Tagebuchreihe 13-Tage-Woche: Tag 6

Einleitung

Tag 6 habe ich nun erfolgreich hinter mich gebracht. Allerdings merke ich mittlerweile, dass ich einfach komplett ausgelaugt bin. Die Vorstellung dass ich noch weitere 7 Tage vor mir habe macht es, ehrlich gesagt, nicht sehr viel besser. Zumal immer wieder die Worte eines Kollegen in meinem Kopf wiederhallen. „Schönes frei.“ „Hab nicht frei, hab bis 1 Fortbildung.“ „Ja mai, dass ist fast das selbe. Machst ja nix.“

Die Frage nach dem Frei

Es ist eben nicht das selbe. Frei und Fortbildung. Niemals. Hat für mich nicht wirklich etwas miteinander gemein. Nicht mal ansatzweise und auch nicht wenn man es wollte. Auch wenn ich am  Tag der Fortbildung nicht in der Arbeit bin. Dennoch muss ich morgens aufstehen, damit ich pünktlich da bin. Muss Zuhören. Mich konzentrieren und auch praktisch etwas tun. Auch wenn es nur 4 Stunden waren. Aber frei, ist das für mich nicht.

Die abhanden gekommene Motivation 

Meine Motivation ist aktuell weg. Sie ist im Urlaub, so scheint es mir zumindest. Eine wirkliche Erholung tritt auch nicht ein. Habe ich auch gar keine Chance dazu, mich zu erholen. Wie denn auch,wenn ich keinen einzigen Tag frei habe. Selbst zum Reiten muss ich mich im Moment zwingen und mehrfach überreden. Obwohl Reiten meine Leidenschaft ist. Aber es erst mal bis aufs Pferd zu schaffen, scheint mir im Moment ein richtiger Kraftakt zu sein. Selbst für eine Reitstunde, habe ich aktuell kaum Ambitionen. Kann man sich das vorstellen?

Die nicht eingehaltene Abmachung

Allgemein zieht es mich einfach nur noch runter. An die eigentliche Abmachen, die ich einst mit den Dienstplanschreiber ausgemacht hatte, wird sich neuestem auch nicht mehr gehalten. War die eigentliche Abmachung, dass ich Doppelnächte mache, allerdings nur unter der Bedingung, dass ich danach zwei Tage frei habe. Der Tag an dem ich aus der Nacht komme, nicht eingerechnet. Denn am Tag nach der Nacht, mache ich schließlich auch den Frühdienst mit. Was wiederum bedeutet, dass dies kein freier Tag ist. Allerdings scheint man es im Moment nicht als nötig zu sehen, dies einzuhalten.

Einfach mal weg

Möchte im Moment, am liebsten einfach nur noch weg. Habe keine Lust mehr. Dieses ewige geschichte abzuziehen. Ganz zu schweigen von den Nachtdiensten. Die Nachtdienste sind eigentlich das Schlimmste an der ganzen Geschichte. Kann diese einfach nicht sonderlich gut ab. Trotzdem habe ich diesen Monat geschlagene 5 dieser Sorte.

Mangelnde Motivation

Werde mich trotz mangelnder Motivation, doch in den Stall bewegen. Dort zumindest ausmisten und Futter herrichten. Danach werde ich wohl ein bisschen das Sofa hüten. Vielleicht noch in die Sauna gehen um mich wenigstens ein bisschen zu erholen. Obwohl ich bezweifle, dass es klappt. Auch wenn ich es wollte.

Ideenfreiheit 

Habe im Moment einfach keine Idee, wie ich mich dem ganzen einfach mal entziehen könnte. Würde am liebsten einfach mal eben alles hinschmeißen und für ein paar Wochen herumreisen und mich erholen. Hätte aber dann noch ein schlechteres Gewissen gegenüber meinem Pferd, welches ich sowieso schon habe, weil ich zur Zeit kaum zum Reiten komme. Auch wenn ich beinahe täglich im Stall bin.

