Von Menschen, Zielen und Networking

Aktuell bin ich schwer fasziniert. Zum einen von mir selbst, aber auch von anderen Menschen. Wie ich das meine? Ich versuch es mal zu erklären. Was aber zwangsläufig wieder auf meine Erfahrungen mit Networking zurück geht. Und sich auch wieder darauf bezieht. Aber, ich machs trotzdem, auch wenn ich damit vielleicht das langweilen anfange.

Was mich momentan an mir fasziniert?

Anfangs, als ich vor Monaten angefangen habe, mit der Network Geschichte, war mir immer klar, du musst selber was tun, damit was vorwärts geht. Du kannst nicht erwarten das andre was für dich erledigen oder tun. Kannst nicht erwarten, dass alles von anderen ausgeht und es bei dir Katsching macht. Und wenn du nicht aktiv wirst, auf die Leute zu gehst und machst, wirst du keine Ergebnisse sehen.

Du musst rein werfen. Damit am Ende was bei rum kommt. Die wenigsten Leute werden von sich aus auf dich zu kommen. Auf die meisten musst du zugehen.

Lange hatte ich immer die Devise: Jaja, ich mach dann hier da und trallala. Und wenn ich das machen, dann wird das bestimmt gut. So und so viele Kunden müsste ich schaffen, um dies, das jenes zu erreichen.

Hatte auch mehr als genug Wünsche oder Dinge die ich mir gerne erfüllen wollte. Daran lag es definitiv nicht. Das große Aber war letztlich immer: Ich bin nur teilweise und unzureichend aktiv geworden. War vielleicht manchmal auch nicht konsequent genug. Hab nur geträumt, geredet, aber nie ausreichend gemacht

Und das obwohl ich vor Monaten schon immer gesagt hatte: Ich wüsste nicht wie lang ich meinen aktuellen Job noch machen kann oder will. War oft eigentlich schon richtig genervt, von manchen Situationen. Aber letztlich hat es nie ganz gereicht, um mich so zu reizen, dass ich wirklich Konsequent durchgezogen hätte. War immer so wischi waschi. Und jaja. Wär schon nett. Hab mich manchmal aber nicht getraut, zu fragen, nachzusetzten, zu schreiben. Mit der Tür ins Haus zu fallen. Habe mich oft auf einzelne Menschen eingeschossen und versteift, anstatt zusätzlich noch weiter zu machen. Hätte, hätte Fahrradkette.

Vor einigen Wochen, der Schlag. So viele Sachen lagen plötzlich vor meinen Füßen. So viele Dinge sind auf einmal auf mich eingedonnert, die mich letztlich, überzogen gesagt, so in den Wahnsinn getrieben haben, dass ich mich hingesetzt habe. Und angefangen habe zu machen. Der Schlag, dieser Einschlag von vielen Situationen war bitter nötig, um mich letztlich soweit zu treiben, ins kalte Wasser zu hüpfen. Mich aus meiner eigenen Komfortzone raus zu bewegen. Drauf gehustet, wie die Leute reagieren. Mehr als ein Nein kann letztlich nicht passieren. Was denkst du denn mit was die Leute ums Eck kommen könnten?

Geh doch einfach aus deiner Komfortzone raus. Sonst wird das nie was! Und du wirst noch bis zum Sankt Nimmerleinstag rum jammern, dass nichts vorwärts geht. Und das nur, weil DU deinen Hintern nicht aus dem Quark bekommst.

Seither funktioniert es auch. Seit gut 1 Woche kneife ich also den Hintern zusammen. Mach einfach. Habe meine Strategie geändert. Meine Arbeitsweise gleich hinterher. Getreu dem Motto: Was solls. Mehr als ne Absage kannst nicht kassieren. Werden nicht alle juhu schreien, wenn du mit deinem Network gedüdel ums Eck kommst. Ein paar werden sich aber interessieren und hängen bleiben. Und die gilt es zu finden und ins Boot zu holen, bevor es jemand anders tut.

