Nachtdienst

Bin etwas am überlegen ob ich nicht mal ein Gespräch mit meiner Chefin suchen soll. Bin mir da aber nicht so sicher.

Hätte nämlich ein Anliegen. Möchte nämlich eigentlich kläre, ob man mich etwas aus den Nachtdiensten rausnehmen kann. Dass ich die nächsten Monate mal nur 1 bis maximal 2 Nachtdienste mache. Weils mir gerade ein wenig zu viel wird.

Gerade dann, wenn ich im Monat 4 bis 5 dieser Art habe. Aber eigentlich kann ich mir die Frage schon selber beantworten.

Wahrscheinlich wird man mir erzählen, dass schließlich jeder Nachtdienst machen muss. Und man da nicht einfach mal sagen kann, man will nicht mehr so viele machen. Es aus der Sicht der anderen wahrscheinlich unfair erscheinen würde. Und das eben einfach nicht geht, dass ich nur 1 bis 2 Nächte im Monat mache. Außerdem bin ich ja Fachkraft.

Aber muss das heißen, nur weil ich Fachkraft bin, muss ich mir alles gefallen lassen? Nur weil ich Fachkraft bin, muss ich mich kaputt machen? Nein eigentlich nicht. Und eigentlich bin ich mit ein paar wenigen anderen eigentlich die Fraktion, die einiges schon seit längerem unfair finden müsste. Gehöre nämlich zu der Fraktion, bei der man denkt „jaja die macht das schon. Mit der kann mans machen.“

Irgendwie alles ein wenig verwirrend.

„Kauf lieber qualitativ hochwertige Lebensmittel.“ Aus dem Alltag einer HEP, die manchmal etwas anders denkt.

Manchmal hat man es wirklich nicht ganz einfach. Gehe ich ein paar Monate zurück, so kommt mir eine Situation in den Sinn, die mir da über die Füße geflogen ist. Ein Zwiespalt beim Kauf von Lebensmitteln. Für die WG. Für 14 Bewohner.

Zwei unterschiedliche Ansichten, die aufeinander geprallt sind. Die farbigen Sätze sind in etwa das, was ich dazu zu sagen hatte.

„Du, ich muss mal mit dir reden. Du warst neulich ja beim Einkaufen.“

„Jop. So schaut es aus.“

„Ich hab gesehen, dass ihr da nur das ganze billige Zeug gekauft habt. Das ist ja eklig.“

„Wieso soll das eklig sein?“

„Die Produkte sind total wä. Die sind von der Qualität totaler Mist.“

„Wie kommst du denn jetzt da drauf?“

„Das weiß man doch.“

Woher weißt du das?“

„Darauf will ich gar nicht hinaus.“

„Worauf dann?“

„Das nächste mal kauf doch bitte hochwertigere Lebensmittel.“

„Warum? Damit ich mehr Geld ausgebe?“

„Damit hat das nichts zu tun. Aber das was da drin ist, ist doch totaler Mist. Das sind keine guten Lebensmittel. Und was da erst alles drin ist. Will ich gar nicht dran denken. Oder hast du solche Lebensmittel zuhause?“

„Ist schon klar, dass wir Monatlich nur ein begrenztes Budget für Lebensmittel zur Verfügung haben. Ich verstehe außerdem das Problem nicht. Warum sollte ein Produkt so viel schlechter sein, nur weil es nicht Hochland heißt und auf das selbe Produkt 1,50 Billiger ist? Und natürlich habe ich solche Lebensmittel in  meinem Kühlschrank. Glaubst du ernsthaft ich gebe da nen Haufen Geld aus, damit ich den Namen bezahl?“

Letztlich wurde ich darum Gebeten, lieber weniger einzukaufen, als auf Produkte wie z.B. JA zurück zu greifen oder weiter unten im Regal zu schauen, damit die Lebensmittel bis zum nächsten Einkauf ausreichen und das Budget nicht überschritten wird. Weil die Produkte schlecht sind. Grundsätzlich. Läuft wahrscheinlich dann genau darauf hinaus, dass spätestens am Mittwoch keine Lebensmittel mehr im Haus zu finden sind. Was Käse und Co. angeht zumindest. Gemüse wahrscheinlich auch. Gibt’s dann eben Suppe aus der Tüte 😉

Hatte dann versucht mit einem Bericht zu argumentieren, den ich mal gesehen hatte. Ging es im Grunde darum, warum Aldi beispielsweise seine Produkte so günstig verkaufen kann, im vergleich zu anderen Supermärkten. Was nichts mit der Qualität zu tun hat. Sondern an ein paar wenigen, aber total banalen Gründen liegt.