Noch nicht beim Arzt gewesen

Beim Arzt war ich nach wie vor immer noch nicht. Auch wenn ich mich wohl besser hätte krankschreiben lassen. Allerdings bin ich, wie ich glaube ich schon mal erwähnt hatte, ziemlich eigen was Ärzte angeht. Möchte ich nicht zu einem x beliebigen Arzt hüpfen. Habe manchmal das Gefühl, dass mich nicht alle Ärzte verstehen und ich mich nicht allen anvertrauen kann oder es vielleicht auch nicht will. Bin ja eh ein Mensch, der nicht jedem vom Fleck weg vertraut. Zu Anfang immer erst misstrauisch ist. Sich das ganze lieber erst mal aus der Entfernung ansieht. Über diesen Zufallsfund berichte ich aber lieber seperat. Wird glaube ich sonst zu viel.

Etwas meckern zum Schluss noch:

Ich habe keine Lust mehr. Und ich habe von einer Stelle auch eine Absage kassiert. Eine Stelle die mich mal richtig interessiert hätte. Arbeit mit Menschen mit Behinderung in der Landwirtschaft. Also mit Tieren und Menschen mit Behinderung. Das wäre mal richtig cool gewesen. Habe gestern den Anruf bekommen, dass die Stelle leider schon besetzt ist. Habe mich etwas geärgert, weil ich mich zu spät beworben hatte. Die Stelle zu spät entdeckt hatte. Meine Bewerbung wird dennoch behalten. Werde dann angeschrieben, sollte sich eine Stelle auftun die zu mir passen würde.

Gestern habe ich übrigens meine Vertragsverlängerung unterschrieben. Wieder nur auf 1 Jahr befristet. Danach heißt es darum bangen, ob ich einen Unbefristeten Vertrag bekomme oder gegangen werde. Prima. Aber fürs nächste Jahr bin ich erst mal abgesichert.

Tagebuchreihe 13-Tage-Woche:Tag 5

Ein herzliches hallo zurück!!

Ich melde mich mal wieder zu Wort. Nach meinem Arbeitstag Nummero 5, der auf zwei Teile geteilt war. Zum einen hatte ich heute morgen bereits Frühdienst, dann heute Abend noch Spätdienst. Da ich jedoch bereits Frühdienst hatte ging mein Spätdienst in der Theorie nur bis um 20 Uhr. So in der Therie.

Der Frühdienst

Der Frühdienst verlief im Grunde ganz normal. Bewohner wecken. Frisch machen. Anzienen. Frühstücken und fertig machen für die Arbeit. Das Aufstehen davor, viel mir allerdings wiederholt schwer. Tut es allerdings immer. Ich habe es nicht so mit dem frühen aufstehen. Schon garnicht soooo früh. Gegen 5:15 Uhr rollte ich mich dann doch aus dem Bett. Kaffee kochen, klamotten an. Mein Kopf schien mich immer noch nicht zu mögen. Medikamente eingeschmisschen. Alles natürlich pflanzlich. Nix volle dröhnung und so.

Im Laufe des Vormittages ging es mir jeodch immer besser und ich konnte kaum glauben, dass die Medis schon angeschlagen hatten. Gegen 8:15 Uhr war ich dann plötzlich alleine. Das der Nachtdienst um 8 Uhr geht ist vollkommen normal. Aber der zweite Frühdienst? Naja, etwas genervt war ich daraufhin schon. Allerdings war nicht mehr viel zu tun. Restliche Wäsche veräumt und dann auch gegangen.

Zwischendrin

Zwischendrin erledigte ich so meine üblichen Dinge. Stall Misten, Reiten gehen. Auch als HEP hat man Hobbys, ja. Könnte man nicht glauben ist aber so.

Spätdienst

Mein Spätdienst, begann also um 16 Uhr. Ich kam ausnahmsweise mal pünktlich. Was nicht heißen soll, dass ich ständig zu spät komme. Möchte mich ja nicht schlecht reden.

