Warum Networkmarketing?

IMG_20200101_153017.jpg

Inzwischen ist es über 1 Jahr her, als ich mir zum Thema Network mal mehr angehört habe. Mir eine Firma und deren Produkte vorstellen ließ und mir einfach mal angehört habe, was ist das, was steckt dahinter und wie funktioniert es wirklich?

Seither ist es tatsächlich öfters schon vorgekommen, dass ich gerade aus meinem nähren Umfeld gefragt wurde, warum ich das eigentlich mache. Warum hast du dich dazu entschieden? Warum machst du das überhaupt? Wie kommt man auf die Idee sowas zu machen? 

Offen gestanden gibt es viele Gründe, warum ich mir eingebildet habe, dass ganze zu machen. Klar könnte ich sagen, ich war einfach bereit dafür und wurde gerade zum richtigen Zeitpunkt drauf angequatscht. Natürlich steckt da aber ein Warum dahinter. Es stecken eine Vielzahl an Gründen dahinter, warum ich bereit war, warum es der richtige Zeitpunkt war und warum ich offen war und ja gesagt habe. 

Der Hauptgrund ist tatsächlich mein Hauptjob. Ich bin gerne Heilerziehungspflegerin, ich arbeite gerne mit  und am Menschen und ich habe da wirklich meinen Spaß dran. Man muss die Medaille aber immer von beiden Seiten Betrachten.  Dann kommen dann so Sachen wie, Wohnung gekauft, Urlaub hier, Urlaub da, nochmal ein Pferd kaufen, der VW T-Roc als Cabriolet wäre auch toll, mein halbes Mobiliar gibt den Geist auf. 

Nun ja, am Ende des Geldes ist bei mir Grundsätzlich immer noch so viel Monat über. Ich stehe oft vor Entscheidungen wie Entweder Wohnung oder Auto. Auto oder Pferd. Pferd oder Urlaub. Alles geht einfach nicht, dass ist dann im Gesamten doch außerhalb meiner Gehaltsklasse. Und das kann verdammt frustrierend sein und macht mich zeitweise echt extrem traurig bis hin zu „Ach nervt mich halt alle oder!“ Also, ein Nebenjob muss her. Aber da bleiben maximal 450 € hängen. Besser als nichts, könnte aber auch mehr sein. 

Nun ja, so was normales kommt aber irgendwie nicht in Frage. Viele herkömmliche Nebenjobs, sind nicht mit einem Hauptjob kompatiebel, bei dem man im Schichtbetrieb arbeitet. Da bekommt jeder andere Arbeitgeber ja nen Vogel. Und ich dazu. 

Aber was machste denn jetzt? Naja, anfangs keine Ahnung gehabt. Mich eigentlich schon damit abgefunden, dass ich mir vieles einfach abschminken kann, weils Finanziell nicht hinhaut. Das ist mal richtig frustrierend. Wirklich. 

Wie es der Zufall aber so wollte, bin ich da so ins Network reingestolpert. Da war dann plötzlich so ne Option da, die mir, trotz Schichterei, ein Nebeneinkommen ermöglicht. Und das sogar auch noch Kompatibel ist, mit meinem Hauptjob. Weil es einfach schnurzelpiep ist, wann dus machst, wo dus machst und wie viel du da machst. Naja gut, der Umfang macht sich halt an deinen Einnahmen bemerkbar. 

Aber es war nicht nur der Punkt, dass ein Nebenjob her musst um meine Finanziellen Mittel zu verbessern. Da gibt es einfach noch einen anderen Grund. Besser eine Frage und ein Thema das mir in meiner Birne immer wieder aufploppt und das mit Corona sogar noch präsenter geworden ist. 

Wie lange willst und vor allem, wie lange kannst du denn im sozialen/Pflegesektor arbeiten? Es ist ja kein offenes Geheimnis, dass es Personell scheiße aussieht, Fachkräfte nicht gerade schlange stehen und die Bezahlung teilweise auch besser sein könnte.

Stellen können Wochen, wenn nicht sogar über  Monate gar nicht besetzt werden, weil keine Leute mehr auf dem Markt sind. Die paar Hansel die dann noch da sind, sind dann letztlich immer da, weil an der Arbeit an sich, da ändert sich ja nichts dran. Die Arbeit ist ja immer noch und trotzdem da. Aber das Personal halt nicht. Und das kann langfristig zur Belastung werden. Sowohl körperlich, als auch Seelisch.

Ich will mich nicht über meinen Job beschweren, da ich sagen muss, dass es mir dort wo ich bin, eigentlich recht gut geht, im Vergleich zu anderen Stellen. Da habe ich schon andere Sachen erlebt. Aber genau die anderen Sachen sind eben der Punkt, an dem du dich echt fragst, was habe ich eigentlich an meiner Berufswahl falsch gemacht, auch wenn mir der Job Spaß macht? 

Du rennst durchgehend nur noch zum Arbeiten. Bist ständig dort. Schiebst vielleicht auch noch Doppelschichten oder arbeitest 10, 14 Tage am Stück. Reißt dir den Arsch auf obwohl du eigentlich selbst schon durch bist und eigentlich mal Pause bräuchtest, Pause is aber nicht, weil sonst keiner mehr zum Arbeiten kommt und die Kundschaft sozusagen in ihren eigenen Ausscheidungen vor sich hin vegetieren würden. Am Ende des Monats kommt dann das Gehalt, dass schneller wieder weg ist, wie es auf meinem Konto einging. Und du selbst schaust in die Röhre wie ein Uhu.