Mach dir ne Liste. Schau immer weiter, nach Leuten, die in Frage kommen. Hau jeden Tag mindestens 10 neue Nachrichten raus. Sprich täglich mindestens 10 neue Leute drauf an. Wie sollen sies denn wissen, wenn du nicht anfängst davon zu erzählen? Wenn dus nicht tust, wird es langfristig wahrscheinlich jemand anders tun.

Und jedes mal, wenn ich wieder merke das ich abflache. Das ich in alte Muster verfalle. Nicht vorwärts komme und es mich wieder in die Komfortzone zurück zieht, halte ich mir nicht nur vor Augen was ich will sondern auch was ich nicht mehr will. Das scheint mich aktuell massiv voran zu treiben.

Aber was will ich denn nicht mehr? Eigentlich habe ich ja immer gesagt, ich mag meinen Job. Ich mag die Schichterei und ich mag auch meine Leute die ich betreue. Das stimmt soweit auch, sonst würde ich nicht seit 10 Jahren genau in diesem Bereich unterwegs sein.

Was genau will ich nicht mehr?

  • Ich habe keine Lust, mir meinen Rück noch weiter zu ruinieren
  • Habe keine Lust mehr, den Sündenbock für jemanden zu spielen, für dessen Probleme ich nichts kann
  • Ich habe keine Lust mehr, Probleme zu lösen, die nie ein Problem waren aber aus Langeweile zu einem Problem gemacht wurden
  • Ich habe keine Lust mehr, immer zu springen nur um den Laden am Laufen zu halten
  • Ich habe keine Lust mehr, dass mir Kollegen vor die Nase gesetzt werden, wie sie gerade kommen
  • Ich habe keine Lust mehr, Kollegen die das selbe Geld bekommen wie ich, immer in den Hinter treten zu müssen, weil sie eine Faule Kugel schieben
  • Ich habe keine Lust mehr, Aufgaben aufgedrückt zu bekommen, die ich nicht haben will, ohne gefragt zu werden.
  • Ich habe auch keine Lust mehr, bis zur Rente, mir den Hintern so derartig aufzureissen
  • Habe auch keine Lust, wegen Gesundheitlichen Gründen in Frührente gehen zu müssen

Was will ich?

Viel wenn ich ehrlich bin. Da gibt es eine ganze Palette, was ich gerne erreichen möchte.

  • Mehr reisen
  • Mehr zeit für mich
  • für das bezahlt werden, was ich leiste
  • mich nicht mehr mit Problemen anderer auseinander setzten müssen
  • Keinen Chef über mir haben
  • und noch diverse andere Dinge.

Was mich zur Zeit an anderen Menschen fasziniert?

Massenhaft viel. Mir ist klar, wenn ich hier Leute anquatsche, aufs Thema Networking usw. das nicht alle und jeder Juhu schreien wird. Es genug Leute gibt die sagen, ne du lass mal das interessiert mich so gar nicht. Was letztlich auch okay ist. Mehr als so stehen lassen kannst dus eh nicht. Dazu zwingen kannste die Leute nicht. Bringt letztlich keinem was.

Dennoch, in manchen Momenten denke ich mir nicht nur „Dann halt nicht“ manchmal frage ich mich „Was ist denn eigentlich los mit dir, Mensch!“ oder „Himmel, du hörst nur ein Wort und dann heisst es gleich, ne lass mal. Du weißt eigentlich noch gar nicht um was es geht, weil ich gar nicht dazu kam, es dir zu erklären. Willst dazu auch gar nichts erklärt oder erzählt bekommen. Wie willst du denn wissen, das es nichts für dich ist?“

Gut das sag ich den Leuten so natürlich nicht. Aber ich denke es mir verdammt oft. Und dann noch freundlich bleiben, zu sagen, ja hey, danke für dein Feedback. Kein Problem, muss ja auch passen. Macht ja sonst keinen Sinn, fällt mir verdammt schwer. Also manchmal.