Emails Checken, Doku lesen. Nix neues. Kurze zwischenfrage an die Kollegen was ansteht. Wiederholte Feststellung des Tages: Gähnende Leere in Kühlschrank und Vorratsraum. Aus dem Einkauf für den morgigen Tag, wurde kurzerhand der Wocheneinkauf gemacht. Noch kurz auf meine Kollegin gewartet, die mit mir zusammen den Ambulanten Bereich schmeissen sollte.

Bewohner abgewartet. Gefragt wer mit will. Einkaufszettel geschrieben, Geld gezählt und gecheckt. Ich währenddessen den Bus vorgefahren. Naja, gewendet. Ausgeparkt, einbahnstraße entlang gefahren um Vorwärts direkt vor den Eingang zu fahren. Auf einer art „Hautpstraße“ fuhr die Polizei kurz vor mir. Es blinkte plötzlich „STOP, POLIZEI, BITTE FOLGEN.“ Etwas irritiert, sah ich mich um, konnte doch nicht ich gemeint sein. Allerdings dachte ich damit Falsch.

„Grüß Gott. Allgemeine Verkehrskontrolle. Fahrzeugpapiere und Führerschein bitte.“

„Ich wollte eigentlich nur den Bus umparken und habe meinen Führerschein nicht dabei. Der liegt in der WG, etwar 50 meter von hier weg.“

„Wissen sie weshalb wir sie angehalten haben? Sie sind nicht Angeschnallt. Dies ist eine Verkehrswiedrigkeit. Weshalb wir nun ein Verwarnungsgeld von 30 € verlangen.“

*Stimme im Kopf an.* Wann darf ich mal was sagen? Hätten wir es dann? Die Polizistin ist aber nicht sehr gut drauf. *Stimme im Kopf aus.*

„Och nö. Ich wollte doch echt nur mein Auto umparken.“

„Haben sie irgend ein Dokument dabei mit dem sie sich ausweisen können.“

„Nein, wie gesagt, mein Geldbeutel liegt in der WG. Ein paar Meter nur von hier weg.“

„Zahle sie Bar, oder sollen wir ihnen einen Überweisungsträger ausfüllen. Damit sie e dann überweisen können.“

„Ich hätte gerne den Überweisungsträger. Hab nicht so viel Bargeld dabei.“

„Haben sie irgendwelche Dokumente dabei mit denen sie sich ausweisen können? Ausweis, Versichertenkarte?“

„Nein, alles liegt, da hinten ein paar Meter weiter, in der Arbeit, in der WG. Und ich wollte einfach nur den Bus umparken. Wäre es wohl herzlich unangebracht gekommen, zwischen den ganzen Autos, rückwärts in der Einbahnstraße herumzufahren.“

*Kurzes Nachdenken seitens der Polizistin*

„Sie sind also von -Zensiert-“

“ Nein von -Zensiet-“ *man stelle sich einen säuerlichen Unterton vor*

“ Dann drücken wir nochmal ein Auge zu. Dann legen sie jetzt aber bitte den Sicherheitsgurt an. Und beim nächsten mal führen sie bitte alle Dokumente mit sich. Auch wenn sie nur kurz das Fahrzeug wechseln.“

Etwas verärgert fuhr ich also zur WG zurück. Als ich es meinen Kollegen erzählte, sorgte ich mit dieser Geschichte für allgemeine Belustigung. Werde wohl mehrere Wochen noch diverse Anspielungen dazu zu hören bekommen.

Beim Einkauf, hatten wir dann zwei Einkaufswägen voll beladen. Rewe war somit auf einen Schlag 400 € reicher, ich hatte haufenweise Paybackpunkte mehr. Gähnende leere somit abgeschafft.

Außerdem hatten wir dann noch Besuch von unserem Kinesthetics Profi in der WG. Der uns über die Schulter schauen wollte. Tipps geben etc. Ich bat ihn kurz vor feierabend, nachdem ich mit Abrechnung usw. fertig war, mir noch bei einer Bewohnerin über die Schulter zu schauen, während ich sie auf ein Rollbrett legte.