Irgendwas stimmt doch daran nicht? Irgendwas ist an dem Bild nicht richtig. Finde den Fehler. Neulich hatte ich da auch ein Gespräch mit einer Kollegin. Kerninhalt des Gesprächs, eigentlich musste in dem Bereich schon fast zweigleisig fahren, eigentlich schon traurig oder, dass man fast schon gezwungen ist mehrere Job zu haben um sich ein bisschen was leisten zu können.

Und das Einkommen nicht ausschließlich für den Lebensunterhalt drauf geht. Vielleicht einfach auch  noch mal n Urlaub, ein Thermenbesuch, Kino oder weiß der Geier was drin ist ohne das man ein schlechtes Gewissen haben und jeden Cent umdrehen muss. Sich am Ende vielleicht irgendwas verbietet, weil es finanziell einfach nicht drin ist.

Dazu kommt  mein persönlicher Freiheitsdrang. Der Drang danach, tun und zu lassen was ich will. Und sehr schnell das Gefühl, man würde mich in Ketten legen und mich meiner Freiheit berauben. Jahrelang, bevor ich von Network gehört hatte, war es für mich einfach völlig normal, irgendwo angestellt zu sein. Da meine Stunden zu machen und dafür Geld zu verdienen inkl. 30 Tage Urlaub im Jahr. 

Klar, ich hatte mir vorher auch schon öfter mal Gedanken zum Thema Selbstständigkeit gemacht. Mich aber nie wirklich intensiever und länger damit auseinandergesetzt. Und dann rutscht du da so in diese Network Geschichte rein. Und ich hatte dann echt Blut geleckt. 

Womit dann eben Gedanken kamen wie, ja eigentlich bist du schon verdammt gebunden. In deiner Freiheit biste eigentlich, wenn du so drüber nachdenkst, mit nem Angestelltenverhältnis schon ziemlich eingeschränkt. 

Da haste deinen Arbeitsvertrag, laut dem Vertrag hast du eine gewisse Wochenstundenzahl zu erfüllen. Und dies, das und jenes sind deine Aufgaben. Für gewöhnlich kannst dich nicht mal eben hinstellen und sagen, och Chefe, heute habe ich mal keine Lust zu arbeiten. Ich komm dann vielleicht morgen wieder. Machen kann mans schon. Aber dann biste langfristig betrachtet deinen Job halt auch wieder los wa. 

Klar ich mag die Schichterei, ich mag es auch beim mobilen Dienst zu arbeiten. Du bist unterwegs, hast immer wieder andere Klienten in der Tour. Siehst andere Leute, hast Abwechslung. Dennoch, gebunden bist du trotzdem. Ich bekomme meine Touren, da  stehen die Klienten drin die ich anfahren soll. Die Klienten habe ich mir aber nicht selber ausgesucht, die waren halt schon da. 

Ich kann mich weder hinstellen und sagen, ach nö, will ich heute nicht. Oder den Fahr ich heute nicht an, weil ich keine Lust habe oder den Menschen dahinter blöd finde. Ich habe es zu machen. Bumms, aus, Amen. Kollegen werden mir vor die Nase gesetzt, viel Entscheidungsmacht habe ich hier nicht. Entweder waren sie schon da oder werden neu eingestellt, weil man dringend neue Leute braucht und Stellen nach besetzen muss. 

Ich bin einfach Gebunden, an das, was mir mein Arbeitgeber vorgibt. An das was Vertraglich festgehalten wurde und ich unterschrieben habe. Bumm. Ich habe meine Arbeitszeit einzuhalten und meine Sollwochenzahl zu leisten und meine Aufgaben laut Stellenbeschreibung zu erledigen. 

Wenn ich es nicht tue, laufe ich Gefahr, dass ich ohne Job und damit auch ohne Kohle dastehe. Blöd. 

Was jetzt mein Problem ist? Das klingt ja alles eigentlich so ziemlich nach der Regel. Normal eben. Nicht anders als bei anderen Leuten. 

Ein Problem habe ich eigentlich nicht direkt. Ich wünsche mir aber für meine weitere Zukunft, mehr Freiheit. Mehr Freiheit selbst zu entscheiden wann, wo und wie viel ich arbeite. Die Freiheit zu entscheiden mit wem ich zusammen arbeiten möchte. Dazu auch noch die Finanzielle Geschichte die mich natürlich triggert, finanziell abgesichert zu sein, ohne gefühlt 24/7 für 5 Arbeitgeber arbeiten zum müssen. 

Mir die Freiheit nehmen zu können, zu sagen, hey, heute habe ich keine Lust ohne Gefahr zu laufen, gekündigt zu werden. Die Freiheit sagen zu können, heute bleibe ich eine Stunde länger liegen. Die Freiheit sagen zu können, ach lass mal den Urlaub für nächste Woche spontan buchen. 

Und genau das ist mein Warum für Network, ich möchte einen anderen Weg einschlagen und sehe mich in meiner Zukunft wo anders, ungebunden und frei. 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s