen scheiß“ reinhauen zu lassen. An diesem Punkt frage ich mich „Was stimmt denn eigentlich mit dir nicht? Das man sich als Frau über Jahre mit Hormonen vollbläst, wird irgendwie erwartet und ist so viel besser oder was? Da schreit keiner, weils normal ist. Aber dann bei der Impfung anfangen zu pöbeln. Läuft bei dir. “ Es ist doch meine Entscheidung gewesen. Ich habe hier für mich entschieden und nicht für dich. Und das ist auch gut so. Dann lass es doch bitte einfach auch gut sein.

Es wird für so viele Dinge Tolleranz und Akzeptanz erwartet. Es wird erwartet, dass man anderer Meinung sein darf, dass man bestimmte Dinge tut oder eben auch nicht. Es wird erwartet, dass akzeptiert wird, dass man sich nicht Impfen lassen möchte. Dann erwarte ich aber auch im Gegenzug, dass man akzeptiert das ich mich Impfen lassen möchte und ich mich dafür entschieden habe.

Klar finde ich es in mancher Hinsicht nicht gut, wenn jemand rein gar nichts an Impfungen haben will. Halte dann letztlich aber einfach die Klappe, denn letztlich kann ich nur für mich selber entscheiden. Und letztlich ist es nicht mein Problem.

Finde es zunehmend strapaziös, dass man die Leute nicht einfach lassen kann. Das Entscheidungen plötzlich nicht mehr akzeptiert werden. Einem Ungefragt irgendwelche angeblichen Infos vor die Füße geschossen werden im Sinne von

„Ich hab mich da ausgiebig damit auseinander gesetzt. Du ja scheinbar nicht.“

„Die Sterberate ist so hart angestiegen, wie seit xy Jahren nicht mehr“

„Leute sind auf dem Weg zu ihrem Auto einfach umgefallen und lagen dann im Koma“

Ähm okay. Keine Ahnung wo du das her hast. Aber: Ich lebe noch. Ich bin nicht gestorben. Ich bin auch nicht auf dem Weg zum Auto tot umgefallen. Ich liege nicht im Koma. Impfschäden sind auch noch nicht aufgetreten. Und Nebenwirkungen oder Impferscheinungen, wird man sehen was bei der zweiten kommt.

Finde es einfach auch schlimm, dass nur noch das negative gesehen wird. Man sieht nur noch, wie viel nicht so gelaufen ist wie es hätte laufen sollen. Sieht nur noch diejenigen, die Gestorben sind, Nebenwirkungen hatten, Impfreaktionen gezeigt haben usw. Verweigert sich immer mehr. Man fängt an zu tunneln. Und sieht gar nicht mehr, dass es auch noch Menschen gibt, denen es nach der Impfung wunderbar geht. Die weder im Koma gelandet oder auf dem Weg zum Auto tot umgefallen sind.

Wie hat es der Intensiveplfeger so schön gesagt, der im Bundestag war und wo das Video seit ein paar Tagen auf diversen Kanälen kursiert? Da heißt es so ungefähr, ich kann mich an den genauen Wortlaut nicht mehr erinnern:

„Man kommt da irgendwann in eine Art Betriebsblindheit rein. Man sieht nur noch die schweren Verläufe, weil man damit tagtäglich zu tun hat. Man sieht die leichten Verläufe dann schon gar nicht mehr. Das kann man auch auf den Alltag umlegen. Hat man im Umfeld nur leichte Verläufe oder kennt niemanden der an Corona erkrankt ist, sieht man auch nur noch die leichten Verläufe. Die schweren Verläufe sind aber trotzdem da.“

Irgendwie hat er damit verdammt recht. Und ich finds so schade, dass diese ganze Coronasituation, die Menschen einfach so extrem spaltet. So viele Streitereien und Diskussionen geführt werde, nur weil man anderer Meinung ist. Woran vielleicht sogar Familien oder jahrelange Freundschaften dran kaputt gehen.

Man merkt zunehmend, dass Corona in vielerlei Hinsicht, langsam massiv mürbe macht.

Ich hoffe einfach, dass bald wieder halbwegs Normalität einkehrt.

2 Gedanken zu “Corona Impfung 2.0

  1. Hier noch ein paar Argumente für die Impfstoffe.
    1.An den Impfstoffen ist , zumoindest von der Firma Bientech, schon ein paar Jahre geforscht worden. Ursprunglich für die Krebstherapie gedacht, ist aber über den „Transport“ des Wirkstoffes schon lange gearbeitet worden.
    2. Bei der Überprüfung gurch die zuständigen Stellen ist nicht wie früher die Daten erst bei Vorlage aller Werte aus sämtlichen Phasen geprüft worden, sondern die Überprüng von ERgebnissen der Phase I wurde schon angefangen, als das Phase II verfahren noch lief. (Sogennante Roll-over Überprüfung). Dadurch wurde auch Zeit gespart. Die einzelne Prüfung selbst dauerte genauso lange wie sonst auch.
    Außerdem gibt es, wie du auch gesagt hast, Impfungen, die beim Besuch in verschiedenen Ländern Vorschrift sind. Da fragt auch kein Mensch, ob der Impfstoff sicher ist. Nach Afrika oder Südostasien will man ja im Urlaub schon fliegen.
    Ich hoffe, ich konnte dir hiermit helfen.
    Schönen Gruß

    Gefällt 1 Person

    • Ja ist auch ein Thema: man möchte Reisen und bei bestimmten Reisen musst du eine ReiseImpfung vorlegen. Wenn nicht geimpft: Pech gehabt und darfste nicht einreisen. Da Frage wie gesagt keiner, aber dann bei Corona rumkrähen anfangen…🤷‍♂️

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