Ich war erstaunt, als ich ein riesen Lob für meine Entdeckung bekam. Denn, auf genau diese Idee oder Vorgehensweise waren sie noch garnicht gekommen. Ich freute mich natürlich wie Bolle darüber, diesen Weg vor ein paar Tagen entdeckt zu haben. Welcher tatsächlich sehr viel Aufwand und Plagerei herausnimmt. Meine Hausaufgabe nun: Den anderen Mitarbeitern diesen Weg zeigen um Belastung zu vermeiden. Um 20:30 Uhr machte ich dann feierabend. So viel zum Thema um 20 Uhr aus haben.

Wies mir jetzt so geht

Inzwischen liege ich auf dem Sofa. Ziemlich müde. Schlapp. Ausgelaugt. Krankheitstechnisch geht es mir inzwischen immer noch recht gut. Kopfweh hab ich nur noch bedingt. Sonderlich viel Lust etwas zu machen habe ich jedoch nicht. Bin ich einfach viel zu müde und könnte auf der Stelle und vom Fleck weg einschlafen.

Morgen steht dann der nächste Tag an. 4 Stunden Fortbildung mit dem Titel: Rückenschonendes Arbeiten. Nachdem ich mich nun schon länger vom Fernseher besabbeln lasse, werde ich jetzt noch kurz duschen gehen. Danach, Bett. Schlafen. HAbe ich einen anstrengenden Tag nochmal vor mir.

 

 

Tagebuchreihe 13-Tage-Woche: Tag 4 Nachtrag

Tag 4

Gestern habe ich es tatsächlich nicht mehr auf die Reihe bekommen, meinen Beitrag zum vierten Arbeitstag zu verfassen. War ich einfach viel zu fertig mit der Welt. Total im Eimer.
Nach dem Nachtdienst, ist es bei uns üblich, dass der Frühdienst noch im Obergeschoss mitgemacht wird. Zwar nicht bis um 9, aber dafür bis 8. Ab 6 Uhr kommt bereits der Frühdienst fürs Untergeschoss, um 7 der zweite fürs Obergeschoss.
Gegen dreiviertel 5 war ich dann bereits wach. Nachdem ich zum einen vom schlafen ziemlich verschwitzt war, zum anderen gefroren hatte, stellte ich mich nochmals unter die Dusche um in die Gänge zu kommen. Danach bereitete ich schon mal das Frühstück für den ersten Bewohner her. Dieser war dann bereits gegen kurz nach halb 6 fertig angezogen und frisch gemacht.
Nachdem dieser Bewohner immer erst ein wenig Zeit braucht, bevor man was von ihm erwarten kann, ließ ich ihn erst einmal in Ruhe und ging los, die erste Bewohnerin im Untergeschoss zu wecken, damit sie Zeitig auf die Toilette kommt. Hat sie meist einen sehr aufgeblähten bauch und benötigt erst einmal Zeit für sich auf der Toielette. Allgemein benötigt sie morgens immer etwas mehr Zeit. Als ich die Dame auf der Toilette hatte, kam schon gegen zeh vor 6 die erste Kollegin. Kurze Übergabe, kurz zusammen ein Käffchen trinken und eine rauchen, bevor es zum wesentlichen übergeht.
Inzwischen konnte ich dann mit meinem Bewohner im Obergeschoss frühstücken. Bis etwa 8 Uhr, erledigte ich noch diverse Dinge. Machte noch eine zweite Bewohnerin fertig und um kurz nach 8 stempelte ich dann aus und ging nach Hause.
Zu Hause legte ich mich dann sofort ins Bett. War ich viel zu fertig um mit 4 Stunden schlaf auszukommen. Zumal ich einfach bei jeder Bewegung pullsierende Kopfschmerzen hatte. Nachmittags besuchte ich dann noch kurz meine Tierchen. Musste einfach sein. Den restlichen Tag verbrachte ich auf dem Sofa vor dem Fernseher. Regelmäßiges vollstopfen mit Sinupret und Esperitox. In der Hoffnun, dass es hilft.

