Von Kritisieren stand aber nix in der Stellenbeschreibung

Langsam aber sicher, frage ich mich, ob ich irgendwie das Kleingedruckte meiner Stellenbeschreibung überlesen haben könnte. Sofern es so was, in einer Stellenbeschreibung, überhaupt gibt. Weiterlesen

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Zustände wie im Mittelalter, neulich im Hallenbad

Diese Woche, war ich leicht schockiert über die „Zustände“ im Hallenbad, als ich mit einer Rollstuhlfahrerin dort war. Wir wollten uns einfach einen schönen Tag machen. Mehr nicht.

Umziehen erfolgte auf einer Matte am Boden, in der Behindertentoilette, weil eine andere Möglichkeit nicht vorhanden war. Auf den Boden konnte ich sie auch nur legen, weil mir eine Kollegin dabei geholfen hatte.

Damit allerdings noch nicht genug. Die nächste Hürde wartete bereits am Becken auf uns. Stufen über Stufen. Und weit und breit kein Lifter zu sehen. Wie ich sie ins Wasser brachte? Wieder mithilfe vereinter Kräfte. Selbiges Spiel rückwärts. Nicht so lustig, gerade dann wenn die zu bewegende Person nass ist.

Duschen nach dem Schwimmen, war auch eine gewisse Herausforderung. Eine Behindertengerechte Dusche war zwar vorhanden, der Duschstuhl war allerdings ein ausrangierter Gartenklappstuhl. Wunderprächtig. Kurzzeitig musste ich sogar angst haben, dass mir die junge Frau, mit der ich unterwegs war, vom Stuhl rutscht.

Fitness konnte ich mir eigentlich sparen, mein Rücken wird es mir in ein paar Jahren wahrscheinlich boshaftig danken. Was das mit Integration und Inklusion zu tun hat, ist mir ehrlich gesagt vollkommen schleierhaft. Mal davon abgesehen, dass besagtes Hallenbad noch nicht so alt ist, dass man die Ermangelung von Behindertengerechter Ausstattung, nachvollziehen könnte.

Überrascht war ich dennoch über die wirklich tolle Hilfsbereitschaft der anderen Badegäste. Die sehr zuvorkommend waren und ihre Hilfe in jeglicher Form anboten und keinerlei Berührungsängste zeigten. Die Menschheit scheint doch noch ein bisschen gut zu sein :).

Trotzdem muss ich sagen, bin ich sehr enttäuscht über die vorgefundenen „Zustände“. Da will man Menschen mit Behinderung ein normales Leben ermöglichen, kann es teilweise aber nicht, weil öffentliche Einrichtungen gar nicht darauf ausgelegt sind. Irgendwas stimmt doch da nicht. Und da soll man noch vernünftig arbeiten können. Mal ganz zu schweigen davon, dass es enttäuschend ist. Gerade für die Betroffenen. Die vieles einfach nicht machen können, weil sie vergessen werden.

 

 

 

Erziehe ich?

Irgendwann muss ich schon mal meinen Senf dazu abgelassen haben, was ich eigentlich den ganzen Tag so bei der Arbeit treibe. Oder so in die Richtung. Habe zumindest jetzt auch mal vor, vom Alltag in meiner neuen Arbeit zu berichten. Der Alltag in der Werkstatt oder kurz WfbM (Werkstatt für behinderte Menschen). Weil es nochmal was anderes ist, einen „Erfahrungsbericht“ zu lesen, als dieverse „Stellenbeschreibungen“, die sich eher nach Hochgestochenem Deutsch anhören, als nach was anderem.

Neulich hat es mich dann einfach mal interessiert, ob ich einen meiner Beiträge finde, wenn ich das mal so bei Google eingebe. Von wegen, was macht ein HEP. War ja ganz nett beschrieben und auch erklärt. Bringt es im wesentlichen auch ganz gut auf den Punkt. Mal davon abgesehen, dass Heilerziehungspfleger nicht nur mit körperlich oder geistig beeinträchtigten Menschen arbeiten. Sondern auch im Psychiatrischen Bereich tätig sind. Und das auch ein Arbeitsfeld sein kann. Aber darüber kann man hinweg sehen. Solange nicht gerade die Aussage, von einem nicht Wisser kommt „Die arbeiten im Krankenhaus“

