Tyranei die Nächste

Werde die dritte Woche in Folge von der Besucherlautstärke über mir tyranisiert.

Neuerdings den Stammtisch aus der Wirtschaft nach Hause verlegt? Herzlichen Dank auch.

Miete will man zwar monatlich einstreichen, dass der Normal dafür aber Arbeiten muss, ist scheinbar entfallen.

Sorry, noch bekomme ich keine Rente. Und im Lotto oder Casino hab ich auch noch nicht erwähnenswert Gewonnen.

Naja, hätte ich zu viel Geld, würde ich mit ziemlicher Sicherheit NICHT in einem Kellerloch wohnen. Und Mitbewohner hätte ich auch nicht über mir.

Muss ich eben wieder mit Ohrenstöpseln schlafen. Hilft ja nichts. Ich hasse Menschen.

Zustände wie im Mittelalter, neulich im Hallenbad

Diese Woche, war ich leicht schockiert über die „Zustände“ im Hallenbad, als ich mit einer Rollstuhlfahrerin dort war. Wir wollten uns einfach einen schönen Tag machen. Mehr nicht.

Umziehen erfolgte auf einer Matte am Boden, in der Behindertentoilette, weil eine andere Möglichkeit nicht vorhanden war. Auf den Boden konnte ich sie auch nur legen, weil mir eine Kollegin dabei geholfen hatte.

Damit allerdings noch nicht genug. Die nächste Hürde wartete bereits am Becken auf uns. Stufen über Stufen. Und weit und breit kein Lifter zu sehen. Wie ich sie ins Wasser brachte? Wieder mithilfe vereinter Kräfte. Selbiges Spiel rückwärts. Nicht so lustig, gerade dann wenn die zu bewegende Person nass ist.

Duschen nach dem Schwimmen, war auch eine gewisse Herausforderung. Eine Behindertengerechte Dusche war zwar vorhanden, der Duschstuhl war allerdings ein ausrangierter Gartenklappstuhl. Wunderprächtig. Kurzzeitig musste ich sogar angst haben, dass mir die junge Frau, mit der ich unterwegs war, vom Stuhl rutscht.

Fitness konnte ich mir eigentlich sparen, mein Rücken wird es mir in ein paar Jahren wahrscheinlich boshaftig danken. Was das mit Integration und Inklusion zu tun hat, ist mir ehrlich gesagt vollkommen schleierhaft. Mal davon abgesehen, dass besagtes Hallenbad noch nicht so alt ist, dass man die Ermangelung von Behindertengerechter Ausstattung, nachvollziehen könnte.

Überrascht war ich dennoch über die wirklich tolle Hilfsbereitschaft der anderen Badegäste. Die sehr zuvorkommend waren und ihre Hilfe in jeglicher Form anboten und keinerlei Berührungsängste zeigten. Die Menschheit scheint doch noch ein bisschen gut zu sein :).

Trotzdem muss ich sagen, bin ich sehr enttäuscht über die vorgefundenen „Zustände“. Da will man Menschen mit Behinderung ein normales Leben ermöglichen, kann es teilweise aber nicht, weil öffentliche Einrichtungen gar nicht darauf ausgelegt sind. Irgendwas stimmt doch da nicht. Und da soll man noch vernünftig arbeiten können. Mal ganz zu schweigen davon, dass es enttäuschend ist. Gerade für die Betroffenen. Die vieles einfach nicht machen können, weil sie vergessen werden.

 

 

 

Erziehe ich?

Irgendwann muss ich schon mal meinen Senf dazu abgelassen haben, was ich eigentlich den ganzen Tag so bei der Arbeit treibe. Oder so in die Richtung. Habe zumindest jetzt auch mal vor, vom Alltag in meiner neuen Arbeit zu berichten. Der Alltag in der Werkstatt oder kurz WfbM (Werkstatt für behinderte Menschen). Weil es nochmal was anderes ist, einen „Erfahrungsbericht“ zu lesen, als dieverse „Stellenbeschreibungen“, die sich eher nach Hochgestochenem Deutsch anhören, als nach was anderem.

Neulich hat es mich dann einfach mal interessiert, ob ich einen meiner Beiträge finde, wenn ich das mal so bei Google eingebe. Von wegen, was macht ein HEP. War ja ganz nett beschrieben und auch erklärt. Bringt es im wesentlichen auch ganz gut auf den Punkt. Mal davon abgesehen, dass Heilerziehungspfleger nicht nur mit körperlich oder geistig beeinträchtigten Menschen arbeiten. Sondern auch im Psychiatrischen Bereich tätig sind. Und das auch ein Arbeitsfeld sein kann. Aber darüber kann man hinweg sehen. Solange nicht gerade die Aussage, von einem nicht Wisser kommt „Die arbeiten im Krankenhaus“

Definitiv nicht, außer es handelt sich um eine psychiatrische Einrichtung. Medizinisch gesehen hat ein HEP allerdings nichts im Krankenhaus verloren. Da das wissen einfach viel zu, sagen wir mal, schwammig ist. Als HEP lernst du durchaus Medizinische Faktoren. Was ich anhand von bestimmten Symptomen erahnen kann, was betreffender hat. Damit ich entsprechend handeln kann., Vielleicht auch eine gewisse „Erstversorgung“ vornehmen kann. Die richtige medizinische Behandlung erfolgt aber durch medizinisches Fachpersonal (Altenpfleger, Krankenpfleger, Ärzte). Und ohne eindeutige Einweisung und/oder Verordnung, mache ich in medizinischer Hinsicht, gar nichts. Außer den Notarzt anrufen und erste Hilfe leisten.