Tagebuchreihe 13-Tage-Woche: Tag 3

Tag 3

Vorwort

Wieder mal ein kurzes guten Tag meiner Seitens. Bevor der Tag Endet möchte ich noch meinen Bericht abliefern, über den ersten Teil meines Dienstes. Der zweite Teil wird wohl morgen Nachmittag/Abend online gehen. Denn ich vermute, ich werde keine große Motivation haben, nach dem Nachtdienst noch groß zu tippen.

Vor der Arbeit

Der heutig Tag, war irgendwie komisch. Morgens bin ich wieder nicht richtig in die Puschen gekommen. War dauerhaft müde und schlapp. Obwohl ich lange und außreichend geschlafen haben müsste. Meine Halsschmerzen definitiv schlimmer. Kontaktierte daher heute Vormittag bereits meinen Hausarzt. Mit dem festen Entschluss, für den morgigen Tag einen Termin zu vereinbaren. Allerdings wurde ich enttäuscht. Diese so wie nächste Woche ist dieser noch im Urlaub. Zur Vertretung möchte ich jedoch nicht. Deshalb wird es auf meinen zweiten Arzt hinaus laufen.

Denn ob ich will oder nicht. Ich muss. Warum ich erst für morgen einen Termin ausmachen will? Hatte ich im Grunde ein total schlechtes Gewissen, gegenüber meinen Kollegen, heute erst Nachmittags anzurufen, dass ich krank bin. Hatte ich morgens definitiv zu lange geschlafen um morgens noch jemanden zu erreichen. Deshalb wollte ich diesen Dienst noch durchziehen, bevor ich mich morgen krank melden wollte. Im Nachhinein, denke ich mir gerade, hätte ich mal lieber angerufen.

Arbeit

Um 18 Uhr begann also heute mein Arbeitstag. Antritt zum Nachtdienst, in dem ich mich noch befinde. Allerdings ist es Bereitschaft und ab jetzt, habe ich sozusagen Pause, bis jemand klingelt oder aufstehen sollte. Ich sitze vor meinem Laptop, den ich extra mitgebracht habe, und habe mich via Mobiles Internet eingeloggt. Lieber auf Nummer sicher, bevor es heißt ich würde privates am PC der Arbeit machen.

Natürlich hatte ich wieder ziemlich viel zu tun. Trotz Nachtdienst. Mehrere Bewohner pflegen und frisch machen. Essenseingabe und so weiter. Was eben so anfällt. Ab 20 Uhr wurden es plötzlich immer weniger Mitarbeiter. Bis ich schließlich ab 21 Uhr alleine im Haus war. Tendenziell genervt. Denn es ist wirklich anstrengend, wenn man insgesamt 5 Bewohner zu Bett bringt. Größtenteils Rollstuhlfahrer.

Meine Halsschmerzen machten sich mittlerweile immer heftiger bemerkbar, dass sogar das nicht schlucken weh tat. Und es auch immer noch so ist. Leider Gottes. Kopfschmerzen kommen nun zusätzlich auch noch dazu. Werde mir früher oder später doch eine Tablette einwerfen. Irgendwelche Idioten machen draußen gerade ein Feuerwerk. Normal würde es mich nicht stören. Heute aber irgendwie schon.

Fazit

Ich schleppe mich nie mehr krank in den Nachtdienst. Man sitzt einfach nur da und hofft, dass endlich die Kollegen kommen. Spätestens als mich vor kurzer Zeit der Schüttelfrost gepackt hatte. Allerdings bringt mir das auch nichts, denn vor 08:00 Uhr werde ich die Arbeit nicht verlassen. Glaube ich. Und irgend einen Arzt muss ich noch finden, der mich nimmt. Morgen früh. Direkt nach dem Dienst.