  • Verkauf aus der Schachtel = Personalersparnis beim Einräumen der Regale
  • Kleinere Produktpalette (eine Sorte des Produkts, anstatt 10) = Aldi verkauft das Produkt schneller, als das der Lieferant die Rechnung schickt bzw. es eigentlich Liefert
  • Logistikersparnis (Lagerersparnis) durch den flotten Verkauf
  • Gemüse/Obst wird in großen Mengen gekauft = Mengenrabatt beim Hersteller

Wegen ein paar wenigen Gründen, ist es Aldi dann eben möglich, dadurch das sie gewisse Einsparungen haben, diese Einsparung auf den Kunden umzulegen indem sie die Produkte günstig an den Endverbraucher verkaufen.

Meine Argumentation hat aber leider nicht so ganz gezogen.

Versuchte ich es also mit einer anderen. Um zu überzeugen, dass Billig nicht immer gleich schlecht ist.

Hat mir irgendwann mal, vor einiger Zeit, jemand erzählt, er/sie hätte zu Schülerzeiten in den Sommerferien, bei der Ortsansässigen Käserei einen Nebenjob in der Verpackung gemacht. Stellt diese Käserei übrigens Weichkäse her. Oder war es bei der anderen die hier in der Gegend ist? Egal. Bei einer von beiden eben.

Erzählte mir diese, dass sie da am Laufband die Käse verpackt hätte. Erst den, der im Laden unter den teuren verkauft wird. Irgendwann hieß es, während der Schicht, es würde nun gewechselt und der „billige“ Verpackt. Daraufhin fragte die Person ob denn jetzt auch ein anderer Käse aufgelegt wird. Daraufhin wurde  erklärt, dass es keinen anderen Käse gibt. Es der selbe Käse ist, nur mit einer anderen Verpackung drum rum.

Wirklich überzeugend schien ich aber immer noch nicht gewesen zu sein. Mal abgesehen davon, dass man inzwischen sogar bei den Discountern ganz schöne Auflagen bekommt, damit man überhaupt im Sortiment aufgenommen wird. Der kleinste Fehler kann ein Unternehmen, gerade ein kleines, in den Ruin stürzen.

Allerdings sind dazu wohl die Meinungen etwas zu unterschiedlich unter den Mitarbeiter. Weshalb man nie zu einer wirklich Sinnbringenden Entscheidung kommen wird, die für alle Beteiligten gut ist.

Neulich übrigens, ist noch gar nicht so lange her, einen Rüffel bekommen. Dachte mir, so wenn ihr Qualität haben wollt, kaufe ich eben nur Markenprodukte. Prompt sahen die Kühlschränke danach nicht wirklich viel voller aus. Mal ganz zu schweigen davon, dass wir 250 € ausgegeben haben. Haben dann einen Rüffel bekommen, weil 250 € für einen Wocheneinkauf zu viel ist.

Ja was denn jetzt?!?! Entweder kaufe ich Markenprodukte und gebe dafür haufenweise Geld aus das ich eigentlich nicht ausgeben müsste. Oder ich kaufe die Günstigeren für gut 100 € weniger, bekomme dafür aber eins aufs Dach, weil es „schlechte“ Produkte sind.

Immer dieser Zwiespalt zwischen „Hochwertig“ kaufen aber dennoch Geld sparen müssen. Weil das Budget begrenzt ist.

Falls einer meiner Kollegen das jetzt lesen sollte:

Liebe Kollegen,

dies ist keinen Falls böse gemeint. Möchte ich damit auch keinem zu nahe treten. Ist ja schön und recht, wenn ihr so viel Geld für Lebensmittel ausgebt. Meine Einstellung kennt ihr jedoch, dass ich nicht einsehe für Markenprodukte teilweise das  doppelte zu Zahlen. Die nicht unbedingt viel besser sind.

Mal davon abgesehen, dass das Budget für Lebensmittel nur sehr begrenzt ist. Und 14 Bewohner + täglich bis zu 6 Mitarbeiter davon versorgt werden sollen. Da müssen Abstriche irgendwo gemacht werden. Ach übrigens. Neulich war Gemüse am Dienstag Abend bereits vergriffen. Ganz zu schweigen vom Obst. Brot Belag war auch nicht mehr wahnsinnig viel da.

Kaffeetrinken und Zeitung lesen. Der Alltag eines HEPs?

„Du trinkts da doch nur Kaffee und liest dabei Zeitung!“

„Was tust du da eigentlich? Bauklötze spielen? Türmchen bauen und Bilder malen oder?“

„Da wird doch nix gearbeitet. Zumindest nix richtiges. Ihr macht euch da schon nen chilligen Job.“

Sprüche die ich früher immer mal zu hören bekam, wenn ich erzählte ich würde eine Ausbildung zur HEP machen. Alleine die Aussage, was ich für eine Ausbildung mache, hatt bei den meisten erst mal Fragezeichen im Gesicht verursacht. Weil man das noch nie gehört hat. (Habe ich bestimmt einfach mal erfunden und mir aus der Nase gezogen:))

Bei der näheren Erläuterung, dass es da um die Betreuung von Menschen mit Behinderung geht, folgten eben immer mal die oberen Sätze. Die mich hin und wieder zur puren Weißglut trieben. Weil das gar nicht stimmt. Alles andere, nur stimmen tuts nicht.

