Frei?!

Nach einem Arbeitstechnischen Marathon endlich zwei Tage frei. Der heutige freie Tag hat gleich wunderbar mit Kopfschmerzen angefangen. Außerdem hätte ich einfach mal wieder ausschlafen können, woraus aber irgendwie nicht so recht was werden wollte. Weiterlesen

Alltäglicher Irrsinn

Seit geschlagenen 4 Wochen stehe ich wieder voll im Arbeitsleben und habe das Gefühl ich hätte nur ein paar Tage Urlaub gehabt. Von der Erholung des 4 Wöchigen Urlaubs ist nichts mehr übrig. Verpufft wie heiße Luft. Und  ich könnte schon wieder Urlaub gebrauchen. Weiterlesen

Wusste ich es doch

Gestern letzten Arbeitstag gehabt. Ein paar traurige und lange Gesichter gesehen. Tränen sind auch geflossen. 

Bin ein paar Kollegen,  gebe ich zu, ist mir der Abschied schon auch schwer gefallen. 

Und sie haben tatsächlich was ausgeheckt. Als Erinnerung,  dass ich niemanden vergesse, habe ich ein Fotobuch bekommen. Mit Bildern von allen drin. 

Und einen Gutschein fürs Schwimmbad. Damit ich mir mal was gönne. Nicht zu vergessen, dass Redbull. 

Wusste ich doch das was ausgeheckt wird 🙂

Warum schichtest du?

Einleitung

Es soll ja durchaus Menschen geben, die auf die Schichtarbeit schwören. Ich selbst gehöre, eindeutig, nicht dazu. Was mich selbst dazu bewogen hat, geregelte Arbeitszeiten gegen Schicht zu tauschen, weiß ich auch nicht so recht. Aber ein paar Gründe dürfte es damals durchaus gegeben haben. Oder besser gesagt, gab es diese.

Wieso ich mich fürs Schichten entschied

Was mich damals dazu veranlasst hat, zu glauben, dass ich Schichtarbeit super prickelnd finde, kann ich persönlich inzwischen wirklich nicht mehr nachvollziehen. Verstehe inzwischen selbst nicht mehr, was ich daran so toll fand. Wieso ich gerade auf diese Schnapsidee kam, einen geregelten Arbeitstag, gegen unregelmäßige Schichten einzutauschen.

Aber damals erschien es für mich total logisch. Einleuchtend und klar. Weshalb ich mich pro Schichtarbeit entschied. Allen Empfehlungen von außen zum Trotz. Wollte mein Ding durchziehen und meine eigenen Erfahrungen sammeln. Wollte einfach wissen wie es ist.

Habe, offen gestanden, damals auch fast ausschließlich die positiven Seiten daran gesehen. Das negative habe ich irgendwie ausgeblendet. Und meine Devise „Immer positiv denken“ war in diesem Fall nicht gerade mein bestes Argument. Lernt man aber bekanntlich aus den eigenen Fehlern am besten. Und eigene Erfahrungen muss der Mensch auch sammeln. Sonst würde man ja nicht schlauer werden.

Die positiven Seiten des Schichtens

Ich habe damals viel Positives in der Schichtarbeit gesehen. Was auch nicht abzustreiten ist. Was definitiv da ist und auch angenehm zu sein scheint.