Definitiv nicht, außer es handelt sich um eine psychiatrische Einrichtung. Medizinisch gesehen hat ein HEP allerdings nichts im Krankenhaus verloren. Da das wissen einfach viel zu, sagen wir mal, schwammig ist. Als HEP lernst du durchaus Medizinische Faktoren. Was ich anhand von bestimmten Symptomen erahnen kann, was betreffender hat. Damit ich entsprechend handeln kann., Vielleicht auch eine gewisse „Erstversorgung“ vornehmen kann. Die richtige medizinische Behandlung erfolgt aber durch medizinisches Fachpersonal (Altenpfleger, Krankenpfleger, Ärzte). Und ohne eindeutige Einweisung und/oder Verordnung, mache ich in medizinischer Hinsicht, gar nichts. Außer den Notarzt anrufen und erste Hilfe leisten.

Wie hat es meine Chefin immer so schön gesagt „Wir sind eine pädagogische Wohneinrichtung der Wiedereingliederung, und kein Pflegeheim!“ Wo sie recht hat, hat sich recht.

Eigentlich wollte ich auf was anderes raus. In irgend so nem Beitrag habe ich gelesen, dass ein HEP erzieht. Ich habe mich in diesem Moment gefragt, ob ich das tatsächlich tue. Erziehe ich wirklich einen erwachsenen Menschen, der eigentlich seinen eigenen Weg geht? Jemanden der auf dem Papier erwachsen ist? Auch wenn er oder sie eine Behinderung hat?

Ich selbst bin der Meinung, ab einem gewissen Alter, richtet man erziehungstechnisch nichts mehr aus. Oder auch nicht mehr viel. Ich würde tendenziell sagen, ich mache einen Vorschlag und man probiert es aus. Wenn es nicht passt. Auch recht. Oder wie könnte ich noch sagen? Ich zeige verschiedene Möglichkeiten der Problem Bewältigung auf. Sofern das überhaupt umsetzbar ist.

Aber einen Erwachsenen Menschen erziehen? Ich weiß ja auch nicht. Ich würde das nicht so sehen. Würde es eher als Fähigkeitserweiterung sehen. Und wenn derjenige darauf keine Lust hat, dann hat dieser jemand halt einfach Pech gehabt. Meiner Meinung nach. Und wenn dieser jemand für den selben Käse zum fünfzigsten Mal einen Anschiss kassiert, muss dieser jemand einfach mit dieser Konsequenz leben. Und überlegt sich vielleicht ob er das auch ein einundfünfzigstes mal macht. Vielleicht schaltet es irgendwann doch noch den Schalter ob. Oder den Hebel. Oder so ähnlich. Wie auch immer.

In diesem Sinne. Ich wünsch euch was.

Warum ich dafür bin?

Warum ich dafür bin, den Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung zu erweitern? Warum ich dafür bin, ein großes Angebot an Arbeitsbereichen in der Werkstatt anzubieten? Reichen die Bereiche nicht aus die es schon gibt? Muss das sein?

Fragen über Fragen, die mir manchmal durch den Kopf surren. Zu denen ich meine persönliche Meinung habe. Persönlich bin ich nämlich der Annahme, dass auch Menschen mit Behinderung eine Wahl haben sollen. Natürlich haben sie auf gewisse weise eine Wahl. Sie können zwischen den Bereichen wählen, die es schon gibt. Aber was ist wenn da kein Bereich dabei ist? Der ihnen zusagt? Oder wenn ihnen in 10 Jahren genau diese Arbeit nicht  mehr gefällt? Aber etwas anderes genau so wenig passt?

Denke ich da mal selber drüber nach, fällt mir auf, dass der Normalo ziemlich viel Auswahl hat. Haste Abi, geht’s zum Studieren. Haste aber keinen Bock auf Studium, machst du eben eine Ausbildung. Aber welche? Bist du eher Handwerklich begabt, geht’s eher Richtung Handwerk. Und so weiter und sofort. Weißt du nicht was du machen sollst, gehst du zum Arbeitsamt und lässt dich beraten. Dort hilft man dir dann, aufgrund deiner Fähigkeiten weiter.