Gerade dann, wenn ich einen Arbeitstag hinter mir habe, wie am Montag, weiß ich ganz genau, ich trinke definitiv nicht nur Kaffee und lese auch kein einziges Wort in einer Zeitung.

Als HEP legt man nicht mal eben die Füße hoch

Lasst mich euch einen kurzen Einblick in meinen Job erlauben. Am besten einen kleinen Einblick, in den Arbeitstag am Montag.

Arbeitsbeginn 15:30 Uhr. Jacke runter, in die Hausschuhe rutschen. Schnell an den PC und kurz überfliegen was an Mails und Tagesdoku vorhanden ist. Am besten Zeitgleich noch den Kaffee aufsetzen, kommen die ersten Bewohner schon um 15:40 Uhr von der Werkstatt nach Hause. Und die erste wird, kaum das sie den Wohnbereich im oberen Stock (in dem ich übrigens Dienst hatte) betreten hat (besser befahren), nach einem Kaffee fragen. Und das so lange, bis sie ihre Tasse  bis an den Rand gefüllt, vor sich stehen hat. Vorher wird keine Ruhe herrschen.

Kaum vom PC weg, steht auch die erste Bewohnerin mit ihrem Rolli im Wohnbereich. „Du….kann ich Kaffee?“ Hab ichs doch geahnt. „Mit Milch?“ „mmmmmh. Jap“ Allerdings hatte ich dann immer noch keinen Frieden, musste ich mir gefühlt hundert mal anhören, wann Fasching ist und ob besagte Bewohnerin doch bitte in ihren Schrank schauen darf.

Zwischenzeitlich mal zu unserem aktuell Kranken bewohner geschaut, der derzeit in der WG bleibt. Und Tagesbetreuung von der Bereitschaft hat. Er lag im Bett und schlief. Sollte ihn jetzt allerdings nicht all zu lange schlafen lassen. Schläft der sonst ja Nachts nicht. Und hält die Bereitschaft wach.

Vorher aber noch schnell nach der Wäsche schauen. Gut, alles vom Tagdienst bereits soweit weggewaschen. Lobenswert. Muss ich das schon nicht mehr tun, nachdem ich bis 18 Uhr, mit 4 Bewohnern  alleine bin. Wegen Personalersparnis. Hätte zwar auf den Springer im Stockwerk unter mir zugriff. Macht aber keiner. Kann schließlich nur auf einem Stockwerk mit zwei laufen. Frau Rennt dann leiber alleine. Bis die Bereitschaft ca 2 Stunden später zur unterstützung kommt.

Mittlerweile war bereits Bewohner drei zuhause eingetrudelt. Der dann auch noch regelmäßig, nachdem ich ihm die Jacke und die Straßenschuhe ausgezogen hatte, nach Trinken rief. Welches ich ihm eingeben muss, da er selber nicht trinken kann.

Zwischen Tür und Angel, verfrachtete ich dann, die Kaffeetante, auf die Toilette. Inklusieve Lifter. Nahm bereits den Schlafanzug mit, damit ich sie schon mal umziehen konnte. Wenn sie schon auf dem Klo ist. Natürlich bekam sie noch einen Pulli. Damit es eher nach Daheimrum Kleidung und nicht nach Schlafi aussah.

Die Beine hoch gelegt? Fehlanzeige.

Für nen Kaffee ist immer Zeit

Kaum hatte ich das Badezimmer verlassen, schoss bereits die letzte im Bunde auf die Etage. Ein relativ kurzes Hallo. Darauf ein pampiges „Ist hier n Klo frei.“ Okay. Ich merk schon. Schlechte Laune lässt stark grüßen. War schon auf das schlimmste Vorbereitet, als ich ihr sagte, dass ihre Schwester gerade das Klo blockiert. Nichts. Irgendwas stimmt da gerade nicht so ganz.

Den Kaffee den ich ihr anbot, konnte sie aber so gut wie nicht abschlagen. Ich selbst hatte bis dato lediglich zwei Schluk meines Kaffees getrunken. Im Vorbei rennen. Zwischen Tür und Angel. Kalt war er inzwischen auch noch. Na prima. Aber kalter Kaffee macht ja bekanntlich schön. Den Tee, welchen ich mir kurz vorher gekocht hatte, hatte ich inzwischen auf Ex runter gekippt. Konnte nicht mal sagen ob er gut war.