  • Unter der Woche frei und ich kann dann zum Einkaufen wenn die anderen arbeiten. Heißt ich habe meine Ruhe und nicht das übliche Gedränge
  • Wenn ich Frühdienst habe, mache ich Feierabend, wenn die anderen gerade zur Arbeit gehen und habe den ganzen restlichen Tag frei
  • Bei Spätdienst kann ich ausschlafen und Vormittags meine ganzen Sachen erledigen, die ich sonst abends machen müsste. Manche Dinge könnte ich im Winter dann nicht mal machen, wenn ich den ganzen Tag arbeite
  • Ich habe mehr Zeit für meine Tiere (dachte ich)
  • Weil es geteilte Dienste gibt, arbeite ich nur auf 78 %, habe ich also mehr frei
  • Am Wochenende gibt es Zuschläge
  • Für den Nachtdienst gibt es auch Zuschläge
  • Ich kann mit den Bewohnern am Nachmittag mal was unternehmen oder auch am Wochenende
  • Im Nachtdienst kann ich Bürokrams machen, den ich Tagsüber nicht erledigen kann.    
  • Die negativen Seiten des Schichtens
  • Wenn ich tagsüber oder auch unter der Woche frei habe, sind meine Freunde alle Arbeiten. Ich bin somit viel alleine und muss vieles alleine unternehmen
  • Ich bin nach dem Spätdienst oft so fertig und müde, dass ich nicht mehr viel Lust habe irgendwas zu unternehmen oder etwas mit Freunden zu machen
  • Viel mehr Zeit für meine Tiere habe ich nicht immer.
  • Oft artet mein Hobby im Stall zu sein in Hektik aus. Da ich dann zur Arbeit muss
  • Weniger arbeite ich nicht unbedingt, da ich aufgrund der z.T. kurzen Dienste mehrere machen muss um auf meine Sollstundenzahl zu kommen.
  • Nachmittags komme ich nicht immer dazu, mit den Bewohnern etwas zu unternehmen, da einen die Struktur sehr im Griff hat.
  • Aufgrund der nur 78 % die ich arbeite, habe ich eine gewisse Lohneinbuße
  • Zuschläge reißen zwar schon etwas, allerdings komme ich mit diesen auf beinahe den selben Lohn, den ich in Vollzeit, mit geregelten Arbeitszeiten auch bekäme
  • In den Nächten komme ich oft nicht wirklich zu Büro krimskrams, vieles läuft nebenher (irgendwie)
  • Ich schlafe trotz Bereitschaft in den Nächten die ich arbeiten muss nur sehr selten
  • Nach den Nachtdiensten bin ich häufig so am Ende, dass ich zu Hause erst einmal Schlafen muss und somit nicht mehr viel vom Tag habe, da ich diesen im großen und ganzen verschlafe
  • Wenn man beim Einkaufen ist, hat man zwar die ganzen normalarbeitenden Horden nicht, dafür aber dann Rentner und Mütter
  • Schicht ist eine Belastung für Körper und Geist
  • Ein geregelter „normaler“ Rhythmus existiert nicht mehr.
  • Das eigene soziale Umfeld schränkt sich nach und nach immer mehr ein
  • Eingeschoben
  • Beim überfliegen meines eigenen Beitrages, fällt mir gerade auf, dass meine Liste mit den Contra Punkten, weitaus länger ist als die Pro-Liste. Komisch das ich eigentlich so viele Contra Punkte in den Wind geschossen habe. Oder sie vielleicht, aus Ermanglung von Erfahrungen, nicht wusste oder kannte. Die Argumente einfach nicht auf dem Schirm gehabt hatte. Warum auch immer. Allerdings will ich behaupten, dass ich ein ziemlicher Dickschädel bin. Der meint seinen Kopf durchsetzten zu müssen. Einmal den Floh im Ohr, kaum noch davon abzubringen. Ob DAS vielleicht sogar was mit meinem Sternzeichen zu tun hat? Sofern Sternzeichen überhaupt Einfluss auf unser Wesen nimmt oder nehmen kann.
  • Mein Fazit zur Schicht
  • Mittlerweile dürfte offensichtlich klar sein, dass ich nach fast 2 Jahren im Schichtbetrieb, nicht mehr sonderlich viel davon halte. Schon längerfristig den Plan schmiede wieder geregelten Arbeitszeiten nach zu gehen. Beides hat so seine Vorteile. Aber auch die Nachteile dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Man sollte ihnen beiden aber eine gleiche gewichtung zukommen lassen. Sowohl Pro, als auch Contra. Die Entscheidung im Schichtbetrieb zu arbeiten, gerade in der Dreischicht (Früh, Spät, Nacht), die in diversen Wohneinrichtung gang und gäbe sind, sollte gut durchdacht und überlegt sein. Selbst wenn man es unbedingt machen möchte und einen Dickschädel hat, wie ich ihn habe, sollte man es sich immer mehrfach überlegen. Die Entscheidung muss letztlich jeder für sich treffen. Eben so die Erfahrung dazu sammeln. Auch wenn mir sämtliche Leute, seien es Bewohner als auch Kollegen, sehr ans Herz gewachsen sind, möchte ich das für mich nicht mehr machen. Blöd gesagt, wobei so blöd ist das gar nicht, soll und muss ich auch auf mich selbst achten. Und sobald man merkt, dass es einem an die Gesundheit psychisch als auch physisch geht, sollte man so schnell wie möglich einen Punkt setzten. Am Ende ist es sonst zu spät. Man weiß das ja nicht so genau. 

