Woche 3 von 5

Es schneit draußen wie wahnsinnig und es ist schon wieder ziemlich dunkel. Eigentlich wäre heute der perfekte Tag, um in die Sauna zu gehen. Aber ich kann bzw. sollte immer noch nicht gehen. Wegen meinem Tattoo. Ist ja erst knapp 1 Woche alt. Und ich bin, im Moment, an dem Punkt angelangt, an dem es juckt und ich mich schäle wie eine Schlange. Naja, passt ja ein wenig zum Bild. Ist ja auch ne Schlange drin. Weiterlesen

Unter Stress

Einleitung, oder so ähnlich

Das ich in meinem Job einem gewissen Stresslevel ausgesetzt bin, ist mir durchaus klar. Das war mir von Anfang an bewusst, auf was ich mich da einlasse. Wobei, inzwischen ist es mir wohl noch bewusster, als es mir damals war, als ich mit jungen 18 Jahren in den sozialen Bereich eingestiegen bin. Mich entschieden habe mit Menschen mit Behinderung zu arbeiten. Weiterlesen

Muffen?

Neuer Job, in der „alten“ Arbeit. Neustart in der Wohngruppe. Altes Team, mit dem ich super konnte. Freuen tu ich mich echt riesig! Ich freue mich auf ein funktionierendes Team. Verschiedene Dienste und regelmäßig wechselnde Kollegen, mit denen ich zusammen arbeite.

Ausschlafen. Tagsüber spazieren gehen und Hobbys nach kommen. Zeit für mich. Zeit für das geliebte Hüh. Unter der Woche mal frei haben. Andere Aufgaben und Handlungsfreiräume. Weiterlesen

Jetzt ist es raus

Die Katze ist jetzt im übertragenen Sinne aus dem Sack. Neulich dem gesamten Team mitgeteilt, dass ich gekündigt habe. Weil ich eine andere Stelle habe.

 

Kurzer Moment der Schockstarre schien einzusetzen. Bis alle es irgendwie realisiert haben. Irgendwie hat es ein wenig gedauert, bis es in den Köpfen der Kollegen wirklich angekommen ist.

 

„Schade das du gehst.“

„Herzlichen Glückwunsch.“

„Warum gehst gerade du?“

„Langsam wird’s knapp mit dem Personal.“

„Alle gehen.“

„Warum gehen immer alle, die gut sind?“

 

Anmerkungen die ich durch die Bank zu hören bekam. Aber irgendwie haben sich die Meisten trotzdem gefreut, dass ich eine Stelle gefunden habe, auf die ich mich richtig freue. Hatte allerdings den Eindruck, dass keiner auf dem Schirm hatte, dass ich dort schon mal gearbeitet habe. Sei es drum.

Gespräche

Nach der Abgabe meiner Kündigung, gestern bereits mit Chefin kurz gesprochen. Wollte eigentlich nur ein kurzes Gespräch, was dann aber doch fast 20 Minuten angedauert hat. War eigentlich froh, es losgeworden zu sein. Beteuerte auch, dass es nicht am Team liegt, weil das ja in Ordnung ist.

Chefin schien am Rande der Verzweiflung zu sein, da es personell nicht sehr rosig aussah. Sie schien sich aber für mich zu freuen. Schockte mich aber auch für einen kurzen Moment. Denn aufgrund der Sachlage meines Vertrages, wäre meine Kündigungsfrist länger. Allerdings wäre noch was anderes machbar, um diese zu verkürzen. Da muss mir wohl irgendwas abhanden gekommen sein, was das betrifft.

Heute bei der Abteilungsleitung erschienen. Wollte mich dort auch noch persönlich zeigen und kurz erklären was es mit der Kündigung auf sich hat. Gehöre nämlich nicht zu der Fraktion, die das einfach so hin knallen und gehen. Auch er war recht überrascht über meine, doch so plötzliche, Kündigung. Bedauerte es sogar.

In diesem Zug fragte ich auch noch nach, ob ein Nebenjob machbar wäre. Ab und zu mal mithelfen oder einspringen. Dagegen spricht wohl nichts. Muss aber noch mit dem Kollegen besprochen werden. Meldet sich dann nochmal und sagt mir bescheid.

Von meinen Kollegen weiß es sonst noch keiner. Werde die nächsten Tage allerdings alle gemeinsam einweihen. Habe also doch noch nicht alles hinter mir. Ganz zu schweigen, dass ich es den Bewohnern noch irgendwie erklären sollte. Ein Teil wird es wahrscheinlich nicht ganz verstehen. Andere wiederum, wird es wahrscheinlich schon etwas mitnehmen. Werde mich auf diverse Tränenausbrüche Vorbereiten müssen.

Geschafft!

Habe heute einen Anruf erhalten. Von bevorzugtem Betrieb. Ich war am Telefon ganz aufgeregt. Habe die Zusage bekommen. In mir sind die Gefühle Achterbahn gefahren, weil ich mich so gefreut habe. Trotz dem Gefühl, dass Gespräch wäre nicht so doll gewesen, muss ich doch irgendwie überzeugt haben. Würde wohl alle Voraussetzungen erfüllen.