Die Rauchen doch alle bloß

Kaum einen Schluck Kaffee zu mir genommen, der ja kalt war, hüpfte ich ins Zimmer des Kranken. Der muss aufstehen. Rausgezogen. Richtung Toilette buchsiert. Einlagenwechsel eindeutig notwendig. Laut Doku hatte er ziemlich viel Getrunken. Die Einlage bestätigte mir auch die Dringlichkeit eines Wechsels.

Weiter gehts. Kaum das dieser auf dem Klo saß, schoss ich auch schon wieder ins andere Bad. Beziehungsweise hatte ich es vor. Hielt dennoch kurz inne und dachte so bei mir, ich könnte eigentlich eine Zigarette vertragen. Weshalb ich zwischen den Zeilen kurz auf den Balkon verschwand um der Sucht zu fröhnen.

Jeder andere Raucher würde dafür mindestens 5 minuten brauchen. Ich schaffs in 2 1/2. Ich hab auf die Uhr geschaut. Nikutin abgedeckt. Genuss flöten gegangen. Oder auf Urlaub in den Malediphen. Kommt erst in ein paar Tagen zurück.

Sofortiger abgang ins Bad. Kaffeetante vom Klo geholt. Schalfanzughose anziehen in der Eile verspickt. Hatte ich sie schon im Rolli sitzen als es mir augefallen ist. Naja, mach ichs eben später und richte jetzt nur mal oben rum.

Tiefer Schluck aus der Kaffeetasse. Rin zum Kranken. Vom Klo geholt. Schlafanzug angezogen.

Grantler muss auch noch zur Pflege. Wäre nicht schlecht. Habe ich sonst fünf Kilo Einlage an der Hand hängen. Für die etwas schlecht gelaunte Bewohnerin immer nur für einen Kurzen Moment Zeit zum schwatzen. Ärgert man sich dann schon, wenn man weiß dass im unteren Stock auf 2 Betreuer die selbe Anzahl Bewohner kommt. Die ich alleine schmeiße. Fühlt sich nicht gut an. Wirklich nicht.

Wie war das mit der Zeitung?

Inzwischen, nachdem ich drei Leute gepflegt hatte, fünf Schluck Kaffee getrunken hatte, und eine 2 1/2 Minuten-Zigarette hatte, war es Zeit Abendessen herzurichten. Bei genauere Betrachtung des Kühlschrankes viel mir allerdings auf, dass Brotbelag relativ rar war. Sollte vielleicht fürs Frühstück übrig bleiben. Gemüse schien so oder so Mangelwahre darzustellen.

Entsprechend suchte ich die Tiefkühle nach einem halbwegs schnellen Gericht ab. Das man einfach schnell in die Pfanne knallt und gut ist. Wurde Fisch mit Kartoffeln draus. Nebenher, während ich für die ganze Mannschaft kochte, noch der Kaffeetante beim verkleiden geholfen. Hatte sie doch tatsächlich ihr Kostüm in die Finger bekommen.

Multitaskintechnisch sogar noch rausbekommen, warum die Schwester so schlechte Laune hatte. Der Bus kommt früher. Also der Fahrdienst. Weils angeblich nicht anders geht. Und sie immer ein paar Minuten zu spät in die Werkstatt kommen. Hauptproblem war eigentlich, dass die Schwester jetzt etwas früher aufstehen muss. Ganz zu schweigen, dass sie in der Früh weniger Zeit hat.

Um aufs Zeitunglesen zurück zu kommen. Habe ich allerhöchstens die Anleitung gelesen, wie ich den Fisch in der Pfanne am besten bearbeite. War ich mir da nicht ganz sicher. Eine Zeitung hatte ich bis dahin,  nicht ein einziges mal in der Hand. Und selbst wenn ich es getan hätte, hätte ich mich lediglich über das Titelbild gewundert. Der Inhalt mir gänzlich unbekannt. Und ein Rätsel.

Wenn dann doch mal Ruhe rein kommt.

Gegen 18 Uhr trudelte dann auch meine Verstärkung ein. Was zur Folge hatte, dass etwas mehr Ruhe in die Sach rein kam. Ich sogar Zeit hatte, nach dem Abendessen in aller Ruhe eine Zigarette zu rauchen und sie auch zu genißen.

Mal davon abgesehen, dass ich noch zwei Bewohner zu Bett brachte. Und einer der Beiden, Liebensgewürzigerweise, Durchfall hatte. Fand ich auf die Uhrzeit dann nicht mehr so toll. Von den Latschen gehauen hat es mich eindeutig nicht.

Bewohner soweit fertig. Allerdings noch nicht mit der Arbeit. Wäsche abhängen und zusammenlegen. Maschiene anschmeißen, in der sich innerhalb der letzten Stunden, doch einiges Angesammelt hat. Damit es am nächsten Tag fertig ist.

