Veränderung?

In den letzten Wochen hatte ich wieder mal ein bisschen Zeit, nachzudenken. Aber auch mich mit mir selbst auseinander zu setzten. Und mir Gedanken über so viele Dinge zu machen. Was vielleicht nicht ganz schlecht ist. In letzter Zeit war es doch oft so, dass ich zwischen Arbeit und so vielen anderen Dingen, mir weder über mich noch über meinen Weiteren Weg auch nur ansatzweise Gedanken gemacht hätte.

Erst kam der Urlaub, dann folgte der Krankenstand. Die selbe Leier, von vor gut 9 Monaten fing von vorne an. Vor 9 Monaten Bandscheibenvorfall Symptome gezeigt. Gefolgt von einem MRT: Befund Bandscheibenvorwölbung, die die Symptome in abgeschwächter Form ausgelöst hat. Irgendwie das ganze in den Griff bekommen. Naja was heißt in den Griff bekommen, eher hingenommen und unter den Tisch gekehrt.

Training im Fitness wieder aufgenommen, um schlimmeres zu verhindern. 4 Wochen später, Fitnessstudios geschlossen, wegen weil Corona. Na herzlichen Dank, sehr geehrte Damen und Herr die da oben in der Regierung sitzen: Habt ihr vielleicht schon mal dran gedacht, dass es Leute gibt, die Fitnessstudions nicht zu Bodybuilderischen Maßnahmen nutzen? Es vielleicht auch Menschen gibt, die das ganze aus einer medizinischen Notwendigkeit heraus nutzen?

Die Monate zogen ins Land. Die spazier-strecken hatte ich irgendwann auch gesehen. Die Homeworkouts kamen mir irgendwann zu den Ohren wieder raus. Mit jeder Woche, die die Studios länger zu hatten, wurde das Rückenproblem wieder präsenter. Habe Symptome aber oft ignoriert. Zur Seite geschoben.

  • ja das ist doch noch normal
  • ist noch nicht so schlimm

Aber eigentlich wurde es zunehmend massiver. Eigentlich hat mich das Rückenproblem schon beinahe angebrüllt. Ich habe ihm aber nicht zugehört. Bin weiter zum Arbeiten, du kannst dich nicht schon wieder krank melden. Die Kollegen kannst nicht stehen lassen, dass kannst echt nicht bringen, wegen son bisschen Rücken. Und die Bewohner kannst auch nicht stehen lassen. Geht schon, geht schon. Passt schon passt schon.

Dann kam der Urlaub und ich in die Erholungsphase. Und wie so oft, bedeutet Stress und Spannungsabfall, vorallem wenn ich gesundheitlich etwas ignoriert habe, die völlige Eskalation. Auch dieses mal, ist die Situation Eskaliert. Spannung abgefallen, Körper schiebt den Riegel vor.

Genau das hat mich letztlich zum Nachdenken gebracht. Hatte ja auch genug Zeit. Vielleicht hab ich das auch gebraucht. Wenn ein mich anschreiender Körper nicht mehr hilft, dann eben der Schlag mit dem Zaunpfahl, mitten ins Gesicht.

Dann stehst du plötzlich weider an dem Punkt, an dem du dich fragst, wie lange willst du das so eigentlich noch durchziehen? Wie lange willst du das so noch machen? Ganz abgesehen davon, wie lang kannst du das so noch machen? Innerhalb von 9 Monaten, hat es dir das ganze System zwei mal zusammengeschossen. Beim zweiten mal sogar noch massiver als beim ersten mal.

Ganz ehrlich? Man fragt sich dann schon, wenn nach 9 Monaten das ganze von vorne los geht, wann kommt der nächste Schub? Unberechenbar. Der kann in 1 Jahr kommen, in 9 Monaten. Vielleicht auch schon wieder in 6 Monaten. Das wird dir noch irgendwann das Genick brechen, ehrlich.

Gedanken rauschen. Und irgendwann ist bei mir der Punkt einfach erreicht, an dem ich mir denke: Du musst jetzt was ändern. Nicht erst wenns dich zum dritten mal zusammen knallt. Du musst den nächsten Schub verhindern. Vielleicht ist es inzwischen einfach wieder so weit, etwas zu ändern. Was anderes zu machen und neue Wege einzuschlagen.

Seit 10 Jahren bist du in der Pflege, fünf Jahre inzwischen in dieser Einrichtung. Du magst dein Team, du magst deine Bewohner. Zum Rückenproblem fällt mir aber noch etwas auf: Ich fange an mich zu langweilen. Es fängt an, Eintönig auf mich zu wirken. Jeden Tag die selbe Höhle, jeden Tag die selben Bewohner. Jeden Tag den selben Ablauf. Die Kollegen mit denen du Dienst hast wechseln zwar mit beinahe jedem Dienst, trotzdem, es sind seit Jahren immer die selben.

Ich merke einfach: Ich komme langsam in ein gewisses Fahrwasser. Neige dazu, eventuell bald Betriebsblind zu werden und einen Tunnelblick zu bekommen. Und genau hier bin ich an einem Punkt an dem ich mir selber sagen muss: Stop! Bis hier hin und nicht weiter. Es ist vermutlich einfach an der Zeit, bevor ich Betriebsblind werde, neue Wege zu gehen. Den Weg nicht mehr geradeaus und Stur weiter zu gehen, sondern abzubiegen.

Kurz um: Ich habe für mich entschieden, einfach einen Punkt zu setzten. Und das bevor ich meinen Rück komplett ruiniert habe. Und bevor ich, aus Langeweile heraus, Betriebsblind und Tunnelblickig werde. Habe letzte Woche Bewerbungen rausgehauen. An Stellen, die in Richtung Betreuung gehen. Hoffe ich bekomme die Woche bald die ein oder andere Rückmeldung.

Obwohl ich auf eine ganz bestimmte Stelle hoffe. Habe diesen Arbeitgeber, von vor über 6 Jahren noch in sehr positiver Erinnerung. Bin damals auch im guten mit eben diesem Arbeitgeber auseinander gegangen. Auch wenn es diesmal ein anderer Bereich ist, für den ich mich beworben habe, hoffe ich doch ein wenig drauf, dort nochmal Fuß zu fassen.

2 Gedanken zu “Veränderung?

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