Ich freute mich, als wäre Weihnachten und Ostern auf einmal. Was das alles bedeutet. Ich kann wieder Vollzeit arbeiten. Kein Schichtdienst mehr, sondern normale Arbeitszeiten. Wochenende Frei. Feiertags frei. Und mir gefällt es dort richtig gut, muss man dazu sagen. Also das Arbeitsumfeld. Scheint einfach alles zu passen.

Heute also noch direkt meine Kündigung am Empfang, bei der Verwaltung, abgegeben. Mein Ansprechpartner war noch nicht da. Schreiben wurde ihm ins Fach gelegt. Somit habe ich meinen Part erfüllt.

Muss es jetzt nur noch meiner Chefin mitteilen. Weiß nicht so recht wie ich es ihr sagen soll. Aber verschweigen kann ich es auch nicht, denn es wird irgendwann raus kommen. So oder so.

Dennoch ist mir mit dem Anruf als auch der Kündigung, ein riesen Stein von den Schultern abgefallen. Dieses Gefühl ist wirklich sehr schön. So befreiend.

Witzig…oder auch nicht

Neulich Vorstellungsgespräch gehabt. Hatte eine relativ lange Anreise für ein Vorstellungsgespräch. Im Gespräch wurde ich dann gefragt, wie ich denn so ungefähr auf die Idee käme, in meinen jungen Jahren und mit meiner Berufserfahrung, mich auf eine leitende Stelle zu bewerben. Nun ja. Früh übt sich. Kurzzeitig fragte ich mich dann, warum ich überhaupt über 100 km gefahren bin, wenn man eigentlich nicht vor hatte mich einzustellen. Oder es zumindest in Erwägung zieht. Das hätte man mir auch am Telefon sagen können.

Letztlich stellte sich heraus, dass man darauf hinaus wollte, ob ich mir auch die Stellvertretung vorstellen könnte. Weil ihnen noch Berufserfahrung fehlt. Hatte bejaht das auch eine Stellvertretung in Ordnung wäre.

Allgemein empfand ich die Fragen beim Gespräch situativ sehr provokativ. Und hab mich teils sogar gefragt, ob die Frage eben überhaupt so zulässig ist. Und ob ich Antworten muss. Aber ist wohl Strategie. Wollten vielleicht wissen, wie ich mit Stress umgehe. Oder so.  Haben irgendwie ein bisschen guter Bulle, böser Bulle gespielt.

Zwei Tage später der Anruf. Sie hätten sich lange unterhalten. Und entschieden, dass sie mich weder als Leitung noch als Stellvertretung einstellen wollen würden. Dafür aber für den normalen Gruppendienst. Natürlich wegen der Berufserfahrung.

Ich hasse so was. Da hackt man ewig auf der Berufserfahrung herum. Ich bin eben erst 25….und habe noch keine 30 Jahre Berufserfahrung. Sorry. Mal ganz zu schweigen, dass immer erst ab dem Punkt gerechnet wird, ab dem man aus der Ausbildung kam. Weil eigentlich bin ich inzwischen seit 6 Jahren in diesem Bereich tätig. Bin ja nicht nur dagesessen und habe Daumen gedreht.

Die ersten zwei Jahre bin ich als Praktikant, wie eine normale Angestellte gelaufen. Vollzeit. Für 450 €, von denen mir damals unter 400 € übrig geblieben sind. Und das über 2 Jahre hinweg. Aber gut. Lassen wir mal so stehen.

Neulich bei der Regionalen Zeitung, eigentlich gestern, eine Stellenausschreibung gesehen, von bevorzugtem Betrieb. Leitung. Auf die Stelle, so bilde ich mir ein, hatte ich mich vor gut einem halben Jahr schon mal beworben. Die hatte man dann aber anderweitig besetzt. Komisch, dass die jetzt wieder frei wird.

Hatte glaube ich schon mal erzählt, von der Absage neulich und dass die selbe Stelle am nächsten Tag wieder ausgeschrieben war. Glaube ich.

Nachdem ich nun nicht wusste, wie ich mich jetzt verhalten soll und überhaupt nochmal bewerben, habe ich kurzerhand mit der Leitung kontakt aufgenommen. Weil ich wissen wollte was eigentlich Sache ist. Wollte einfach wissen, ob ich nicht mehr erwünscht bin. Oder ob ich nochmal ne Bewerbung raushauen soll.

Leitung wusste gar nicht so wirklich bescheid über die Bewerbungssache. Wäre da nicht so recht involviert gewesen. Würde es aber befürworten wenn ich wieder komme. Sollte doch einfach mal mit meinen Bewerbungsunterlagen vorbei kommen. Dann könnte man sich unterhalten. Wollte außerdem bei den entsprechenden Stellen nochmal nachhacken.

War heute da. Bin einfach mal vorbei gekommen. Leitung war aber da gerade leider nicht da. Habe es dann einem Kollegen gegeben, der es weiter leitet. Ganz sicher hat er gesagt. Versprochen. Hoffe er hält es auch. Bin mal gespannt, ob Leitung sich die Tage bei mir meldet. Vielleicht können wir auch einen Termin ausmachen. Und ich komm da dann fix vorbei. Oder so in die Richtung. Keine Ahnung. Mal schauen was passiert.

Hoffe nur, dass es zügig vorwärts geht.