Weihnachtlich?

In der Teamsitzung, vor einigen Wochen, wurde die Besetzung für Weihnachten besprochen. Viele Mitarbeiter braucht es vom 24.12 bis zum Mittag des 27.12. nicht. Ab dem 24.ten gegen späten Vormittag ist der letzt Bewohner zum Familienbesuch ausgeflogen. Am 25ten und 26ten kommt jeweils ein Bewohner zurück. Der rest kommt ab dem 27ten wieder. Weiterlesen

Warum schichtest du?

Einleitung

Es soll ja durchaus Menschen geben, die auf die Schichtarbeit schwören. Ich selbst gehöre, eindeutig, nicht dazu. Was mich selbst dazu bewogen hat, geregelte Arbeitszeiten gegen Schicht zu tauschen, weiß ich auch nicht so recht. Aber ein paar Gründe dürfte es damals durchaus gegeben haben. Oder besser gesagt, gab es diese.

Wieso ich mich fürs Schichten entschied

Was mich damals dazu veranlasst hat, zu glauben, dass ich Schichtarbeit super prickelnd finde, kann ich persönlich inzwischen wirklich nicht mehr nachvollziehen. Verstehe inzwischen selbst nicht mehr, was ich daran so toll fand. Wieso ich gerade auf diese Schnapsidee kam, einen geregelten Arbeitstag, gegen unregelmäßige Schichten einzutauschen.

Aber damals erschien es für mich total logisch. Einleuchtend und klar. Weshalb ich mich pro Schichtarbeit entschied. Allen Empfehlungen von außen zum Trotz. Wollte mein Ding durchziehen und meine eigenen Erfahrungen sammeln. Wollte einfach wissen wie es ist.

Habe, offen gestanden, damals auch fast ausschließlich die positiven Seiten daran gesehen. Das negative habe ich irgendwie ausgeblendet. Und meine Devise „Immer positiv denken“ war in diesem Fall nicht gerade mein bestes Argument. Lernt man aber bekanntlich aus den eigenen Fehlern am besten. Und eigene Erfahrungen muss der Mensch auch sammeln. Sonst würde man ja nicht schlauer werden.

Die positiven Seiten des Schichtens

Ich habe damals viel Positives in der Schichtarbeit gesehen. Was auch nicht abzustreiten ist. Was definitiv da ist und auch angenehm zu sein scheint.