Nachdem ich bei 25 Grad Zimmertemperatur, inklusive Pulli friere und Eis kalte Hände habe, werde ich nun versuchen ob eine heiße Dusche etwas hilft.

Jammerlappen verabschiedet sich hiermit vom ersten Teil, des Nachtdienstes.

 

 

Tagebuch Reihe 13-Tage-Woche: Tag 1

Arbeitstag 1

Wie ich bereits angekündigt habe, werde ich nun für die nächsten 13 Tage berichten. Darüber, wie es ist, geschlagene 13 Tage am Stück zu arbeiten. Blöd gesagt 13 Tagewoche. Herzlichen Glückwunsch an alle, die lediglich eine 5 Tage Woche haben.
Bereits als ich meine neuen Dienstplan sah, wurde es mir einfach nur noch anderst. Die aktuelle Personalsituation macht es einem einfach nicht leicht. Und diejenigen die noch übrig geblieben sind, sind kurz davor ausgebrannt zu sein.

Heute trat ich also meinen ersten Arbeitstag, im Arbeitsmarathon an. Ich besuchte zusammen mit einer Kollegin und zwei Bewohnern, dass Konzert von BossHoss in der Freilichtbühne. Da wir frühzeitig da sein wollten, begann mein Arbeitstag also um 17 Uhr. Als ich eintrudelte bekam ich den ersten fast Herzkasper.

Kein Dienstfahrzeug war da. Was mich natürlich beinahe austicken lies. Wie sollten wir ohne Auto, geschweigedenn ohne Bus mit einem Rollstuhlfahrer dort hin kommen? Die Frage löste sich jedoch von selbst recht schnell. Wurde der Bus von einem Kollegen aktuell abgeholt. Zum Glück. Dies schien jedoch nicht alles gewesen zu sein. Eine weitere Kollegin (aus einer anderen WG) stand schon in der Türe. Sie wollte den Caddy holen. Denn sie würde mit einem Bewohner auf das BossHoss Konzert wollen. Betretenes Schweigen. Der Caddy ist gerade unterwegs, da wir diesen gegen den Bus tauschen. Wiederholtes betretenes Schweigen. Kurz um, wir beschlossen die Kollegin samt Bewohnerin, später einfach mit dem Bus mit zu nehmen, da es auf dem Weg zum Konzert auf dem Weg lag.

Während der Fahrt zum Konzert, begann es bereits zu regnen. Wir hatten allerdings das Glück, Plätze im überdachten bereich zu haben. Währe ja noch besser gewesen, wenn nicht. Gerade bei dem Schüttewetter. Auf dem Behindertenparkplatz, der direkt beim Entpsrechenden Eingang lag, konnte ich zwischenzeitich meine Rückwärts-Seitwärts Parkkunst unter Beweis stellen. Denn wenn das Fräulein was kann, dann Rückwärts einparken. Ein Anerkennendes Nicken des Feuerwehrmannes der mich in die Lück gelotst hat. Eingeparkt wie ne Eins. Und das mit einem Sprinter.

Leute ausladen. Witziges geplänkel mit der Kollegin. Ein verwirrter Feuerwehrmann (der Übrigens aussah wie der Sänger Nils von den Wiese Guys), den man darüber aufklären musste, dass wir immer so miteinander sprechen und es sich hier einfach nur um Spaß handelt. Der Schotterweg oder Platz, auf dem wir Standen, konnten wir mit den Rollis nur mit Müh und Not überwinden. Und sowas ist dann ein Behidertengerechter Parkplatz. Aber Frau will ja nicht meckern.

Das Konzert begann mit einer geschlagenen halben Stunde verspätung. Gut war es trotzdem. Nach dem Konzert beschlossen, dass wir fragen ob wir mit dem Bus rückwärts direkt Richtung Bühneneingang fahren könnten. Dort war es Geteert. Was heißt, wir können die Rollis besser verladen und müssen nicht mehr durch den Schotter. Der Feuerwehrmann, den ich ansprach, hatte dafür volles Verständniss und wir durften mit dem Bus auf das Festgelände. Wiederma eine Herrvorragende Rückwärtsleistung an den Tag gelegt.