Hast du keinen Bock mehr bei Arbeitgeber xy zu arbeiten, wechselst du die Stelle. Macht dir der Job keinen Spaß mehr, machst du eine neue Ausbildung oder eine Umschulung. Oder gehst später nochmal studieren. Und so weiter. Aber was ist mit den Menschen mit Behinderung? Natürlich ist nicht jeder Mensch der eine Behinderung hat, gleich ein Fall für die Werkstatt. Aber was ist mit denjenigen die in der Werkstatt arbeiten? Was ist da? Die Auswahl recht schmal. Ohne jemanden schlecht machen zu wollen. Ist es natürlich auch eine Sache die ein gewisses Maß der Überforderung nicht erreichen sollte.

Dennoch bin ich der Auffassung das ein bestimmtes Spektrum geboten sein sollte. Auch wenn es im ersten Moment schon recht groß erscheint.

Aber warum bin ich gerade pro Landwirtschaft? Pro mit Tieren? Pro draußen? Weil ich darin potential sehe. Potential für diejenigen, die vielleicht als „schwierig“ oder „auffällig“ gelten. Die vielleicht andere Anforderungen benötigen.

Mal ganz zu schweigen, was die Arbeit mit Tieren alles bewirken kann. Wäre das schon beinahe Therapie. Naja im übertragenen sinne. Ist es ja inzwischen kein Geheimnis mehr, dass Tiere auf Menschen eine bestimmte Wirkung haben. Für manch einen Menschen mit Behinderung oder psychischen Problemen, positive Erfahrungen und somit Linderung oder vielleicht (übertrieben) Heilung oder Besserung bringt.

Auch andere Aspekte spielen eine Rolle. Meiner Meinung nach, werden verschiedene Kompetenzen gefördert. Geschult. Beigebracht. Verantwortung übernehmen zum Beispiel. Einen Beitrag leisten. Sich kümmern. Positive Entwicklung des Selbstvertrauens und des Selbstbewusstseins. Sozialkompetenz. Und und und. Oder so ähnlich 🙂

Aber leider muss ich hin und wieder feststellen, dass die Idee an und für sich gut ist. Allerdings scheitert es häufig daran, Geld in die Hand nehmen zu müssen. Daran, dass ein solches Unterfangen recht Kostspielig ist. Was leider oft mal ein Hindernis ist, so eine Idee umzusetzen. So irgendwie. Schade eigentlich. Finde ich. So irgendwie.

Kaffeetrinken und Zeitung lesen. Der Alltag eines HEPs?

„Du trinkts da doch nur Kaffee und liest dabei Zeitung!“

„Was tust du da eigentlich? Bauklötze spielen? Türmchen bauen und Bilder malen oder?“

„Da wird doch nix gearbeitet. Zumindest nix richtiges. Ihr macht euch da schon nen chilligen Job.“

Sprüche die ich früher immer mal zu hören bekam, wenn ich erzählte ich würde eine Ausbildung zur HEP machen. Alleine die Aussage, was ich für eine Ausbildung mache, hatt bei den meisten erst mal Fragezeichen im Gesicht verursacht. Weil man das noch nie gehört hat. (Habe ich bestimmt einfach mal erfunden und mir aus der Nase gezogen:))

Bei der näheren Erläuterung, dass es da um die Betreuung von Menschen mit Behinderung geht, folgten eben immer mal die oberen Sätze. Die mich hin und wieder zur puren Weißglut trieben. Weil das gar nicht stimmt. Alles andere, nur stimmen tuts nicht.

Gerade dann, wenn ich einen Arbeitstag hinter mir habe, wie am Montag, weiß ich ganz genau, ich trinke definitiv nicht nur Kaffee und lese auch kein einziges Wort in einer Zeitung.

Als HEP legt man nicht mal eben die Füße hoch

Lasst mich euch einen kurzen Einblick in meinen Job erlauben. Am besten einen kleinen Einblick, in den Arbeitstag am Montag.

Arbeitsbeginn 15:30 Uhr. Jacke runter, in die Hausschuhe rutschen. Schnell an den PC und kurz überfliegen was an Mails und Tagesdoku vorhanden ist. Am besten Zeitgleich noch den Kaffee aufsetzen, kommen die ersten Bewohner schon um 15:40 Uhr von der Werkstatt nach Hause. Und die erste wird, kaum das sie den Wohnbereich im oberen Stock (in dem ich übrigens Dienst hatte) betreten hat (besser befahren), nach einem Kaffee fragen. Und das so lange, bis sie ihre Tasse  bis an den Rand gefüllt, vor sich stehen hat. Vorher wird keine Ruhe herrschen.