Nachtdienst

Bin etwas am überlegen ob ich nicht mal ein Gespräch mit meiner Chefin suchen soll. Bin mir da aber nicht so sicher.

Hätte nämlich ein Anliegen. Möchte nämlich eigentlich kläre, ob man mich etwas aus den Nachtdiensten rausnehmen kann. Dass ich die nächsten Monate mal nur 1 bis maximal 2 Nachtdienste mache. Weils mir gerade ein wenig zu viel wird.

Gerade dann, wenn ich im Monat 4 bis 5 dieser Art habe. Aber eigentlich kann ich mir die Frage schon selber beantworten.

Wahrscheinlich wird man mir erzählen, dass schließlich jeder Nachtdienst machen muss. Und man da nicht einfach mal sagen kann, man will nicht mehr so viele machen. Es aus der Sicht der anderen wahrscheinlich unfair erscheinen würde. Und das eben einfach nicht geht, dass ich nur 1 bis 2 Nächte im Monat mache. Außerdem bin ich ja Fachkraft.

Aber muss das heißen, nur weil ich Fachkraft bin, muss ich mir alles gefallen lassen? Nur weil ich Fachkraft bin, muss ich mich kaputt machen? Nein eigentlich nicht. Und eigentlich bin ich mit ein paar wenigen anderen eigentlich die Fraktion, die einiges schon seit längerem unfair finden müsste. Gehöre nämlich zu der Fraktion, bei der man denkt „jaja die macht das schon. Mit der kann mans machen.“

Irgendwie alles ein wenig verwirrend.

„Kauf lieber qualitativ hochwertige Lebensmittel.“ Aus dem Alltag einer HEP, die manchmal etwas anders denkt.

Manchmal hat man es wirklich nicht ganz einfach. Gehe ich ein paar Monate zurück, so kommt mir eine Situation in den Sinn, die mir da über die Füße geflogen ist. Ein Zwiespalt beim Kauf von Lebensmitteln. Für die WG. Für 14 Bewohner.

Zwei unterschiedliche Ansichten, die aufeinander geprallt sind. Die farbigen Sätze sind in etwa das, was ich dazu zu sagen hatte.

„Du, ich muss mal mit dir reden. Du warst neulich ja beim Einkaufen.“

„Jop. So schaut es aus.“

„Ich hab gesehen, dass ihr da nur das ganze billige Zeug gekauft habt. Das ist ja eklig.“

„Wieso soll das eklig sein?“

„Die Produkte sind total wä. Die sind von der Qualität totaler Mist.“

„Wie kommst du denn jetzt da drauf?“

„Das weiß man doch.“

Woher weißt du das?“

„Darauf will ich gar nicht hinaus.“

„Worauf dann?“

„Das nächste mal kauf doch bitte hochwertigere Lebensmittel.“

„Warum? Damit ich mehr Geld ausgebe?“

„Damit hat das nichts zu tun. Aber das was da drin ist, ist doch totaler Mist. Das sind keine guten Lebensmittel. Und was da erst alles drin ist. Will ich gar nicht dran denken. Oder hast du solche Lebensmittel zuhause?“

„Ist schon klar, dass wir Monatlich nur ein begrenztes Budget für Lebensmittel zur Verfügung haben. Ich verstehe außerdem das Problem nicht. Warum sollte ein Produkt so viel schlechter sein, nur weil es nicht Hochland heißt und auf das selbe Produkt 1,50 Billiger ist? Und natürlich habe ich solche Lebensmittel in  meinem Kühlschrank. Glaubst du ernsthaft ich gebe da nen Haufen Geld aus, damit ich den Namen bezahl?“

