Wie ich zum Fotografieren kam Teil 1

Zwischendurch erzähle ich mal was anderes. Möchte ich mich nicht die ganze Zeit damit auseinander setzten, wie bescheuert ich z.B. meine Vermieter und meine Wohnung finde. Oder wie sehr mir manch andere Sachen auf den Geist gehen.

Deswegen, möchte ich mich mitunter heute damit auseinander setzten, wie ich eigentlich zum Fotografieren gekommen bin. Allerdings muss ich da gerade selber ein wenig drüber nachdenken….

2016, wie alles anfing.

Anfang 2016 nahm alles seinen Lauf. Ich war gerade seit gut 6 Monaten mit meiner Ausbildung fertig. War als Fachkraft angestellt und verdiehnte endlich ein bisschen mehr Geld.

Viele, die im sozialen Bereich ihre Ausbildung gemacht haben, kommen meist nach der Ausbildung auf die Idee, irgendwo durch die Welt zu trampen. Erst mal ein Jahr lang nichts zu tun oder in der Weltgeschichte, durchgehend herum zu reisen.

Die Vorstellung, einfach mal ein Jahr lang durch die Welt zu reisen, finde ich auch heute noch irgendwie faszinierend. Ich selbst war zu der Zeit aber total von Irland fasziniert. Die grüne Insel. Der Rest der Welt, naja, mal schauen was sich so in den nächsten Jahren alles ergibt.

Durch einen Zufall erzählte ich einer Freundin, die bereits seit ein paar Jahren mit der Camera on tour war und ich das irgendwie nie so nachvollziehen konnte, wie man ewig rumfotografieren kann, davon, dass ich so gerne nach Irland wollte. Aber niemanden hatte, der mit fahren will.

Mein damaliger Partner war von der Irland Idee alles andere als begeistert. Nass, kalt und mehr Kultururlaub als Strandurlaub.

Wir hatten einfach eine unterschiedliche Vorstellungen von Urlaub. Ich war diejenige, die im Urlaub nicht nur faul irgendwo am Strand liegen wollte. Wenn ich schon in ein Land fahre, möchte ich auch was von dem Land sehen. Das Land auch irgendwie Leben und Erleben. Insgesamt bin ich ein Freund der guten Mischung. Erholung aber auch was sehen wollen.

Mein damaliger Partner hingegen war der Typische All-in Strandurlaub Mensch. Urlaub diente hier schlicht weg nur der Erholung. Und die einzige Abwechslung, so zumindest mein Gefühl, bestand darin, sich an sämtlichen Buffets den Wanzt voll zu schlagen um dann wieder an den Pool oder an den Strand zu pilgern. Na danke auch.

Meine Fotofreundin hingegen, war vollauf von der Idee begeistert. Denn sie wollte zwecks Fotos auch nach Irland. Und so kam es, dass wir beiden entschieden gemeinsam nach Irland zu fliegen.

Ziemlich zu Anfang warnte mich meine Fotofreundin dann vor, sie wolle hauptsächlich zum Fotografieren dort hin, nur das ich das schon mal wüsste. Im ersten Moment dachte ich mir, na suuuuper, das kann ja was werden.

Da stehst du dann ewig da. Guggst doof in der Gegend rum und wartest das es irgendwann mal weiter geht. Was letztlich zur Folge hatte, dass ich mich damit auseinander setzte, was eigentlich wäre, wenn ich mir nicht einfach auch eine Camera besorge und anfange zu Fotografieren.

Im Grunde hätte ich jetzt einen Grund, mir endlich eine Spiegelreflex zuzulegen und endlich mal damit anzufangen, anständige Bilder zu machen, die über die Digikam des Normalos hinaus gingen.

Denn eigentlich, wenn ich ehrlich bin, fand ich meine Digitalkameras immer schon ziemlich bescheuert. Gerade wenn du versuchst im Dunklen zu fotografieren. Dann verschwimmt und verwackelt ständig das Bild und so weiter und sofort.

Dann der Schlag ins Gesicht. Musste ich mit Ernüchterung feststellen, so eine Spiegelreflex ist ganz schön teuer. Und um so mehr Zubehör dazu kommt, desto teurer wird der Spaß.

Super schon wieder so ein Hobby ausgesucht, dass ein Schweine Geld kostet. Wäre ja nicht so, als würde ich schon zwei sau teure Hobbys betreiben. Selbst gebraucht sind die Dinger ja noch sau teuer.

Irgendwann stolperte ich dann über eine Nikon D100. Die auf Ebay, inkl. Akku, Ladegerät und Objektiv für 100 € verkauft wurde. Die nehme ich! Wunderbar!

Und so nahm alles seinen Lauf. Mit einer Nikon D100, einem uralten Schinken, einem gebrauchten Stativ und ein paar Filtern, die nicht gerade sehr nobel waren, stieg ich einige Monate später in den Flieger. Völlig gespannt darauf, was eigentlich alles auf mich zu kommt, gleichzeitig aber auch keine Ahnung von dem was ich eigentlich tun werde.

Geschweigedenn dass ich wüsste wie man anständig fotografiert. Gerade das ich wusste wie meine Camera an geht und wo ich den Auslöser drücken muss.

Das einzige was mir damals klar war: Mit ein bisschen am Objektiv drehen, aufs Motiv drauf halten und den Auslöser drücken ist das ganze nicht getan. Dazu braucht es dann doch etwas mehr.