Kaum vom PC weg, steht auch die erste Bewohnerin mit ihrem Rolli im Wohnbereich. „Du….kann ich Kaffee?“ Hab ichs doch geahnt. „Mit Milch?“ „mmmmmh. Jap“ Allerdings hatte ich dann immer noch keinen Frieden, musste ich mir gefühlt hundert mal anhören, wann Fasching ist und ob besagte Bewohnerin doch bitte in ihren Schrank schauen darf.

Zwischenzeitlich mal zu unserem aktuell Kranken bewohner geschaut, der derzeit in der WG bleibt. Und Tagesbetreuung von der Bereitschaft hat. Er lag im Bett und schlief. Sollte ihn jetzt allerdings nicht all zu lange schlafen lassen. Schläft der sonst ja Nachts nicht. Und hält die Bereitschaft wach.

Vorher aber noch schnell nach der Wäsche schauen. Gut, alles vom Tagdienst bereits soweit weggewaschen. Lobenswert. Muss ich das schon nicht mehr tun, nachdem ich bis 18 Uhr, mit 4 Bewohnern  alleine bin. Wegen Personalersparnis. Hätte zwar auf den Springer im Stockwerk unter mir zugriff. Macht aber keiner. Kann schließlich nur auf einem Stockwerk mit zwei laufen. Frau Rennt dann leiber alleine. Bis die Bereitschaft ca 2 Stunden später zur unterstützung kommt.

Mittlerweile war bereits Bewohner drei zuhause eingetrudelt. Der dann auch noch regelmäßig, nachdem ich ihm die Jacke und die Straßenschuhe ausgezogen hatte, nach Trinken rief. Welches ich ihm eingeben muss, da er selber nicht trinken kann.

Zwischen Tür und Angel, verfrachtete ich dann, die Kaffeetante, auf die Toilette. Inklusieve Lifter. Nahm bereits den Schlafanzug mit, damit ich sie schon mal umziehen konnte. Wenn sie schon auf dem Klo ist. Natürlich bekam sie noch einen Pulli. Damit es eher nach Daheimrum Kleidung und nicht nach Schlafi aussah.

Die Beine hoch gelegt? Fehlanzeige.

Für nen Kaffee ist immer Zeit

Kaum hatte ich das Badezimmer verlassen, schoss bereits die letzte im Bunde auf die Etage. Ein relativ kurzes Hallo. Darauf ein pampiges „Ist hier n Klo frei.“ Okay. Ich merk schon. Schlechte Laune lässt stark grüßen. War schon auf das schlimmste Vorbereitet, als ich ihr sagte, dass ihre Schwester gerade das Klo blockiert. Nichts. Irgendwas stimmt da gerade nicht so ganz.

Den Kaffee den ich ihr anbot, konnte sie aber so gut wie nicht abschlagen. Ich selbst hatte bis dato lediglich zwei Schluk meines Kaffees getrunken. Im Vorbei rennen. Zwischen Tür und Angel. Kalt war er inzwischen auch noch. Na prima. Aber kalter Kaffee macht ja bekanntlich schön. Den Tee, welchen ich mir kurz vorher gekocht hatte, hatte ich inzwischen auf Ex runter gekippt. Konnte nicht mal sagen ob er gut war.

Die Rauchen doch alle bloß

Kaum einen Schluck Kaffee zu mir genommen, der ja kalt war, hüpfte ich ins Zimmer des Kranken. Der muss aufstehen. Rausgezogen. Richtung Toilette buchsiert. Einlagenwechsel eindeutig notwendig. Laut Doku hatte er ziemlich viel Getrunken. Die Einlage bestätigte mir auch die Dringlichkeit eines Wechsels.

Weiter gehts. Kaum das dieser auf dem Klo saß, schoss ich auch schon wieder ins andere Bad. Beziehungsweise hatte ich es vor. Hielt dennoch kurz inne und dachte so bei mir, ich könnte eigentlich eine Zigarette vertragen. Weshalb ich zwischen den Zeilen kurz auf den Balkon verschwand um der Sucht zu fröhnen.

Jeder andere Raucher würde dafür mindestens 5 minuten brauchen. Ich schaffs in 2 1/2. Ich hab auf die Uhr geschaut. Nikutin abgedeckt. Genuss flöten gegangen. Oder auf Urlaub in den Malediphen. Kommt erst in ein paar Tagen zurück.

