Neuer Job und so

Die letzten Tage, naja wohl eher Wochen schon, war es eher ruhig hier auf meinem Blog. Was ein Stückweit vermutlich dem berühmt berichtigten Sommerloch geschuldet sein dürfte. Aber nicht nur das. Auch der Jobwechsel tut hier sein Übriges.

Vor einigen Wochen habe ich mich zu einem Jobwechsel entschieden. Der viele Änderungen für mich mit sich brachte. Andere Schichtzeiten, längere Schichten, anderes Klientel, neue Aufgaben, andere Strukturen. Alles einfach anders, was mir aktuell etwas zu schaffen macht.

Gut was heißt zu schaffen. Es ist eben anders, es ist eine Umstellung. Gerade die Dienstzeiten sind für mich wohl die größte Umstellung. Aus Schichten die längstenfalls 6 Stunden gingen, wurden jetzt wieder Dienste die eine länge von 8 h haben. Meine Wochenarbeitszeit habe ich auch um 20 %, von 80 auf 100 erhöht. Heißt ich bin die Summe des Arbeitspensums nicht mehr gewöhnt.

Was nicht heißen soll, dass es mir keinen Spaß macht, dass tut es sehr wohl. Es ist aber aktuell noch ein bisschen anstrengend für mich. Weil mir die Routine und die Gewohnheit fehlt. Was sich mit der Zeit aber sicherlich geben wird.

Wie waren meine ersten zwei Wochen im neuen Job denn jetzt eigentlich?

Sehr vielseitig. Zum einen ist es einfach schön, keine Pflege mehr machen zu müssen. Da hier beim Klientel eine psychiatrische Diagnose im Vordergrund steht. Insgesamt ist es wie Urlaub für meinen Rücken, der sich gleichzeitig auch bei mir dafür bedankt. Was die körperliche Belastung angeht, war es die beste Entscheidung die ich treffen konnte.

Die körperliche Belastung fällt zwar jetzt weg, dafür ist es Kopftechnisch zeitweise echt anstrengend. Insgesamt herrscht immer wieder eine recht hohe Geräuschkulisse. Türen knallen. Irgendwo fliegt Inventar durch die Gegend. Irgendwo brüllt plötzlich jemand rum. Selbst wenn niemand eskaliert, die Bewohner sich im Normalmodus bewegen, schraubt dir irgendwer zum 5x ein Gespräch ins Knie.

Insgesamt ist der Redebedarf und das Mitteilungsbedürfnis sehr, sehr, sehr viel höher als in der alten Arbeit. Dazu kommen andere Probleme, andre Themen und viel mehr Diskussionen um Lebensmittel und Zigarette, gerade Zigaretten sorgen, neben Futterneid, oft für langwierig Diskussionen.

Warum bekommt der mehr Zigaretten als ich? Ich will aber jetzt rauchen und nicht später. Mitbewohner xy, hat aber auch dies, das, jenes bekommen, warum ich nicht?. Bei Kollege J. dürfen wir auch immer zwei Kaffee, warum bei dir nicht? Dann frage ich eben Kollege sowieso, da darf ich es bestimmt.

Es geht beinahe täglich um das selbe Thema nämlich: haben, haben, haben. Ich, ich, ich. Warum, wieso, weshalb. Alels wird ins kleinste Detail ausdiskutiert, teils sogar provokativ.

Es gibt Tagen an denen frage ich mich, was ist denn an einem einfachen Nein jetzt nicht zu verstehen? Was zum Henker ist an diesem kleinen Wort so unmissverständlich? Warum löst dieses Wort so viele Diskussionen aus? Warum? Bis dato konnte ich mir diese Frage nicht beantworten. Ziehe beim Thema Essen derzeit sogar in Erwägung genau mit der Waage Abzuwiegen wie viel jeder zum Frühstück, Mittag und Abendessen bekommt, damit die ewigen Diskussionen ein Ende haben.

Und das zieht dir unglaublich Energie vom Kopf her. Im Sinne von, wie weit kann ich gehen, ohne das es eskaliert. Wie lange kann ich gegenhalten. Wie lange kann ich an meinem Nein festhalten ohne eine Eskalation der Situation dadurch herbei zu führen. Dazu kommt, dass es täglich die selben Litaneien und Leiern sind, mit denen man konfrontiert wird. Jeden Dienst aufs neue.

Mein Kopf kommt auf die Vielzahl der Eindrücke und Reize noch nicht ganz mit. Frage mich manchmal, ob die Entscheidung 100 % wieder zu arbeiten die beste war. Und ob ich nicht wieder auf 80 reduzieren sollte. Allerdings ist es finanziell natürlich schon entlastend, wenn man mehr Geld in der Tasche hat. Auf der anderen Seite frage ich mich: Was bringt mir denn mehr Lohn, wenn ichs gar nicht ausgeben kann, weil ich keine Zeit dazu habe?

Prinzipiell bin ich, auch wenn mir der Job spaß macht, am Abend bzw. nach der Schicht richtig platt. Gehe früh schlafen weil ich einfach so müde und ko bin. Ist schon krass so eine Veränderung zu bemerken. Auch meinen Alltag muss ich neu strukturieren. Was mir aktuell nich ganz leicht fällt. Wird sich aber sicherlich einklinken.

Werd mir das Stundenthema bis ende des Jahres anschauen. Zum Jahreswechsel werde ich dann entscheiden ob ich bei Vollzeit bleibe oder auf 3/4 reduziere. Und wie viel finaniellen Puffer ich in dieser Zeit aufgebaut habe. Wird man sehen

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