Letztlich wurde ich darum Gebeten, lieber weniger einzukaufen, als auf Produkte wie z.B. JA zurück zu greifen oder weiter unten im Regal zu schauen, damit die Lebensmittel bis zum nächsten Einkauf ausreichen und das Budget nicht überschritten wird. Weil die Produkte schlecht sind. Grundsätzlich. Läuft wahrscheinlich dann genau darauf hinaus, dass spätestens am Mittwoch keine Lebensmittel mehr im Haus zu finden sind. Was Käse und Co. angeht zumindest. Gemüse wahrscheinlich auch. Gibt’s dann eben Suppe aus der Tüte 😉

Hatte dann versucht mit einem Bericht zu argumentieren, den ich mal gesehen hatte. Ging es im Grunde darum, warum Aldi beispielsweise seine Produkte so günstig verkaufen kann, im vergleich zu anderen Supermärkten. Was nichts mit der Qualität zu tun hat. Sondern an ein paar wenigen, aber total banalen Gründen liegt.

  • Verkauf aus der Schachtel = Personalersparnis beim Einräumen der Regale
  • Kleinere Produktpalette (eine Sorte des Produkts, anstatt 10) = Aldi verkauft das Produkt schneller, als das der Lieferant die Rechnung schickt bzw. es eigentlich Liefert
  • Logistikersparnis (Lagerersparnis) durch den flotten Verkauf
  • Gemüse/Obst wird in großen Mengen gekauft = Mengenrabatt beim Hersteller

Wegen ein paar wenigen Gründen, ist es Aldi dann eben möglich, dadurch das sie gewisse Einsparungen haben, diese Einsparung auf den Kunden umzulegen indem sie die Produkte günstig an den Endverbraucher verkaufen.

Meine Argumentation hat aber leider nicht so ganz gezogen.

Versuchte ich es also mit einer anderen. Um zu überzeugen, dass Billig nicht immer gleich schlecht ist.

Hat mir irgendwann mal, vor einiger Zeit, jemand erzählt, er/sie hätte zu Schülerzeiten in den Sommerferien, bei der Ortsansässigen Käserei einen Nebenjob in der Verpackung gemacht. Stellt diese Käserei übrigens Weichkäse her. Oder war es bei der anderen die hier in der Gegend ist? Egal. Bei einer von beiden eben.

Erzählte mir diese, dass sie da am Laufband die Käse verpackt hätte. Erst den, der im Laden unter den teuren verkauft wird. Irgendwann hieß es, während der Schicht, es würde nun gewechselt und der „billige“ Verpackt. Daraufhin fragte die Person ob denn jetzt auch ein anderer Käse aufgelegt wird. Daraufhin wurde  erklärt, dass es keinen anderen Käse gibt. Es der selbe Käse ist, nur mit einer anderen Verpackung drum rum.

Wirklich überzeugend schien ich aber immer noch nicht gewesen zu sein. Mal abgesehen davon, dass man inzwischen sogar bei den Discountern ganz schöne Auflagen bekommt, damit man überhaupt im Sortiment aufgenommen wird. Der kleinste Fehler kann ein Unternehmen, gerade ein kleines, in den Ruin stürzen.

Allerdings sind dazu wohl die Meinungen etwas zu unterschiedlich unter den Mitarbeiter. Weshalb man nie zu einer wirklich Sinnbringenden Entscheidung kommen wird, die für alle Beteiligten gut ist.

Neulich übrigens, ist noch gar nicht so lange her, einen Rüffel bekommen. Dachte mir, so wenn ihr Qualität haben wollt, kaufe ich eben nur Markenprodukte. Prompt sahen die Kühlschränke danach nicht wirklich viel voller aus. Mal ganz zu schweigen davon, dass wir 250 € ausgegeben haben. Haben dann einen Rüffel bekommen, weil 250 € für einen Wocheneinkauf zu viel ist.

