Witzig…oder auch nicht

Neulich Vorstellungsgespräch gehabt. Hatte eine relativ lange Anreise für ein Vorstellungsgespräch. Im Gespräch wurde ich dann gefragt, wie ich denn so ungefähr auf die Idee käme, in meinen jungen Jahren und mit meiner Berufserfahrung, mich auf eine leitende Stelle zu bewerben. Nun ja. Früh übt sich. Kurzzeitig fragte ich mich dann, warum ich überhaupt über 100 km gefahren bin, wenn man eigentlich nicht vor hatte mich einzustellen. Oder es zumindest in Erwägung zieht. Das hätte man mir auch am Telefon sagen können.

Letztlich stellte sich heraus, dass man darauf hinaus wollte, ob ich mir auch die Stellvertretung vorstellen könnte. Weil ihnen noch Berufserfahrung fehlt. Hatte bejaht das auch eine Stellvertretung in Ordnung wäre.

Allgemein empfand ich die Fragen beim Gespräch situativ sehr provokativ. Und hab mich teils sogar gefragt, ob die Frage eben überhaupt so zulässig ist. Und ob ich Antworten muss. Aber ist wohl Strategie. Wollten vielleicht wissen, wie ich mit Stress umgehe. Oder so.  Haben irgendwie ein bisschen guter Bulle, böser Bulle gespielt.

Zwei Tage später der Anruf. Sie hätten sich lange unterhalten. Und entschieden, dass sie mich weder als Leitung noch als Stellvertretung einstellen wollen würden. Dafür aber für den normalen Gruppendienst. Natürlich wegen der Berufserfahrung.

Ich hasse so was. Da hackt man ewig auf der Berufserfahrung herum. Ich bin eben erst 25….und habe noch keine 30 Jahre Berufserfahrung. Sorry. Mal ganz zu schweigen, dass immer erst ab dem Punkt gerechnet wird, ab dem man aus der Ausbildung kam. Weil eigentlich bin ich inzwischen seit 6 Jahren in diesem Bereich tätig. Bin ja nicht nur dagesessen und habe Daumen gedreht.

Die ersten zwei Jahre bin ich als Praktikant, wie eine normale Angestellte gelaufen. Vollzeit. Für 450 €, von denen mir damals unter 400 € übrig geblieben sind. Und das über 2 Jahre hinweg. Aber gut. Lassen wir mal so stehen.

Neulich bei der Regionalen Zeitung, eigentlich gestern, eine Stellenausschreibung gesehen, von bevorzugtem Betrieb. Leitung. Auf die Stelle, so bilde ich mir ein, hatte ich mich vor gut einem halben Jahr schon mal beworben. Die hatte man dann aber anderweitig besetzt. Komisch, dass die jetzt wieder frei wird.

Hatte glaube ich schon mal erzählt, von der Absage neulich und dass die selbe Stelle am nächsten Tag wieder ausgeschrieben war. Glaube ich.

Nachdem ich nun nicht wusste, wie ich mich jetzt verhalten soll und überhaupt nochmal bewerben, habe ich kurzerhand mit der Leitung kontakt aufgenommen. Weil ich wissen wollte was eigentlich Sache ist. Wollte einfach wissen, ob ich nicht mehr erwünscht bin. Oder ob ich nochmal ne Bewerbung raushauen soll.

Leitung wusste gar nicht so wirklich bescheid über die Bewerbungssache. Wäre da nicht so recht involviert gewesen. Würde es aber befürworten wenn ich wieder komme. Sollte doch einfach mal mit meinen Bewerbungsunterlagen vorbei kommen. Dann könnte man sich unterhalten. Wollte außerdem bei den entsprechenden Stellen nochmal nachhacken.