Küche in Ordnung bringen. Geschirr weg räumen. Tisch wischen. Spüli anschmeißen. Herd sauber machen, Töpfe von Hand spülen, die nicht mehr in die Spüli passen. Doku schreiben. Kontrollieren ob ich alles Abgezeichnet habe, was ich gemacht hatte (Medigabe, Stuhlgang etc.)

Zum Glück musste heute keiner mehr Baden.

Punkt 21 Uhr abgestempelt. Völlig entnervt. Gelöchert wie ein Schweizer Käse von den imme wiederkehrenden Fragen, die kamen.

Chillig? Eindeutig was anders, dass aber definitiv nicht. Badewanne ist mein Ziel und dann ins Bett. Herzlichen Glückwunsch.

 

 

Land unter?

Langsam habe ich wirklich den leichten Verdacht, dass in der Arbeit Land unter ist. Oder wir drastisch drauf zusteuern. Was wiederum allgemeinen Unmut in der Belegschaft zur Folge hat. Der sich immer weiter aufzustauen scheint. Zumindest bei dem Teil, denen häufig der schwarze Peter zugeschoben wird.

Mal ganz zu schweigen davon, dass zur Zeit immer wieder zu Anwandlungen bei Kollegen kommt, die alles andere als Nachvollziehbar sind. Ganz zu schweigen von fehlenden Absprachen, mit denjenigen, die an einem Bestimmten Tag Dienst haben. Auf die dann entsprechende Absprache zurückfallen.

Eine merkwürdige Anwandlung, die sich inzwischen irgendwie ziemlich eingebürgert hat. Und für denjenigen, den es dann betrifft, nicht immer sehr berauschend ist. Gerade dann nicht, wenn es den Nachtdienst betrifft. Vor allem dann, wenn davon ausgegangen wird „Der macht das schon.“

Mittlerweile gebe ich aber offen und ehrlich zu, habe ich nicht mehr den Drang dazu etwas zu sagen. Meistens läuft es nämlich darauf hinaus, dass alle zwar hinten rum rumgemeckert haben, in dem Moment wo es aber angesprochen wird plötzlich alles super ist. Oder man hat gemeckert und hat dann plötzlich nichts mehr zu sagen. Was zur Folge hat, dass der entsprechende (der was gesagt hat) plötzlich alleine da steht.

Witziger Weise sind es übrigens immer die selben Mitarbeiter, die den Schwarzen Peter ziehen. In jeglicher Hinsicht. Damit der Rest der Belegschaft die Entspannten und chilligen Dienste schieben können. Würde mal sagen: Klarer Fall von Verheizen von Mitarbeitern!

Ich gehöre übrigens zu der Fraktion, mit denen Dienstplanänderungen in den seltensten Fällen abgesprochen werden, kurzfristig Dienste übernehmen darf oder ziemlich knapp aus dem Dienst raus genommen wird. Was Planung von langfristigen Sachen oft ziemlich kompliziert werden lässt.

Bin ja mal gespannt, wenn Chefin aus dem kurzfristig eingetragenen Urlaub zurück ist, was dann los ist. Vermutlich wird es dann wieder ganz viel Wertschätzung geben im Rahmen der Aussage, wenn Chefin mal weg ist, läuft plötzlich nichts mehr. Und sie könne ja nicht mal längerfristig in den Urlaub gehen ohne das alles schief läuft. Das nenne ich mal Motivation für Mitarbeiter!

Mittlerweile bin ich an dem Punkt, an dem mir das ganze schwarze Peter gehabe, ziemlich auf Nerven und Körper geht. Meine Motivation ist nicht mehr auffindbar. Ganz zu schweigen von den unglaublichen Rückenschmerzen. Aufgrund von Muskeln die zunehmend dicht machen.

Ich müsste einfach öfters ins Fitness gehen und danach in die Sauna. Dann würde sich, langfristig gesehen, dass Problem so gut wie von selbst lösen. Im Wahrsten Sinne des Wortes. Allerdings habe ich schon fast keine Chance, zu den Sauna- und Trainerzeiten, im Fitness aufzukreuzen. Weil es der Dienstplan in den meisten Fällen gar nicht zulässt. Eine Regelmäßigkeit findet entsprechend nicht wirklich statt.

Entsprechend ist das Verhältnis zwischen Belastung und Entlastung auf die Muskeln, nicht mehr ausgeglichen. Kommt mehr Belastung drauf, als dass ich sie entspannen und stärken könnte. Ich gebe auch offen zu, dass ich meistens auch nicht mehr die Ambitionen habe, nach dem Spätdienst ins Fitness zu gehen. Zumal dann meistens die Sauna nicht mehr offen ist. Ganz zu schweigen von einem harten Schlafdefizit, dass auftritt wenn ich am nächsten Tag zur Frühschicht erscheinen soll.