Ja was denn jetzt?!?! Entweder kaufe ich Markenprodukte und gebe dafür haufenweise Geld aus das ich eigentlich nicht ausgeben müsste. Oder ich kaufe die Günstigeren für gut 100 € weniger, bekomme dafür aber eins aufs Dach, weil es „schlechte“ Produkte sind.

Immer dieser Zwiespalt zwischen „Hochwertig“ kaufen aber dennoch Geld sparen müssen. Weil das Budget begrenzt ist.

Falls einer meiner Kollegen das jetzt lesen sollte:

Liebe Kollegen,

dies ist keinen Falls böse gemeint. Möchte ich damit auch keinem zu nahe treten. Ist ja schön und recht, wenn ihr so viel Geld für Lebensmittel ausgebt. Meine Einstellung kennt ihr jedoch, dass ich nicht einsehe für Markenprodukte teilweise das  doppelte zu Zahlen. Die nicht unbedingt viel besser sind.

Mal davon abgesehen, dass das Budget für Lebensmittel nur sehr begrenzt ist. Und 14 Bewohner + täglich bis zu 6 Mitarbeiter davon versorgt werden sollen. Da müssen Abstriche irgendwo gemacht werden. Ach übrigens. Neulich war Gemüse am Dienstag Abend bereits vergriffen. Ganz zu schweigen vom Obst. Brot Belag war auch nicht mehr wahnsinnig viel da.

Kaffeetrinken und Zeitung lesen. Der Alltag eines HEPs?

„Du trinkts da doch nur Kaffee und liest dabei Zeitung!“

„Was tust du da eigentlich? Bauklötze spielen? Türmchen bauen und Bilder malen oder?“

„Da wird doch nix gearbeitet. Zumindest nix richtiges. Ihr macht euch da schon nen chilligen Job.“

Sprüche die ich früher immer mal zu hören bekam, wenn ich erzählte ich würde eine Ausbildung zur HEP machen. Alleine die Aussage, was ich für eine Ausbildung mache, hatt bei den meisten erst mal Fragezeichen im Gesicht verursacht. Weil man das noch nie gehört hat. (Habe ich bestimmt einfach mal erfunden und mir aus der Nase gezogen:))

Bei der näheren Erläuterung, dass es da um die Betreuung von Menschen mit Behinderung geht, folgten eben immer mal die oberen Sätze. Die mich hin und wieder zur puren Weißglut trieben. Weil das gar nicht stimmt. Alles andere, nur stimmen tuts nicht.

Gerade dann, wenn ich einen Arbeitstag hinter mir habe, wie am Montag, weiß ich ganz genau, ich trinke definitiv nicht nur Kaffee und lese auch kein einziges Wort in einer Zeitung.

Als HEP legt man nicht mal eben die Füße hoch

Lasst mich euch einen kurzen Einblick in meinen Job erlauben. Am besten einen kleinen Einblick, in den Arbeitstag am Montag.

Arbeitsbeginn 15:30 Uhr. Jacke runter, in die Hausschuhe rutschen. Schnell an den PC und kurz überfliegen was an Mails und Tagesdoku vorhanden ist. Am besten Zeitgleich noch den Kaffee aufsetzen, kommen die ersten Bewohner schon um 15:40 Uhr von der Werkstatt nach Hause. Und die erste wird, kaum das sie den Wohnbereich im oberen Stock (in dem ich übrigens Dienst hatte) betreten hat (besser befahren), nach einem Kaffee fragen. Und das so lange, bis sie ihre Tasse  bis an den Rand gefüllt, vor sich stehen hat. Vorher wird keine Ruhe herrschen.

Kaum vom PC weg, steht auch die erste Bewohnerin mit ihrem Rolli im Wohnbereich. „Du….kann ich Kaffee?“ Hab ichs doch geahnt. „Mit Milch?“ „mmmmmh. Jap“ Allerdings hatte ich dann immer noch keinen Frieden, musste ich mir gefühlt hundert mal anhören, wann Fasching ist und ob besagte Bewohnerin doch bitte in ihren Schrank schauen darf.