  • Unter der Woche frei und ich kann dann zum Einkaufen wenn die anderen arbeiten. Heißt ich habe meine Ruhe und nicht das übliche Gedränge
  • Wenn ich Frühdienst habe, mache ich Feierabend, wenn die anderen gerade zur Arbeit gehen und habe den ganzen restlichen Tag frei
  • Bei Spätdienst kann ich ausschlafen und Vormittags meine ganzen Sachen erledigen, die ich sonst abends machen müsste. Manche Dinge könnte ich im Winter dann nicht mal machen, wenn ich den ganzen Tag arbeite
  • Ich habe mehr Zeit für meine Tiere (dachte ich)
  • Weil es geteilte Dienste gibt, arbeite ich nur auf 78 %, habe ich also mehr frei
  • Am Wochenende gibt es Zuschläge
  • Für den Nachtdienst gibt es auch Zuschläge
  • Ich kann mit den Bewohnern am Nachmittag mal was unternehmen oder auch am Wochenende
  • Im Nachtdienst kann ich Bürokrams machen, den ich Tagsüber nicht erledigen kann.    
  • Die negativen Seiten des Schichtens
  • Wenn ich tagsüber oder auch unter der Woche frei habe, sind meine Freunde alle Arbeiten. Ich bin somit viel alleine und muss vieles alleine unternehmen
  • Ich bin nach dem Spätdienst oft so fertig und müde, dass ich nicht mehr viel Lust habe irgendwas zu unternehmen oder etwas mit Freunden zu machen
  • Viel mehr Zeit für meine Tiere habe ich nicht immer.
  • Oft artet mein Hobby im Stall zu sein in Hektik aus. Da ich dann zur Arbeit muss
  • Weniger arbeite ich nicht unbedingt, da ich aufgrund der z.T. kurzen Dienste mehrere machen muss um auf meine Sollstundenzahl zu kommen.
  • Nachmittags komme ich nicht immer dazu, mit den Bewohnern etwas zu unternehmen, da einen die Struktur sehr im Griff hat.
  • Aufgrund der nur 78 % die ich arbeite, habe ich eine gewisse Lohneinbuße
  • Zuschläge reißen zwar schon etwas, allerdings komme ich mit diesen auf beinahe den selben Lohn, den ich in Vollzeit, mit geregelten Arbeitszeiten auch bekäme
  • In den Nächten komme ich oft nicht wirklich zu Büro krimskrams, vieles läuft nebenher (irgendwie)
  • Ich schlafe trotz Bereitschaft in den Nächten die ich arbeiten muss nur sehr selten
  • Nach den Nachtdiensten bin ich häufig so am Ende, dass ich zu Hause erst einmal Schlafen muss und somit nicht mehr viel vom Tag habe, da ich diesen im großen und ganzen verschlafe
  • Wenn man beim Einkaufen ist, hat man zwar die ganzen normalarbeitenden Horden nicht, dafür aber dann Rentner und Mütter
  • Schicht ist eine Belastung für Körper und Geist
  • Ein geregelter „normaler“ Rhythmus existiert nicht mehr.
  • Das eigene soziale Umfeld schränkt sich nach und nach immer mehr ein
  • Eingeschoben
  • Beim überfliegen meines eigenen Beitrages, fällt mir gerade auf, dass meine Liste mit den Contra Punkten, weitaus länger ist als die Pro-Liste. Komisch das ich eigentlich so viele Contra Punkte in den Wind geschossen habe. Oder sie vielleicht, aus Ermanglung von Erfahrungen, nicht wusste oder kannte. Die Argumente einfach nicht auf dem Schirm gehabt hatte. Warum auch immer. Allerdings will ich behaupten, dass ich ein ziemlicher Dickschädel bin. Der meint seinen Kopf durchsetzten zu müssen. Einmal den Floh im Ohr, kaum noch davon abzubringen. Ob DAS vielleicht sogar was mit meinem Sternzeichen zu tun hat? Sofern Sternzeichen überhaupt Einfluss auf unser Wesen nimmt oder nehmen kann.
  • Mein Fazit zur Schicht
  • Mittlerweile dürfte offensichtlich klar sein, dass ich nach fast 2 Jahren im Schichtbetrieb, nicht mehr sonderlich viel davon halte. Schon längerfristig den Plan schmiede wieder geregelten Arbeitszeiten nach zu gehen. Beides hat so seine Vorteile. Aber auch die Nachteile dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Man sollte ihnen beiden aber eine gleiche gewichtung zukommen lassen. Sowohl Pro, als auch Contra. Die Entscheidung im Schichtbetrieb zu arbeiten, gerade in der Dreischicht (Früh, Spät, Nacht), die in diversen Wohneinrichtung gang und gäbe sind, sollte gut durchdacht und überlegt sein. Selbst wenn man es unbedingt machen möchte und einen Dickschädel hat, wie ich ihn habe, sollte man es sich immer mehrfach überlegen. Die Entscheidung muss letztlich jeder für sich treffen. Eben so die Erfahrung dazu sammeln. Auch wenn mir sämtliche Leute, seien es Bewohner als auch Kollegen, sehr ans Herz gewachsen sind, möchte ich das für mich nicht mehr machen. Blöd gesagt, wobei so blöd ist das gar nicht, soll und muss ich auch auf mich selbst achten. Und sobald man merkt, dass es einem an die Gesundheit psychisch als auch physisch geht, sollte man so schnell wie möglich einen Punkt setzten. Am Ende ist es sonst zu spät. Man weiß das ja nicht so genau. 

Nachtdienst

Bin etwas am überlegen ob ich nicht mal ein Gespräch mit meiner Chefin suchen soll. Bin mir da aber nicht so sicher.