Hätte inzwischen allen Grund mich krank schreiben zu lassen. Nicht nur wegen dem Rücken. Sondern auch wegen meinen Lymphknoten. Die sind nämlich am Kiefer geschwollen und tun weh. Ganz zu schweigen von den Schluckbeschwerden. Habe auch nicht sonderlich Ambition dazu, an meinem Geburtstag flach zu liegen.

Muss jetzt dann langsam die Reißleine ziehen. Lange geht das nicht mehr gut. Wirklich nicht. Und inzwischen bin ich an dem Punkt angekommen, an dem ich anfange auf meinen Körper zu hören. Hätte ich schon viel früher machen sollen. Gesundheit kann ich mir nämlich keine neue kaufen. Gibt’s noch nicht bei DM. Oder sonst wo.

Diverse Bewerbungen sind ja bereits draußen. Hoffe immer noch auf die Vollzeitstelle mit geregelten Arbeitszeiten. Also Feiertags und Wochenende Frei. Arbeit von Montag bis Freitag. Tagsüber.

Vor ein paar Tagen einen Anruf von einem anderen Arbeitgeber erhalten. Allerdings handelt es sich hier wieder um Schichtarbeit. Bin mir da dann nicht wirklich sicher, ob ich das so viel besser finden würde.

Diverse Bewerbungen auch an Kindergärten abgeschickt. Von einem noch vertröstet worden, bis die Bewerbungen gesichtet wurden. Beim zweiten muss ich die Bewerbung noch abschicken. Bin mir aber ehrlich gesagt überhaupt nicht sicher, ob ich mit Kindern arbeiten kann und will. Mal abwarten. Inzwischen erscheint mir nämlich alles andere besser.

Neulich der Spruch einer Kollegin. „Wenn sich jetzt nicht bald was ins Positive ändert, wirst du sehen, dass wieder ein ganzer Schwung Kollegen geht. Weil es ihnen zu viel und zu anstrengend wird.“

Mit mir würden mir da auf anhieb schon drei Mitarbeiter einfallen, die gehen wollen. So recht will das aber niemand wahrhaben. Und verstehen will es dann plötzlich auch keiner mehr, warum so viele wieder gegangen sind.

Freitagsdienst

Der gestrige Dienst war ganz schön anstrengend. 13 Bewohner und 4 Mitarbeiter.

Nach 9 Stunden arbeit, hat es mir gereicht. Kann man das glauben?

Ab 15 Uhr waren wir nur noch zu zweit. Die beiden anderen Kollegen haben den Wocheneinkauf erledigt, den man beinahe schon zu zweit machen muss. Schafft man es sonst fast nicht.

Zu zweit dann um den Rest gekümmert. Gepflegt und  gebadet. Wäsche gewaschen, Müll entsorgt. Küche aufgeräumt. Den Haushalt geschmissen

Irgendwie haben wir es dann doch hinbekomnen mal 20 Minuten hinzusitzen und kurz Pause zu machen. Eigentlich 10 Minuten zu kurz Pause gemacht.

Nach 9 Stunden „Wann ist Fasching?“ „Wann gehen wir verkleiden?“ „Darf ich Kostüm suchen?“ hatte ich die Schnautze voll.

Ganz zu schweigen von mehrfacher Pflege und einigen Kilos die ich gehoben, geschoben, gezogen, gerollt oder per Lifter bewegt hatte. Fragen beantwortet, mich mit Technick befasst, Telefonate angenommen und geführt, getröstet und bespaßt hatte.

Wie habe ich es dann noch hinbekommen, 1 Stunde, zuhause meinen eigenen Haushalt zu schmeissen? Und das dann erst gegen 21:40 Uhr, als ich zuhause war? Weiß ich nicht.

Heute habe ich frei.

Morgen geht es dann zum Nachtdienst. Ich bin gespannt. Ob ich diesmal schlafen kann? Man wird sehen.

Mir macht die Arbeit mit Menschen mit Behinderung wirklich Spaß. Aber der Schichtdienst setzt mir langsam zu.

Hoffentlich kommt nächste Woche das Einladungsschreiben. Für die Stelle als Gruppenleitung in einer Werkstatt. Wie schön wäre es, wieder geregelte Arbeitszeiten zu haben.

Ach wie schön ist Panama.

 

Feiertagsdienst

Wie ich diesen heutigen Feiertag verbrachte? Ist das gerade wirklich der Rede wert? Nun ja, vielleicht schon. Ich verbrachte kurzum den Tag heute beim Arbeiten. Auch wenn ich den Tag heute Wettertechnisch weitaus lieber lesend auf dem Sofa verbracht hätte. Aber, wie sage ich so gerne, die Leute mit denen ich arbeite sind auch am Wochenende und an Feiertagen behindert.