Sofortiger abgang ins Bad. Kaffeetante vom Klo geholt. Schalfanzughose anziehen in der Eile verspickt. Hatte ich sie schon im Rolli sitzen als es mir augefallen ist. Naja, mach ichs eben später und richte jetzt nur mal oben rum.

Tiefer Schluck aus der Kaffeetasse. Rin zum Kranken. Vom Klo geholt. Schlafanzug angezogen.

Grantler muss auch noch zur Pflege. Wäre nicht schlecht. Habe ich sonst fünf Kilo Einlage an der Hand hängen. Für die etwas schlecht gelaunte Bewohnerin immer nur für einen Kurzen Moment Zeit zum schwatzen. Ärgert man sich dann schon, wenn man weiß dass im unteren Stock auf 2 Betreuer die selbe Anzahl Bewohner kommt. Die ich alleine schmeiße. Fühlt sich nicht gut an. Wirklich nicht.

Wie war das mit der Zeitung?

Inzwischen, nachdem ich drei Leute gepflegt hatte, fünf Schluck Kaffee getrunken hatte, und eine 2 1/2 Minuten-Zigarette hatte, war es Zeit Abendessen herzurichten. Bei genauere Betrachtung des Kühlschrankes viel mir allerdings auf, dass Brotbelag relativ rar war. Sollte vielleicht fürs Frühstück übrig bleiben. Gemüse schien so oder so Mangelwahre darzustellen.

Entsprechend suchte ich die Tiefkühle nach einem halbwegs schnellen Gericht ab. Das man einfach schnell in die Pfanne knallt und gut ist. Wurde Fisch mit Kartoffeln draus. Nebenher, während ich für die ganze Mannschaft kochte, noch der Kaffeetante beim verkleiden geholfen. Hatte sie doch tatsächlich ihr Kostüm in die Finger bekommen.

Multitaskintechnisch sogar noch rausbekommen, warum die Schwester so schlechte Laune hatte. Der Bus kommt früher. Also der Fahrdienst. Weils angeblich nicht anders geht. Und sie immer ein paar Minuten zu spät in die Werkstatt kommen. Hauptproblem war eigentlich, dass die Schwester jetzt etwas früher aufstehen muss. Ganz zu schweigen, dass sie in der Früh weniger Zeit hat.

Um aufs Zeitunglesen zurück zu kommen. Habe ich allerhöchstens die Anleitung gelesen, wie ich den Fisch in der Pfanne am besten bearbeite. War ich mir da nicht ganz sicher. Eine Zeitung hatte ich bis dahin,  nicht ein einziges mal in der Hand. Und selbst wenn ich es getan hätte, hätte ich mich lediglich über das Titelbild gewundert. Der Inhalt mir gänzlich unbekannt. Und ein Rätsel.

Wenn dann doch mal Ruhe rein kommt.

Gegen 18 Uhr trudelte dann auch meine Verstärkung ein. Was zur Folge hatte, dass etwas mehr Ruhe in die Sach rein kam. Ich sogar Zeit hatte, nach dem Abendessen in aller Ruhe eine Zigarette zu rauchen und sie auch zu genißen.

Mal davon abgesehen, dass ich noch zwei Bewohner zu Bett brachte. Und einer der Beiden, Liebensgewürzigerweise, Durchfall hatte. Fand ich auf die Uhrzeit dann nicht mehr so toll. Von den Latschen gehauen hat es mich eindeutig nicht.

Bewohner soweit fertig. Allerdings noch nicht mit der Arbeit. Wäsche abhängen und zusammenlegen. Maschiene anschmeißen, in der sich innerhalb der letzten Stunden, doch einiges Angesammelt hat. Damit es am nächsten Tag fertig ist.

Küche in Ordnung bringen. Geschirr weg räumen. Tisch wischen. Spüli anschmeißen. Herd sauber machen, Töpfe von Hand spülen, die nicht mehr in die Spüli passen. Doku schreiben. Kontrollieren ob ich alles Abgezeichnet habe, was ich gemacht hatte (Medigabe, Stuhlgang etc.)

Zum Glück musste heute keiner mehr Baden.

Punkt 21 Uhr abgestempelt. Völlig entnervt. Gelöchert wie ein Schweizer Käse von den imme wiederkehrenden Fragen, die kamen.

Chillig? Eindeutig was anders, dass aber definitiv nicht. Badewanne ist mein Ziel und dann ins Bett. Herzlichen Glückwunsch.