Zwischenzeitlich mal zu unserem aktuell Kranken bewohner geschaut, der derzeit in der WG bleibt. Und Tagesbetreuung von der Bereitschaft hat. Er lag im Bett und schlief. Sollte ihn jetzt allerdings nicht all zu lange schlafen lassen. Schläft der sonst ja Nachts nicht. Und hält die Bereitschaft wach.

Vorher aber noch schnell nach der Wäsche schauen. Gut, alles vom Tagdienst bereits soweit weggewaschen. Lobenswert. Muss ich das schon nicht mehr tun, nachdem ich bis 18 Uhr, mit 4 Bewohnern  alleine bin. Wegen Personalersparnis. Hätte zwar auf den Springer im Stockwerk unter mir zugriff. Macht aber keiner. Kann schließlich nur auf einem Stockwerk mit zwei laufen. Frau Rennt dann leiber alleine. Bis die Bereitschaft ca 2 Stunden später zur unterstützung kommt.

Mittlerweile war bereits Bewohner drei zuhause eingetrudelt. Der dann auch noch regelmäßig, nachdem ich ihm die Jacke und die Straßenschuhe ausgezogen hatte, nach Trinken rief. Welches ich ihm eingeben muss, da er selber nicht trinken kann.

Zwischen Tür und Angel, verfrachtete ich dann, die Kaffeetante, auf die Toilette. Inklusieve Lifter. Nahm bereits den Schlafanzug mit, damit ich sie schon mal umziehen konnte. Wenn sie schon auf dem Klo ist. Natürlich bekam sie noch einen Pulli. Damit es eher nach Daheimrum Kleidung und nicht nach Schlafi aussah.

Die Beine hoch gelegt? Fehlanzeige.

Für nen Kaffee ist immer Zeit

Kaum hatte ich das Badezimmer verlassen, schoss bereits die letzte im Bunde auf die Etage. Ein relativ kurzes Hallo. Darauf ein pampiges „Ist hier n Klo frei.“ Okay. Ich merk schon. Schlechte Laune lässt stark grüßen. War schon auf das schlimmste Vorbereitet, als ich ihr sagte, dass ihre Schwester gerade das Klo blockiert. Nichts. Irgendwas stimmt da gerade nicht so ganz.

Den Kaffee den ich ihr anbot, konnte sie aber so gut wie nicht abschlagen. Ich selbst hatte bis dato lediglich zwei Schluk meines Kaffees getrunken. Im Vorbei rennen. Zwischen Tür und Angel. Kalt war er inzwischen auch noch. Na prima. Aber kalter Kaffee macht ja bekanntlich schön. Den Tee, welchen ich mir kurz vorher gekocht hatte, hatte ich inzwischen auf Ex runter gekippt. Konnte nicht mal sagen ob er gut war.

Die Rauchen doch alle bloß

Kaum einen Schluck Kaffee zu mir genommen, der ja kalt war, hüpfte ich ins Zimmer des Kranken. Der muss aufstehen. Rausgezogen. Richtung Toilette buchsiert. Einlagenwechsel eindeutig notwendig. Laut Doku hatte er ziemlich viel Getrunken. Die Einlage bestätigte mir auch die Dringlichkeit eines Wechsels.

Weiter gehts. Kaum das dieser auf dem Klo saß, schoss ich auch schon wieder ins andere Bad. Beziehungsweise hatte ich es vor. Hielt dennoch kurz inne und dachte so bei mir, ich könnte eigentlich eine Zigarette vertragen. Weshalb ich zwischen den Zeilen kurz auf den Balkon verschwand um der Sucht zu fröhnen.

Jeder andere Raucher würde dafür mindestens 5 minuten brauchen. Ich schaffs in 2 1/2. Ich hab auf die Uhr geschaut. Nikutin abgedeckt. Genuss flöten gegangen. Oder auf Urlaub in den Malediphen. Kommt erst in ein paar Tagen zurück.

Sofortiger abgang ins Bad. Kaffeetante vom Klo geholt. Schalfanzughose anziehen in der Eile verspickt. Hatte ich sie schon im Rolli sitzen als es mir augefallen ist. Naja, mach ichs eben später und richte jetzt nur mal oben rum.