Nach einem kurzen Abstecher bei Mci, musste ich vor dem Restaurant, erst einmal über einen Parkter mokieren, welcher ohne Behindertenausweis auf einem Behindertenparkplatz parkte und weshalb ich jetzt in hinter-was-weiß´-ich parken muss. Nicht bedacht hatte ich jeodch, dass der Mann der draußen stand, der Besitzer des besagten PKW sein könnte. Er gab zu, dass er dachte das um die Uhrzeit keiner mehr käme, der Anspruch drauf hätte. Wir haben uns noch kurz unterhalten. Habe ihm auch meine Lage geschildert, dass es mir schon öfters passiert war, dass Behindertenparkplätze belegt warn. Was mich wiederrum einfach nur nervt.

Zurück in der WG, noch gemeinsam zu Abend gegessen. Es war ein sehr netter Abend. Dennoch endete der Tag für mich erst um 0 Uhr. Daheim war ich erst gegen 0:15 uhr Nun ist es spät. Ich bin müde und mein Beitrag fertig. Durch das viele draußen stehen ist mir kalt. Ich werde nicht warm. Auch der Regen hat seinen Teil beigetragen.Duschen schiebe ich auf morgen. Bin jetzt zu müde.

Seit ein paar Tagen habe ich bereits immer weider unterschwellige Kopfschmerzen. Und die Halsschmerzen scheinen auch langsam zu kommen. Der aktuelle Husten, scheint von tief unten zu kommen. Noch huste ich aber eher selten etwas mit hoch. Mein Hals fühlt sich ausserdem etwas so an, als würde etwas angeschwollen sein. Meine Ohren fallen ständig zu. Ich brüte glaube ich etwas aus. Ich hoffe, kein Antibiotika nehmen zu müssen, so wie beim letzten mal.

Gute Nacht alle zusammen!

Bilder vom konzi findet ihr auf meinem Profil auf Instagram

 

Was für eine Woche, Wochenvorschau

Was für eine Woche.

Theoretisch gesehen, wollte ich bereits mehrfach, eine Wochenvorschau von mir geben, für die nächste Woche. Allerdings hat das geschlagene 4 Tage (fast) nicht geklappt. Denn über den Internetexplorer konnte ich WordPress nicht mehr öffnen. Darüber hatte ich ja bereits berichtet. Hatte mich dann an das Forum gewand, konnte mit den Mitteilungen und Antworten, die ich bereits las, nicht viel anfangen.

Ich beherzigte dann, den Tipp eines Blogkollegen, der ein ähnliches Problem hatte. Er wechselte dann den Webbrowser. Und siehe da, es funktioniert wieder. Jippi!!!

Wochenvorschau

Es wird nächste Woche eine neue, 13 Teilige Reihe, meinerseits geben. Eine Art Tagebuch. Als Anlass dafür, wurde von mir meine, ab heute, 13 Tage Arbeitswoche genommen. Ich werde darüber Berichten, wie es mir in diesen 13 Tagen am Stück ergeht. Was passiert ist, wie es mir geht, was ich davon halte. Wie es mir danach geht.

Ich denke das es wahrscheinlich Vorhersehbar sein wird, dass es mir nach einer bestimmten Zeit, nicht mehr so wahnsinnig gehen wird. Es darauf hinaus läuft, dass ich fix und durch bin. Meine Motivation im Keller. Erholung null.

Wie sich der Dienstplan zusammensetzt? Nun ja, aus ganz normalen Diensten eben. Darunter 3 Nachtdienste. Haufenweise Fortbildungen und so weiter. Es wird anstrengend werden. Vor allem die Tatsache, sich in Fortbildungen zu setzten, die man schon zwei mal gehört hat.