Hätte nämlich ein Anliegen. Möchte nämlich eigentlich kläre, ob man mich etwas aus den Nachtdiensten rausnehmen kann. Dass ich die nächsten Monate mal nur 1 bis maximal 2 Nachtdienste mache. Weils mir gerade ein wenig zu viel wird.

Gerade dann, wenn ich im Monat 4 bis 5 dieser Art habe. Aber eigentlich kann ich mir die Frage schon selber beantworten.

Wahrscheinlich wird man mir erzählen, dass schließlich jeder Nachtdienst machen muss. Und man da nicht einfach mal sagen kann, man will nicht mehr so viele machen. Es aus der Sicht der anderen wahrscheinlich unfair erscheinen würde. Und das eben einfach nicht geht, dass ich nur 1 bis 2 Nächte im Monat mache. Außerdem bin ich ja Fachkraft.

Aber muss das heißen, nur weil ich Fachkraft bin, muss ich mir alles gefallen lassen? Nur weil ich Fachkraft bin, muss ich mich kaputt machen? Nein eigentlich nicht. Und eigentlich bin ich mit ein paar wenigen anderen eigentlich die Fraktion, die einiges schon seit längerem unfair finden müsste. Gehöre nämlich zu der Fraktion, bei der man denkt „jaja die macht das schon. Mit der kann mans machen.“

Irgendwie alles ein wenig verwirrend.

Wenn die Kollegen fragen.

Neulich fragte mich meine Kollegin ob mich was belasten würde. Ich wäre zur Zeit etwas komisch. Würde bedrückt wirken.

Meinte es würde mich etwas traurig machen, dass Kollegin x noch weitere Monate ausfallen wird. Wegen ihrer OP.

Konnte ihr ja schlecht sagen, dass ich einige Bewerbungen rausgeschickt habe. Und es eine Absage gehagelt hat, die mich etwas gekränkt hatte. Sämtliche Kollegen mit denen ich über so was reden konnte sind ja nicht mehr da. Oder fallen aufgrund von Krankheit aus.

Aber wer weiß wie lange ich noch da bin. Wahrscheinlich noch ein Weilchen. Bin gerade etwas am Hadern ob ich nochmal anrufen soll. Bei der Stelle, die mir abgesagt wurde. Weil sie nicht mehr besetzt werden würde. Und dann am nächsten Tag für September ausgeschrieben war.

Ich wüsste aber nicht mal was ich sagen sollte. Würde eigentlich schon gerne wissen, was Sache ist. Mal Tacheles reden. Ob es überhaupt noch Sinn macht sich zu bewerben. Aber ich bin dann immer viel zu nett am Telefon.

Wahrscheinlich erreiche ich vermutlich wieder über mehrere Tage keinen, der da was weiß.

Ich glaube da kommt man inzwischen nur noch rein, wenn man jemanden kennt, der jemanden kennt, der da arbeitet und jemand kennt. Wie sagt man da? Vetterleswirtschaft? Will ja niemandem was unterstellen. Sollte es aber tatsächlich so sein, fände ich es gegenüber den anderen ziemlich gemein.

Wiedersehen….

In der Teambesprechung neulich erfahren, dass eine Kollegin unser Team verlassen wird. Sie bleibt zwar beim selbe Arbeitgeber, geht aber in den ambulanten Dienst. Sie wird dort die stellvertretende PDL machen.

Sehr schade. Wirklich. Denn in den letzten Monaten haben uns bereits einige Kollegen verlassen. Was eine gewissen Unruhe verursacht hatte. Haufenweise neue Kollegen. Überstunden bei den noch übrigen Mitarbeiter aufgrund von Einarbeitung. Durststrecken, bis eine Nachbesetzung gefunden worden war.

Innerhalb von kürzester Zeit muss nun die freigewordene Stelle wieder nachbesetzt werden. Was sich als nicht ganz einfach darstellen wird. Ist der Markt momentan ziemlich leergefegt. Potentielle neue Mitarbeiter zu bekommen, welche die freigewordene Stelle besetzten können, sind momentan schwer zu bekommen.

Wird entsprechend wohl dadurch wieder eine Durststrecke entstehen. WinkeWinke Überstundenabbau.