Dieses Freundlich bleiben, die Meinung die man dazu hat, einfach zu schlucken. Da nicht gleich raus zu blasen, was man von der Aussage hält oder dazu denkt, dass ist echt noch ein Ding das ich lernen muss. Wo ich lernen muss, dass es mir einfach egal ist, dass mancher meint alles zu wissen. Ohne dazu etwas gehört zu haben. Mancher auch gar nichts dazu hören oder sich dazu informieren will.

Neulich mal bei jemandem eine Situation mitbekommen. Letztlich stellte sich heraus, dass das Gegenüber im Pflegebereich arbeitet. Und mit „Ich verdiene mir mein Geld auf harte und ehrliche weise“ ankam. Hä? Wasn los mit dir? Zum einen ist das, was wir hier betreiben ja Empfehlung von Produkten die wir gut finden und werden dafür anteilig vergütet. Was ist daran unehrlich? Wie oft empfehlen wir denn bitte im Alltag Dinge weiter? Nur mit dem Unterschied, dass wir für den größten Teil davon, nicht vergütet werden? Das ist doch auch in Ordnung. Oder nicht?

Sobald aberGeld ins Spiel kommt und das man dafür bezahlt wird Produkte weiter zu empfehlen, ist es schon nicht mehr ehrlich. Nicht mehr in Ordnung. Und wird von den Leuten teilweise als etwas unerhörtes, negatives oder was auch immer bezeichnet oder gehalten.

In solchen Momenten kannst du dir einfach nur deinen Teil denken. In meinem Fall war es: Gut, dann denk nicht drüber nach, wie lang du das noch machen kannst oder willst. Denk nicht drüber nach, wie belastend dein Job langfristig ist. Denk nicht drüber nach, was ist, wenn du tatsächlich mal den Job nicht mehr machen kannst. Mach ruhig weiter so, wir sprechen uns dann in ein paar Jahren noch mal.

Aber auch ein andres Thema, fasziniert mich immer wieder. Vielleicht fasziniert es mich auch nur deswegen, weil ich es teilweise einfach nicht verstehe. Nämlich das Durchhaltevermögen. Heute erst selbst erlebt. Partner aus meinem Team, gerade 8 Wochen dabei. Immer wieder aussagen „Ja ich hab voll Bock.“ „Ich zieh das jetzt durch.“ „Ich will das schaffen.“ usw. Anfangs auch den Eindruck gehabt, läuft. Jetzt, knapp 6 oder 8 Wochen später eine Whatsapp.

„Du kann man da eigentlich auch Kündigen? Ich schaff es nicht mehr, da weiter zu arbeiten.“ Bitte? Wie? Hä? Moment, das ist zum einen ja dein Ding. Was du draus machst, wie viel Zeit und Energie du rein steckst, ist doch dir selber überlassen. Und wie du hast keine Zeit mehr dafür? Hängt doch die ganze Zeit am Handy? Passt irgendwie nicht so zusammen. Aber gut.

Warum wollte sie aufgeben? Weil nichts vorwärts ging. Sich nach 6 Wochen keine Erfolge gezeigt haben. Rumms geschmissen. Okay. Gut. Aber ist das neuerdings normal? Oder Mode? Wenn nicht sofort Erfolg eintritt oder etwas unbequemer wird, schmeißt man hin? Hält denn keine Sau mehr durch? Will sich denn keiner mehr anstrengen? Will keiner mehr was für sich selber tun? Suchen die „jungen“ Generationen tätsächlich nur noch den leichten und einfachen weg?

Ach ich weiß es nicht. Ich war auch oft an dem Punkt: Poa verdammt, was machst du da eigentlich? Schon wieder geflogen. Bumms inaktiv geworden. Nicht mehr vorwärts gekommen, weil ich wegen einer Situation direkt keinen Bock mehr hatte, weils mich genervt hat. Wieder aufgestanden. Aufgerappelt. Kurz Pause gemacht. Wieder angefangen und weiter gemacht.

Irgendwie ist zur Zeit einiges, was ich einfach nicht verstehe. Vermutlich muss ich manches auch nicht kapieren. Denke ich.

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