 

 

Freitagsdienst

Der gestrige Dienst war ganz schön anstrengend. 13 Bewohner und 4 Mitarbeiter.

Nach 9 Stunden arbeit, hat es mir gereicht. Kann man das glauben?

Ab 15 Uhr waren wir nur noch zu zweit. Die beiden anderen Kollegen haben den Wocheneinkauf erledigt, den man beinahe schon zu zweit machen muss. Schafft man es sonst fast nicht.

Zu zweit dann um den Rest gekümmert. Gepflegt und  gebadet. Wäsche gewaschen, Müll entsorgt. Küche aufgeräumt. Den Haushalt geschmissen

Irgendwie haben wir es dann doch hinbekomnen mal 20 Minuten hinzusitzen und kurz Pause zu machen. Eigentlich 10 Minuten zu kurz Pause gemacht.

Nach 9 Stunden „Wann ist Fasching?“ „Wann gehen wir verkleiden?“ „Darf ich Kostüm suchen?“ hatte ich die Schnautze voll.

Ganz zu schweigen von mehrfacher Pflege und einigen Kilos die ich gehoben, geschoben, gezogen, gerollt oder per Lifter bewegt hatte. Fragen beantwortet, mich mit Technick befasst, Telefonate angenommen und geführt, getröstet und bespaßt hatte.

Wie habe ich es dann noch hinbekommen, 1 Stunde, zuhause meinen eigenen Haushalt zu schmeissen? Und das dann erst gegen 21:40 Uhr, als ich zuhause war? Weiß ich nicht.

Heute habe ich frei.

Morgen geht es dann zum Nachtdienst. Ich bin gespannt. Ob ich diesmal schlafen kann? Man wird sehen.

Mir macht die Arbeit mit Menschen mit Behinderung wirklich Spaß. Aber der Schichtdienst setzt mir langsam zu.

Hoffentlich kommt nächste Woche das Einladungsschreiben. Für die Stelle als Gruppenleitung in einer Werkstatt. Wie schön wäre es, wieder geregelte Arbeitszeiten zu haben.

Ach wie schön ist Panama.

 

Tagebuchreihe 13-Tage Woche: Tag 2

Tag 2
Tag zwei habe ich nun auch geschafft. Der Frühdienst ist für mich heute ausgefallen, zum Glück. Hätte ich nach dem gestrigen Konzert wahrscheinlich garnicht gepackt. Habe heute bis 11 Uhr geschlafen. Kam aber ziemlich langsam in die Gänge.
Vormittags viel mir bereits auf, dass ich leichte Halsschmerzen habe und am Unterkiefer eine Schwellung zu finden ist, die sich anfühlt wie Muskelkater. Ich ließ mich aufklären, dass dies durchaus ein geschwollener Lymphknoten sein könnte. Während der Arbeit wurde dies irgendwie immer schlimmer. Aber irgendwie zieht man die paar Stunden dann doch durch.
Ich hatte heute zum teil wirklich das gefühl zu rödeln. Da ich für 3 Bewohner verantwortlich war. Auch wenn wir zu dritt und ab 18 Uhr zu viert waren. War es trotzdem viel zu tun. Von Baden über pflegen bis hin zum Abendessen und neben her noch Wäsche usw. machen.
Ich bin heute schon ziemlich geschafft. Zumal ich wiederholt nicht pünktlich gegangen bin. Da wir noch diverses zu tun hatte. Unter anderem einen Feedbackbogen für eine Hospitantin zu machen. Bei der es nicht mal sicher ist, ihrer Seits, ob sie überhaupt bei uns anfangen möchte. Danach noch ein kurzes Gespräch mit meiner Kollegin hatte, wegen der aktuellen Situation. Nun ja. Inzwischen bin ich zu Hause, habe Halsschmerzen, die Zigarette schmeckt nicht und meine Pizza habe ich gerade mal zur Hälfte gegessen, weil ich keinen wirklichen Hunger habe.
Ich habe leider so den Verdacht, dass ich irgendwie die erste sein werde, die es aus den Latschen hebelt. Aber auf die Gesundheit muss man achten und wenn es nicht geht, geht es nicht. Ich kann ja schlecht die Bewohner anstecken. Ich werde morgen bei meinem Hausarzt anrufen und einen Termin für übermorgen, nach dem Nachtdienst, ausmachen. Bezweifle ich nämlich stark, dass es bis morgen besser ist.