Positiv an der ganzen Kiste ist natürlich der Feiertagszuschlag, den ich dafür bekomme, dass ich heute arbeiten war. Erinnere mich da gerade an die eine Story von vor kürzlich. Die tatsächlich so geschah. Fragte mich ein Bewohner, warum ich mehr Geld bekomme, wenn ich am Feiertag zu ihnen in die WG zum Arbeiten komme. Konnte das irgendwie nicht so ganz verstehen warum das so ist. Vielleicht wollte er es auch nicht. Bin ja immer noch der Meinung, dass er es unfair fand, dass ich für Feiertag und Wochenende arbeiten, als ausgleich (das ich nicht frei habe wie er) Geld bekomme. Und das auch noch zusätzlich zu dem was ich sowieso schon bekomme. Aber gut.

Irgendwie, hat mich der heutige Arbeitstag schon ziemlich geschlaucht. Bin es eigentlich eher gewöhnt, dass ich maximal 5 Stunden pro Schicht arbeite. Wenn dann aber so ne ganztages Schicht kommt, ist das immer ziemlich heftig. Bin es einfach nicht mehr gewohnt 8 oder 9 Stunden zu arbeiten pro Schicht. Und heute lief alles wieder mal ganz anders.

Kaum das ich die WG betrat, wurde mir offenbart, dass ein Bewohner gleich mit dem Sanka abgeholt wird. Weil er ins Krankenhaus muss. Prima, ist innerhalb von einem Jahr bereits das zweite mal, dass ich Mittags zum Dienst auftauche und ein Bewohner ins Krankenhaus gebracht wird. Ich eine heillose Situation aufzufinden scheine, mit aufgewühlten und aufgelösten Kollegen. Alles drunter und drüber zu gehen scheint. Und da soll dann noch irgendwer einen Plan bekommen und durchblicken. Und dann noch Ruhe bewahren. Bewohner inklusive Kollegin wurde dann also abgeholt.

Diese also weg, mussten nun die anderen noch bekocht werden. Beim Mittagessen wurde mir dann erst einmal erklärt, dass sämtliche Abmachungen die wir eigentlich bereits vor eine Woche getroffen hatten eben ma über Bord geworfen wurden. Mittagessen war nicht, stattdessen wurde ein Ausflug unternommen. Natürlich nur mit ausgewählten Bewohnern und wieder die selben saßen zu Hause.

Während die anderen bereits unterwegs waren und ihren Spaß hatten, saßen ich und meine Kollegin mit dem Rest vom Schützenfest zu Hause und warteten auf den Anruf der Kollegin im Krankenhaus, welcher auch prompt eintrudelte. Dieser bescherte mir heiteres gerenne um Kleidung und Pflegeartikel zusammen zu suchen, damit der Bewohner für den nächtlichen Überwachungsaufenthalt, ausgerüstet ist.

Verbrachte daraufhin noch ziemlich lange im Krankenhaus, bis wir gehen konnten. So kann man seinen Dienst und den Feiertag auch vorbei bringen, wenn man das möchte. In dem man im Krankenhaus herumrennt. Menschen den Bewohner erklärt und zurück in der WG nochmal mit der diensthabenden Schwester Telefoniert.

Bin nach wie vor davon überzeug, dass das Krankenhaus mit Menschen mit Behinderung total überfordert ist. Wäre dafür, dass die dort Arbeitenden Menschies, sich im Bereich Behindertenversorgung fortbilden müssen. Damit sie den Umgang mit diesen auch beherrschen. Kommt es schließlich oft genug vor, dass auch Menschen mit Behinderung mal in ein Krankenhaus müssen.

Tagebuchreihe 13-Tage-Woche: Tag 6

Einleitung

Tag 6 habe ich nun erfolgreich hinter mich gebracht. Allerdings merke ich mittlerweile, dass ich einfach komplett ausgelaugt bin. Die Vorstellung dass ich noch weitere 7 Tage vor mir habe macht es, ehrlich gesagt, nicht sehr viel besser. Zumal immer wieder die Worte eines Kollegen in meinem Kopf wiederhallen. „Schönes frei.“ „Hab nicht frei, hab bis 1 Fortbildung.“ „Ja mai, dass ist fast das selbe. Machst ja nix.“

Die Frage nach dem Frei

Es ist eben nicht das selbe. Frei und Fortbildung. Niemals. Hat für mich nicht wirklich etwas miteinander gemein. Nicht mal ansatzweise und auch nicht wenn man es wollte. Auch wenn ich am  Tag der Fortbildung nicht in der Arbeit bin. Dennoch muss ich morgens aufstehen, damit ich pünktlich da bin. Muss Zuhören. Mich konzentrieren und auch praktisch etwas tun. Auch wenn es nur 4 Stunden waren. Aber frei, ist das für mich nicht.