War heute da. Bin einfach mal vorbei gekommen. Leitung war aber da gerade leider nicht da. Habe es dann einem Kollegen gegeben, der es weiter leitet. Ganz sicher hat er gesagt. Versprochen. Hoffe er hält es auch. Bin mal gespannt, ob Leitung sich die Tage bei mir meldet. Vielleicht können wir auch einen Termin ausmachen. Und ich komm da dann fix vorbei. Oder so in die Richtung. Keine Ahnung. Mal schauen was passiert.

Hoffe nur, dass es zügig vorwärts geht.

 

„Kauf lieber qualitativ hochwertige Lebensmittel.“ Aus dem Alltag einer HEP, die manchmal etwas anders denkt.

Manchmal hat man es wirklich nicht ganz einfach. Gehe ich ein paar Monate zurück, so kommt mir eine Situation in den Sinn, die mir da über die Füße geflogen ist. Ein Zwiespalt beim Kauf von Lebensmitteln. Für die WG. Für 14 Bewohner.

Zwei unterschiedliche Ansichten, die aufeinander geprallt sind. Die farbigen Sätze sind in etwa das, was ich dazu zu sagen hatte.

„Du, ich muss mal mit dir reden. Du warst neulich ja beim Einkaufen.“

„Jop. So schaut es aus.“

„Ich hab gesehen, dass ihr da nur das ganze billige Zeug gekauft habt. Das ist ja eklig.“

„Wieso soll das eklig sein?“

„Die Produkte sind total wä. Die sind von der Qualität totaler Mist.“

„Wie kommst du denn jetzt da drauf?“

„Das weiß man doch.“

Woher weißt du das?“

„Darauf will ich gar nicht hinaus.“

„Worauf dann?“

„Das nächste mal kauf doch bitte hochwertigere Lebensmittel.“

„Warum? Damit ich mehr Geld ausgebe?“

„Damit hat das nichts zu tun. Aber das was da drin ist, ist doch totaler Mist. Das sind keine guten Lebensmittel. Und was da erst alles drin ist. Will ich gar nicht dran denken. Oder hast du solche Lebensmittel zuhause?“

„Ist schon klar, dass wir Monatlich nur ein begrenztes Budget für Lebensmittel zur Verfügung haben. Ich verstehe außerdem das Problem nicht. Warum sollte ein Produkt so viel schlechter sein, nur weil es nicht Hochland heißt und auf das selbe Produkt 1,50 Billiger ist? Und natürlich habe ich solche Lebensmittel in  meinem Kühlschrank. Glaubst du ernsthaft ich gebe da nen Haufen Geld aus, damit ich den Namen bezahl?“

Letztlich wurde ich darum Gebeten, lieber weniger einzukaufen, als auf Produkte wie z.B. JA zurück zu greifen oder weiter unten im Regal zu schauen, damit die Lebensmittel bis zum nächsten Einkauf ausreichen und das Budget nicht überschritten wird. Weil die Produkte schlecht sind. Grundsätzlich. Läuft wahrscheinlich dann genau darauf hinaus, dass spätestens am Mittwoch keine Lebensmittel mehr im Haus zu finden sind. Was Käse und Co. angeht zumindest. Gemüse wahrscheinlich auch. Gibt’s dann eben Suppe aus der Tüte 😉

Hatte dann versucht mit einem Bericht zu argumentieren, den ich mal gesehen hatte. Ging es im Grunde darum, warum Aldi beispielsweise seine Produkte so günstig verkaufen kann, im vergleich zu anderen Supermärkten. Was nichts mit der Qualität zu tun hat. Sondern an ein paar wenigen, aber total banalen Gründen liegt.

  • Verkauf aus der Schachtel = Personalersparnis beim Einräumen der Regale
  • Kleinere Produktpalette (eine Sorte des Produkts, anstatt 10) = Aldi verkauft das Produkt schneller, als das der Lieferant die Rechnung schickt bzw. es eigentlich Liefert
  • Logistikersparnis (Lagerersparnis) durch den flotten Verkauf
  • Gemüse/Obst wird in großen Mengen gekauft = Mengenrabatt beim Hersteller

Wegen ein paar wenigen Gründen, ist es Aldi dann eben möglich, dadurch das sie gewisse Einsparungen haben, diese Einsparung auf den Kunden umzulegen indem sie die Produkte günstig an den Endverbraucher verkaufen.