Tiefer Schluck aus der Kaffeetasse. Rin zum Kranken. Vom Klo geholt. Schlafanzug angezogen.

Grantler muss auch noch zur Pflege. Wäre nicht schlecht. Habe ich sonst fünf Kilo Einlage an der Hand hängen. Für die etwas schlecht gelaunte Bewohnerin immer nur für einen Kurzen Moment Zeit zum schwatzen. Ärgert man sich dann schon, wenn man weiß dass im unteren Stock auf 2 Betreuer die selbe Anzahl Bewohner kommt. Die ich alleine schmeiße. Fühlt sich nicht gut an. Wirklich nicht.

Wie war das mit der Zeitung?

Inzwischen, nachdem ich drei Leute gepflegt hatte, fünf Schluck Kaffee getrunken hatte, und eine 2 1/2 Minuten-Zigarette hatte, war es Zeit Abendessen herzurichten. Bei genauere Betrachtung des Kühlschrankes viel mir allerdings auf, dass Brotbelag relativ rar war. Sollte vielleicht fürs Frühstück übrig bleiben. Gemüse schien so oder so Mangelwahre darzustellen.

Entsprechend suchte ich die Tiefkühle nach einem halbwegs schnellen Gericht ab. Das man einfach schnell in die Pfanne knallt und gut ist. Wurde Fisch mit Kartoffeln draus. Nebenher, während ich für die ganze Mannschaft kochte, noch der Kaffeetante beim verkleiden geholfen. Hatte sie doch tatsächlich ihr Kostüm in die Finger bekommen.

Multitaskintechnisch sogar noch rausbekommen, warum die Schwester so schlechte Laune hatte. Der Bus kommt früher. Also der Fahrdienst. Weils angeblich nicht anders geht. Und sie immer ein paar Minuten zu spät in die Werkstatt kommen. Hauptproblem war eigentlich, dass die Schwester jetzt etwas früher aufstehen muss. Ganz zu schweigen, dass sie in der Früh weniger Zeit hat.

Um aufs Zeitunglesen zurück zu kommen. Habe ich allerhöchstens die Anleitung gelesen, wie ich den Fisch in der Pfanne am besten bearbeite. War ich mir da nicht ganz sicher. Eine Zeitung hatte ich bis dahin,  nicht ein einziges mal in der Hand. Und selbst wenn ich es getan hätte, hätte ich mich lediglich über das Titelbild gewundert. Der Inhalt mir gänzlich unbekannt. Und ein Rätsel.

Wenn dann doch mal Ruhe rein kommt.

Gegen 18 Uhr trudelte dann auch meine Verstärkung ein. Was zur Folge hatte, dass etwas mehr Ruhe in die Sach rein kam. Ich sogar Zeit hatte, nach dem Abendessen in aller Ruhe eine Zigarette zu rauchen und sie auch zu genißen.

Mal davon abgesehen, dass ich noch zwei Bewohner zu Bett brachte. Und einer der Beiden, Liebensgewürzigerweise, Durchfall hatte. Fand ich auf die Uhrzeit dann nicht mehr so toll. Von den Latschen gehauen hat es mich eindeutig nicht.

Bewohner soweit fertig. Allerdings noch nicht mit der Arbeit. Wäsche abhängen und zusammenlegen. Maschiene anschmeißen, in der sich innerhalb der letzten Stunden, doch einiges Angesammelt hat. Damit es am nächsten Tag fertig ist.

Küche in Ordnung bringen. Geschirr weg räumen. Tisch wischen. Spüli anschmeißen. Herd sauber machen, Töpfe von Hand spülen, die nicht mehr in die Spüli passen. Doku schreiben. Kontrollieren ob ich alles Abgezeichnet habe, was ich gemacht hatte (Medigabe, Stuhlgang etc.)

Zum Glück musste heute keiner mehr Baden.

Punkt 21 Uhr abgestempelt. Völlig entnervt. Gelöchert wie ein Schweizer Käse von den imme wiederkehrenden Fragen, die kamen.

Chillig? Eindeutig was anders, dass aber definitiv nicht. Badewanne ist mein Ziel und dann ins Bett. Herzlichen Glückwunsch.