Warum ich nie mehr Produktmarketing betreiben würde

In letzter Zeit wurde ich immer wieder gefragt „He du postest ja gar nix mehr über die Produkte und so. Was ist denn da los?“

Nun ja, nichts ist los. Fällt ja sehr früh auf, dass ich in die Richtung nichts mehr mache. Denn eigentlich wirds schon seit gut nem Jahr kontinuierlich weniger, bis hin zu dem Punkt, an dem ich nichts mehr, aber rein gar nichts mehr, dazu von mir gelassen habe.

Was schlichtweg nur einen einzigen Grund hatte: Mir wars zu Zeitaufwändig. Zeitaufwand und das, was letztlich hinten raus kommt, stand so überhaupt nicht mehr im Verhältnis. Wie ich das meine? Ganz einfach.

Durchschnittlich habe ich etwa 10 bis 20 Stunden die Woche für Produktmarketing aufgebracht um am Ende des Monats zwischen 30 und 100 € an Provision überwiesen zu bekommen. Das ganze hat sich genau so, geschlagene 1 1/2 Jahre durchgezogen. Mal abgesehen davon, was ich an Geld an Produkten für mich selbst ausgegeben habe, hat sichs eigentlich nie wirklich gelohnt.

Wenn ich ehrlich bin und das ganze auf meinen regulären Job, auf dem regulären Arbeitsmarkt umlege, für den Lohn würde ich nicht mal ansatzweise aufstehen! Nicht mal bei nem Nebenjob. Aber im Network würd ich s dann tun oder wie? Kurzum: Das was ich an Zeit reingesteckt habe stand so überhaupt nicht mehr im Verhältnis zu dem was bei rum kam.

Klar sagt man immer, Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Aber selbst in meiner Zeit als Azubi, habe ich mehr verdient, als ich im Produktmarketing jemals bekommen habe. Man sagt immer, im Produktmarketing dauert es etwa 7 Jahre bis du ganz oben angekommen bist. Die Zeit habe ich aber nicht. Ich brauch jetzt Kohle und nicht erst in 7 Jahren. Da kann ich mein Geld auch gleich bei der Bank anlegen in der Hoffnung, es kommen genug Zinsen bei rum.

Produktmarketing beruht schlichtweg auf Kontakt mit Menschen, der genau auf eine Sache abzielt, dass die Menschen mit denen ich Kontakte irgendwann, vielleicht und eventuell mal das Produkt kaufen. Kurzum, egal mit wem ich in Kontakt getreten bin Ziel = Produkt verkaufen oder als Partner einschreiben. Wenn ich keine Produkte verkaufe, bekomme ich keine Provision. Schreibe ich keine Partner ein, habe ich kein passives Einkomme. Kurzum, dann habe ich einfach Pech gehabt und keinen Gewinn.

Darüber hinaus schreit nicht jeder sofort juhu und hier, wenn du mit der ganzen Sache ums Eck kommst. Durchschnittlich musst du a) 100 Menschen anschreiben, damit 10 hängen bleiben. Und mit diesen 10 Menschen benötigt es im durchschnitt bis zu 10 Kontakte, bis es zu einem Geschäftsabschluss kommt.

Um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten bräuchte ich nach Adam Riese 500 Kunden, die jeweils im Wert von 50 € bestellen. Ja, da kommen 25.000 ökken bei rum. Richtig gerechnet. Die bleiben mir aber ja so nicht. Davon bleiben mir persönlich zwischen 10 bis 20 % Provision und davon gehen nochmal meine ganzen Sozialversicherungsbeiträge etc. ab.

Kurzum, ich müsste mit 5000 Menschen in Kontakt treten, damit mir diese 500 Menschis übrig bleiben. Davon mal abgesehen, diese 500 die ich da in dem einen Monat hatte, die bestellen Produkte ja ned alle 4 Wochen. Täglich grüßt das Murmeltier. Heißt dieses Pensum muss ich eigentlich Monat für Monat weiter führen. Bis ich dann mal im Durchschnitt etwa 2000 Bestandskunden habe, damit ich halbwegs damit über die Pötte komme. Und das verdienen was ich jetzt im Hauptjob habe.

Und jetzt muss man sich das mal überlege. Die 2000 Leute, da darf mir keiner abspringen, mal sagen uuu diesen Monat ist das Geld knapp, ich kann grad ned nachbestellen. Im Prinziep bist du permanent damit beschäftigt neue Leute zu werben. Neue Kunden zu bekommen und dein Produkt irgendwie an den Mann und an die Frau zu bekommen. Heißt du bist mit Nachbetreuung von 2000 Kunden und neu anschreiben beschäftigt. Da wirst ja echt bekloppt im Kopf, wenn du das alleine machst.

Natürlich kann ich her gehen und sagen, okay, ich schreib jetzt halt Partner ein. Aber auch hier, selbes Prinziep. 100 anschreiben, 10 bleiben. Von den 10 eingeschriebenen bleiben dann aber auch ned alle hängen, nem Teil fällt irgendwann nämlich ein, gefällt oder passt nicht. Oder sie haben einfach keinen Bock mehr.