Meine Argumentation hat aber leider nicht so ganz gezogen.

Versuchte ich es also mit einer anderen. Um zu überzeugen, dass Billig nicht immer gleich schlecht ist.

Hat mir irgendwann mal, vor einiger Zeit, jemand erzählt, er/sie hätte zu Schülerzeiten in den Sommerferien, bei der Ortsansässigen Käserei einen Nebenjob in der Verpackung gemacht. Stellt diese Käserei übrigens Weichkäse her. Oder war es bei der anderen die hier in der Gegend ist? Egal. Bei einer von beiden eben.

Erzählte mir diese, dass sie da am Laufband die Käse verpackt hätte. Erst den, der im Laden unter den teuren verkauft wird. Irgendwann hieß es, während der Schicht, es würde nun gewechselt und der „billige“ Verpackt. Daraufhin fragte die Person ob denn jetzt auch ein anderer Käse aufgelegt wird. Daraufhin wurde  erklärt, dass es keinen anderen Käse gibt. Es der selbe Käse ist, nur mit einer anderen Verpackung drum rum.

Wirklich überzeugend schien ich aber immer noch nicht gewesen zu sein. Mal abgesehen davon, dass man inzwischen sogar bei den Discountern ganz schöne Auflagen bekommt, damit man überhaupt im Sortiment aufgenommen wird. Der kleinste Fehler kann ein Unternehmen, gerade ein kleines, in den Ruin stürzen.

Allerdings sind dazu wohl die Meinungen etwas zu unterschiedlich unter den Mitarbeiter. Weshalb man nie zu einer wirklich Sinnbringenden Entscheidung kommen wird, die für alle Beteiligten gut ist.

Neulich übrigens, ist noch gar nicht so lange her, einen Rüffel bekommen. Dachte mir, so wenn ihr Qualität haben wollt, kaufe ich eben nur Markenprodukte. Prompt sahen die Kühlschränke danach nicht wirklich viel voller aus. Mal ganz zu schweigen davon, dass wir 250 € ausgegeben haben. Haben dann einen Rüffel bekommen, weil 250 € für einen Wocheneinkauf zu viel ist.

Ja was denn jetzt?!?! Entweder kaufe ich Markenprodukte und gebe dafür haufenweise Geld aus das ich eigentlich nicht ausgeben müsste. Oder ich kaufe die Günstigeren für gut 100 € weniger, bekomme dafür aber eins aufs Dach, weil es „schlechte“ Produkte sind.

Immer dieser Zwiespalt zwischen „Hochwertig“ kaufen aber dennoch Geld sparen müssen. Weil das Budget begrenzt ist.

Falls einer meiner Kollegen das jetzt lesen sollte:

Liebe Kollegen,

dies ist keinen Falls böse gemeint. Möchte ich damit auch keinem zu nahe treten. Ist ja schön und recht, wenn ihr so viel Geld für Lebensmittel ausgebt. Meine Einstellung kennt ihr jedoch, dass ich nicht einsehe für Markenprodukte teilweise das  doppelte zu Zahlen. Die nicht unbedingt viel besser sind.

Mal davon abgesehen, dass das Budget für Lebensmittel nur sehr begrenzt ist. Und 14 Bewohner + täglich bis zu 6 Mitarbeiter davon versorgt werden sollen. Da müssen Abstriche irgendwo gemacht werden. Ach übrigens. Neulich war Gemüse am Dienstag Abend bereits vergriffen. Ganz zu schweigen vom Obst. Brot Belag war auch nicht mehr wahnsinnig viel da.