Könnt man sich dran gewöhnen

Das Wetter scheint sich langsam wieder zu fangen und eher in Mai Wetter zu kippen. Es ist zwar teilweise bewölkt, dennoch sonnig. Die Temperaturen sind angenehm. Nicht zu heiß. Aber auch nicht zu kalt. Habe endlich mal wieder Zeit für mich. Kann mich so auch mit ein paar Dingen auseinander setzten. Mich erholen und Entscheidungen treffen die ich viel zu lang vor mir her geschoben habe.

Der Tag startete recht entspannt. Gut habe ich auch gerade Urlaub. Stress hatte ich in letzter Zeit genug. Aufstehen, Kaffee kochen. Katze Kuscheln. Frühstücksshake machen. Mit Kaffee und Zigarette aufs Sofa und langsam wach werden. Stelle wiederholt fest, die Kuhle die wegen mehrerer durchgebrochener Latten, inzwischen an einem Teil des Sofas entstanden ist, wird zunehmend unzumutbar. Hoffentlich wird s nicht noch schlimmer. Sollte das Sofa zumindest noch solange durchhalten, bis der Umzug tatsächlich stattfindet. Also bis ende des Jahres. Bezweifle es aber irgendwie.

Kralle mir mein Handy, logge mich bei Instagram ein. Beantworte einen ganzen Schwung Nachrichten. Danach neue Nachrichten rausschicken. Ich zähle mit. Bei Nachricht 39 meldet mir Instagram „Fehler beim Senden“. Na danke. Schon wieder? Das hatte ich gestern doch auch schon, bei Nachricht 41. Da habe ich aber nicht mitgezählt. Ging eigentlich davon aus, dass man ein Tages soll von 40 Nachrichten pro Tag hat. Also hätte die Meldung heute morgen gar nicht kommen sollen?

Da soll noch jemand durchblicken. Gestern 40 Nachrichten, heute nur 38. Vor dölf Wochen waren es 70. Und da davor waren es um die 100. Sehr geehrtes System, dass hinter Instagram steckt: Was denn Nun! Da blickt doch keine alte Sau mehr durch! Entscheid dich mal! Heute so, morgen so und übermorgen wieder ganz was anderes. Tut auch was es will?

Werde Nachrichten mäßig wohl morgen die Bein etwas still halten. Heißt keine neuen Nachrichten raus schicken. Habe so das blöde Gefühl, dass ich mich sonst ganz schnell im Gesperrtmodus befinden. Darauf habe ich keine Lust und keinen Nerv. Ganz ehrlich, so kann ich nicht arbeiten! Belasse ich es morgen eben eher beim Antworten. Auch recht. Meine Liste ist aktuell sowieso schon utopisch. Auf einen Tag mehr oder weniger, kommt es da nicht mehr drauf an.

11 Uhr. Zeit los zu Fahren. Muss noch einkaufen, sonst esse ich heute abend schon weider kalte Pizza. Kommt mir langsam zu den Ohren raus. Brauch mal wieder was anderes. Marschiere aus der Wohnung. Halte mich aber recht nah an der Hauswand um Vermietern nicht in die Arme zu laufen. Keine Lust in ein Gespräch verwickelt zu werden, in dem es entweder um meine Wetterfühlige Türe geht. Oder darum, wann ich denn nun ausziehe und das ich doch bitte rechtzeitig bescheid gebe, wenn ich einen Termin habe. Jaja.

Beim Einkaufen stelle ich fest: Freitag fast Mittag, is ne blöde Zeit zum Einkaufen. Ganz schön voll hier. Renne durch den Laden um es einfach schnell über die Bühne zu bringen. Keine Lust mich länger hier im Laden aufzuhalten als nötig. Die Kassiererin hat die Ruhe weg. Muss mich massiv zusammen reißen, damit mir der Geduldsfaden nicht reißt. Wenn ich so arbeiten würde…..würde ich nie mehr in den Feierabend kommen. Treffe auf dem Parkplatz eine alte Bekannte, aus Reitstall Zeiten. Seit sie mit ihrem Pferd den Stall gewechselt hat, nur noch selten Kontakt gehabt.

Kurzes Gespräch. Wie gehts. Wie läufts. Was gibts neues. Alles tutti. Hab grad Urlaub. Noch eine Woche, dann gehts wieder arbeiten. Ja besser ist es wenn du wieder arbeiten gehst, dann kommst du schon nicht auf dumme Ideen. Wie dumme Ideen, Ideen hätte ich genug. Ja, aber für die Meisten Ideen braucht man ja auch Geld, viel Geld. Naja, Corona macht meine Arbeitsbedingungen gerade nicht besonders angenehm. Ja aber was willst du sonst machen? Komm jetzt nicht mit deinem Networking. Bleib lieber bei deinem aktuellen Job, da hast du was festes, was solides und ansändiges.

Wir verabschieden uns. Ich starre ihr nach, als sie vom Parkplatz fährt. Dumme Ideen? Aha. Der nächste der mir mit dem Networking ist doch nichts solides, nichts anständiges, damit lässt sich doch nichts aufbauen ums Eck kommt. Meine Gesichtszüge verfinstern sich. Von wegen! Ihr werdet schon sehen. Ich werds euch allen zeigen. Wir sprechen uns in einem Jahr noch mal. Dann sehen wir weiter. Dann sehen wir auch, ob meine Idee so doof, blöd oder sonst was war.

Fahre daraufhin zum Pferd. Genieße das Wetter. Gehe reiten. Beobachte die beiden auf der Wiese. Mache meinen Stall. Zwischendurch immer wieder eine Kaffeepause in der Sonne. Schon angenehm, wenn man keine Termine hat. Keine Verpflichtungen. Geschweigedenn Stress, weil du bis da und da fertig sein muss, damit du pünktlich in der Schicht auftauchst um die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit zu erfüllen.

Irgendwie ist der Gedanke angenehm. Der Gedanke sagen zu können, nein jetzt arbeite ich nicht. Das mache ich dann und dann. Arbeite nur Vormittags oder Abends. Heute arbeite ich nicht. Morgen nur 2 Stunden, dafür übermorgen dann 3 Stunden. Und übermorgen fahre ich erst mal weg und arbeite dann, wenn ich meinen Kaffee vor mir stehen habe.

Könnte man sich glatt dran gewöhnen. Gefällt mir, der Gedanke. Bin dran. Man wird sehen was sich die nächsten Wochen und Monate draus entwickeln wird.

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