Heißt dir werden immer Leute wegbrechen. Egal ob Kunden oder Partnern. Du bist immer auf der Jagt, nach neuen Menschen, denen du entweder das Business schönlaberst oder das Produkt andrehst. Die beiden Optionen hast du, damit deine Einnahmen stabil bleiben. Und du bist da auch völlig drauf angewiesen. Blöd gesagt, begibts du dich damit schon wieder in eine Abhängigkeit.

In die Abhängigkeit anderer Menschen, dass die bei dir bestellen oder einsteigen. Und wird in den ganzen Storys ned immer von Unabhängigkeit und Freiheit gesprochen? Ganz genau, dass wird es. Aber eigentlich, wenn mans mal genauer betrachtet, ist es nur wieder irgendein Abhängigkeitsverhältnis.

Auf den ganzen sozialen Medien wird dir was vollkommen anderes vorgegaukelt. Anders kann man es gar nicht beschreiben. Es wird dir vorgemacht, dass Networkmarketing so wahnsinnig einfach ist. Das ganze jeder kann. Man verdient mit ach so wenig Zeitaufwand ach so viel Geld.

Networkmarketing kann einfach sein, ja. Produktmarketing fällt da aber definitiv nicht darunter. Bin ich ganz offen und ehrlich. So gut wie die Produkte sein mögen. Produktmarketing vereinnahmt dich Zeitlich wahnsinnig, bis du irgendwann mal irgendwo ankommst und halbwegs vernünftig verdienst. Und selbst wenn du gut verdienst damit, wird es dich weiterhin Zeitlich wahnsinnig vereinnahmen.

Mal abgesehen davon, es mag vielleicht vor 5 Jahren oder so einfach gewesen sein. Als die Leute noch offen dafür waren und das ganze noch ned so bekannt war. Inzwischen sind aber andere Zeiten angebrochen.

Die Menschen da draußen kennen das schon. Haben davon schon gehört. Sind zum teil schon mehrfach drauf angesprochen worden. Weil natürlich jeder Produktmarketingmensch sein Produkt verkaufen möchte und für das Beste auf dem Markt hält. Die Leute sind genervt und dadurch auch nicht mehr offen dafür.

Abgesehen davon, wird alles immer teurer. Die Leute können und wollen sich das ganze aktuell einfach nicht leisten. Ganz ehrlich, nur weil ich jetzt nen schwung teure Nahrungsergänzung kaufe, bedeutet das im Umkehrschluss ja ned, dass ich deshalb keine Lebensmittel mehr brauche. Die muss ich ja zusätzlich auch noch kaufen und erspar mir das damit ja nicht.

Und ich bin ehrlich, ich hab schon mal bock was vernünftiges zu essen. Möchte nicht nur irgendwelche Shakes und Kapseln zu mir nehmen. Vielleicht auch mal auswärts essen. Aber wie will ich das bitte bewerkstelligen, wenn ich kein Geld habe?

Hier wird dann ganz gerne mit der Theorie und Aussage herumgeschleudert: Den meisten Menschen ist gar nicht bewusst, wie wichtig Gesundheit eigentlich ist. Denen fehlt schlicht das Bewusstsein dafür. Es wird so selbstverständlich gesehen.

Auf manchen mag das zutreffen. Aber eben nicht auf alle. Es gibt genug Menschen da draußen, die gerne mehr für ihre Gesundheit tun würde. Aber wie es schon immer so gerne gesagt wird „Gesundheit kostet Geld“ und das Geld haben einfach nicht alle. Und es muss aufs wesentliche reduziert werden. Wenn ich keine Kohle habe, kann ichs schlicht nicht umsetzten.

Die Leute haben vielliecht das Verständnis, würde auch gerne was machen. Aber sie haben schlicht nicht das Geld. Und dann kommt einer mit dem Stempel ums Eck „Den Leuten fehlt es schlichtweg an Verständnis für Gesundheit. Da macht sich keiner ne Patte dazu. Erst wenns zu spät ist“

Fazit…

Kurzum. Es sind im Bereich Produktmarketing einfach so viele Dinge zusammen gelaufen, die für mich nicht mehr gepasst haben. Die für mich nicht mehr stimmig waren, geschweigedenn zu meiner eignen Einstellung zu bestimmten Dingen gepasst hätten.

Zum einen Zeitaufwand und was am Ende bei rum kam.

Aber auch, was den Menschen da draußen zum teil über die sozialen Medien „vorgekaukelt“ wird. Was einfach schade ist.

Denn es gibt durchaus Networks, die funktionieren völlig simpel. Bei denen ist Geldverdienen so einfach. Und das allein schon mit dem Produkt selbst. Ohne Menschen angequatscht oder was verkauft zu haben. Und durch so viele Sachen, die da nicht ganz richtig laufen, wirft das auf eine Komplette branche ein komplett negatives Licht.

In diesem Sinne. Geld ist nicht alles, aber ohne gehts halt auch nicht.

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