Wie hat es meine Chefin immer so schön gesagt „Wir sind eine pädagogische Wohneinrichtung der Wiedereingliederung, und kein Pflegeheim!“ Wo sie recht hat, hat sich recht.

Eigentlich wollte ich auf was anderes raus. In irgend so nem Beitrag habe ich gelesen, dass ein HEP erzieht. Ich habe mich in diesem Moment gefragt, ob ich das tatsächlich tue. Erziehe ich wirklich einen erwachsenen Menschen, der eigentlich seinen eigenen Weg geht? Jemanden der auf dem Papier erwachsen ist? Auch wenn er oder sie eine Behinderung hat?

Ich selbst bin der Meinung, ab einem gewissen Alter, richtet man erziehungstechnisch nichts mehr aus. Oder auch nicht mehr viel. Ich würde tendenziell sagen, ich mache einen Vorschlag und man probiert es aus. Wenn es nicht passt. Auch recht. Oder wie könnte ich noch sagen? Ich zeige verschiedene Möglichkeiten der Problem Bewältigung auf. Sofern das überhaupt umsetzbar ist.

Aber einen Erwachsenen Menschen erziehen? Ich weiß ja auch nicht. Ich würde das nicht so sehen. Würde es eher als Fähigkeitserweiterung sehen. Und wenn derjenige darauf keine Lust hat, dann hat dieser jemand halt einfach Pech gehabt. Meiner Meinung nach. Und wenn dieser jemand für den selben Käse zum fünfzigsten Mal einen Anschiss kassiert, muss dieser jemand einfach mit dieser Konsequenz leben. Und überlegt sich vielleicht ob er das auch ein einundfünfzigstes mal macht. Vielleicht schaltet es irgendwann doch noch den Schalter ob. Oder den Hebel. Oder so ähnlich. Wie auch immer.

In diesem Sinne. Ich wünsch euch was.

Warum ich dafür bin?

Warum ich dafür bin, den Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung zu erweitern? Warum ich dafür bin, ein großes Angebot an Arbeitsbereichen in der Werkstatt anzubieten? Reichen die Bereiche nicht aus die es schon gibt? Muss das sein?

Fragen über Fragen, die mir manchmal durch den Kopf surren. Zu denen ich meine persönliche Meinung habe. Persönlich bin ich nämlich der Annahme, dass auch Menschen mit Behinderung eine Wahl haben sollen. Natürlich haben sie auf gewisse weise eine Wahl. Sie können zwischen den Bereichen wählen, die es schon gibt. Aber was ist wenn da kein Bereich dabei ist? Der ihnen zusagt? Oder wenn ihnen in 10 Jahren genau diese Arbeit nicht  mehr gefällt? Aber etwas anderes genau so wenig passt?

Denke ich da mal selber drüber nach, fällt mir auf, dass der Normalo ziemlich viel Auswahl hat. Haste Abi, geht’s zum Studieren. Haste aber keinen Bock auf Studium, machst du eben eine Ausbildung. Aber welche? Bist du eher Handwerklich begabt, geht’s eher Richtung Handwerk. Und so weiter und sofort. Weißt du nicht was du machen sollst, gehst du zum Arbeitsamt und lässt dich beraten. Dort hilft man dir dann, aufgrund deiner Fähigkeiten weiter.

Hast du keinen Bock mehr bei Arbeitgeber xy zu arbeiten, wechselst du die Stelle. Macht dir der Job keinen Spaß mehr, machst du eine neue Ausbildung oder eine Umschulung. Oder gehst später nochmal studieren. Und so weiter. Aber was ist mit den Menschen mit Behinderung? Natürlich ist nicht jeder Mensch der eine Behinderung hat, gleich ein Fall für die Werkstatt. Aber was ist mit denjenigen die in der Werkstatt arbeiten? Was ist da? Die Auswahl recht schmal. Ohne jemanden schlecht machen zu wollen. Ist es natürlich auch eine Sache die ein gewisses Maß der Überforderung nicht erreichen sollte.

Dennoch bin ich der Auffassung das ein bestimmtes Spektrum geboten sein sollte. Auch wenn es im ersten Moment schon recht groß erscheint.

Aber warum bin ich gerade pro Landwirtschaft? Pro mit Tieren? Pro draußen? Weil ich darin potential sehe. Potential für diejenigen, die vielleicht als „schwierig“ oder „auffällig“ gelten. Die vielleicht andere Anforderungen benötigen.

Mal ganz zu schweigen, was die Arbeit mit Tieren alles bewirken kann. Wäre das schon beinahe Therapie. Naja im übertragenen sinne. Ist es ja inzwischen kein Geheimnis mehr, dass Tiere auf Menschen eine bestimmte Wirkung haben. Für manch einen Menschen mit Behinderung oder psychischen Problemen, positive Erfahrungen und somit Linderung oder vielleicht (übertrieben) Heilung oder Besserung bringt.

Auch andere Aspekte spielen eine Rolle. Meiner Meinung nach, werden verschiedene Kompetenzen gefördert. Geschult. Beigebracht. Verantwortung übernehmen zum Beispiel. Einen Beitrag leisten. Sich kümmern. Positive Entwicklung des Selbstvertrauens und des Selbstbewusstseins. Sozialkompetenz. Und und und. Oder so ähnlich 🙂

Aber leider muss ich hin und wieder feststellen, dass die Idee an und für sich gut ist. Allerdings scheitert es häufig daran, Geld in die Hand nehmen zu müssen. Daran, dass ein solches Unterfangen recht Kostspielig ist. Was leider oft mal ein Hindernis ist, so eine Idee umzusetzen. So irgendwie. Schade eigentlich. Finde ich. So irgendwie.