Die abhanden gekommene Motivation 

Meine Motivation ist aktuell weg. Sie ist im Urlaub, so scheint es mir zumindest. Eine wirkliche Erholung tritt auch nicht ein. Habe ich auch gar keine Chance dazu, mich zu erholen. Wie denn auch,wenn ich keinen einzigen Tag frei habe. Selbst zum Reiten muss ich mich im Moment zwingen und mehrfach überreden. Obwohl Reiten meine Leidenschaft ist. Aber es erst mal bis aufs Pferd zu schaffen, scheint mir im Moment ein richtiger Kraftakt zu sein. Selbst für eine Reitstunde, habe ich aktuell kaum Ambitionen. Kann man sich das vorstellen?

Die nicht eingehaltene Abmachung

Allgemein zieht es mich einfach nur noch runter. An die eigentliche Abmachen, die ich einst mit den Dienstplanschreiber ausgemacht hatte, wird sich neuestem auch nicht mehr gehalten. War die eigentliche Abmachung, dass ich Doppelnächte mache, allerdings nur unter der Bedingung, dass ich danach zwei Tage frei habe. Der Tag an dem ich aus der Nacht komme, nicht eingerechnet. Denn am Tag nach der Nacht, mache ich schließlich auch den Frühdienst mit. Was wiederum bedeutet, dass dies kein freier Tag ist. Allerdings scheint man es im Moment nicht als nötig zu sehen, dies einzuhalten.

Einfach mal weg

Möchte im Moment, am liebsten einfach nur noch weg. Habe keine Lust mehr. Dieses ewige geschichte abzuziehen. Ganz zu schweigen von den Nachtdiensten. Die Nachtdienste sind eigentlich das Schlimmste an der ganzen Geschichte. Kann diese einfach nicht sonderlich gut ab. Trotzdem habe ich diesen Monat geschlagene 5 dieser Sorte.

Mangelnde Motivation

Werde mich trotz mangelnder Motivation, doch in den Stall bewegen. Dort zumindest ausmisten und Futter herrichten. Danach werde ich wohl ein bisschen das Sofa hüten. Vielleicht noch in die Sauna gehen um mich wenigstens ein bisschen zu erholen. Obwohl ich bezweifle, dass es klappt. Auch wenn ich es wollte.

Ideenfreiheit 

Habe im Moment einfach keine Idee, wie ich mich dem ganzen einfach mal entziehen könnte. Würde am liebsten einfach mal eben alles hinschmeißen und für ein paar Wochen herumreisen und mich erholen. Hätte aber dann noch ein schlechteres Gewissen gegenüber meinem Pferd, welches ich sowieso schon habe, weil ich zur Zeit kaum zum Reiten komme. Auch wenn ich beinahe täglich im Stall bin.

Noch nicht beim Arzt gewesen

Beim Arzt war ich nach wie vor immer noch nicht. Auch wenn ich mich wohl besser hätte krankschreiben lassen. Allerdings bin ich, wie ich glaube ich schon mal erwähnt hatte, ziemlich eigen was Ärzte angeht. Möchte ich nicht zu einem x beliebigen Arzt hüpfen. Habe manchmal das Gefühl, dass mich nicht alle Ärzte verstehen und ich mich nicht allen anvertrauen kann oder es vielleicht auch nicht will. Bin ja eh ein Mensch, der nicht jedem vom Fleck weg vertraut. Zu Anfang immer erst misstrauisch ist. Sich das ganze lieber erst mal aus der Entfernung ansieht. Über diesen Zufallsfund berichte ich aber lieber seperat. Wird glaube ich sonst zu viel.

Etwas meckern zum Schluss noch:

Ich habe keine Lust mehr. Und ich habe von einer Stelle auch eine Absage kassiert. Eine Stelle die mich mal richtig interessiert hätte. Arbeit mit Menschen mit Behinderung in der Landwirtschaft. Also mit Tieren und Menschen mit Behinderung. Das wäre mal richtig cool gewesen. Habe gestern den Anruf bekommen, dass die Stelle leider schon besetzt ist. Habe mich etwas geärgert, weil ich mich zu spät beworben hatte. Die Stelle zu spät entdeckt hatte. Meine Bewerbung wird dennoch behalten. Werde dann angeschrieben, sollte sich eine Stelle auftun die zu mir passen würde.

Gestern habe ich übrigens meine Vertragsverlängerung unterschrieben. Wieder nur auf 1 Jahr befristet. Danach heißt es darum bangen, ob ich einen Unbefristeten Vertrag bekomme oder gegangen werde. Prima. Aber fürs nächste Jahr bin ich erst mal abgesichert.