Beginnen wird das Tagebuch heute. Der Beitrag wird aber wahrscheinlich erst heute Nacht irgendwann online gehen. Denn mein Arbeitstag beginnt heute erst um 17 Uhr und endet gegen 01:00 Uhr Nachts. Wir werden sehen 🙂

P.S.: Die Reihe wird wie folgt heißen: Tagebuch Reihe 13-Tage-Woche: Tag xy

Weshalb ich des Nachts auf dem Balkon rauche

In einem Vorigen Bericht habe ich glaube ich schon mal erwähnt, dass ich einst eine etwas gruselhafte Situation im Nachtdienst hatte. Was mitunter auch eine meiner Begründungen sein dürfte, weshalb ich meist auf dem Balkon rauche und nicht auf der Terrasse. Also des Nachts eben.

Warum ich auf des Nachts auf dem Balkon rauche

Kurz gesagt, war es mir in den Nachtdiensten schon immer etwas zu wieder auf der Terrasse im Erdgeschoss zu rauchen. Weshalb ich mich meist auf den Balkon verzog. Zusätzlich schaltete ich hierbei auch immer noch das Außenlicht an. Was ich eigentlich immer noch tue.

Kurz und gut, ich habe schiss, des Nachts von irgend einem Deppen überrascht zu werden. Sei es ein Einbrecher oder einfach nur ein Betrunkener oder ein auf der Straße lebender (Penner oder Bettler hört sich so abwertend an irgendwie). Vom Balkon aus, inklusive Balkonlicht, habe ich einen recht guten rundumblick und hätte auch noch halbwegs genügend Zeit zurück ins Haus zu rennen. Und den Notfalldrücker zu drücken. Bin ein kleiner Schisser, schon klar.

Was es mit der Gruselsache auf sich hat

Es begab sich, dass ich tatsächlich eines Bereitschaftsdienstes schlafen konnte. Zwar einen eher leichten Schlaf, aber immerhin schlaf. Ich lag im Bereitschaftszimmer, auf dem Bett. Irgendwann hörte ich es, Tapp, Schlurf, Tapp, Schlurf. Im Halbschlaf kapierte ich noch nicht ganz was los ist. Bis ich wach war und wusste, dass eine Bewohnerin soeben am Zimmer vorbeigetrottet war.

Gott war das eine leidige Zeit, in der die Rufanlage nicht funktionierte. Und somit auch nicht die Vorrichtung die es klingeln lässt, sobald die Bewohnerin nur einen Fuß aus ihrem Bett setzt. (Diese Vorrichtung dient lediglich dazu, dass man mitbekommt, wenn besagte Bewohnerin des Nachts aufsteht und auf Wanderschaft geht).

Bewohnerin eingesammelt. In ihr Bad buchsiert. Nachtwindel, die gefühlt 10 kg wog ab gemacht. Die Dame auf die Toilette gesetzt. Plätschern ertönt. Ich verziehe mich für einen kurzen Moment aus dem Bad.

Als ich Bewohnerin xy, wieder im Bett hatte, viel mir etwas auf. Das Licht am Parkplatz brannte. Ich fragte mich, warum zum Teufel ist der Rollo nicht unten und warum brennt das Licht da draußen? Naja, Rollo ganz runter. Bewegungsmelder wahrscheinlich reagiert, als jemand an der Straße vorbei lief.

Kurz darauf hörte ich ein scheppern. Wunderte mich nicht. Wird draußen  irgendwas gewesen sein. Legte mich hin. Schlief weiter. Am nächsten Morgen, als ich auf dem Balkon stand, natürlich zum rauchen, wurde mir klar was der knall zu bedeuten hatte. Eines der Beiden Gartentore stand offen. Das andere war zu.

Das Licht am Parkplatz konnte gar nicht von der Straße anspringen. Hätte man dazu um die Ecke laufen müssen. Da stiefelte wohl jemand mitten durch unseren Garten durch! Fahrradhütte abgesucht. Könnte ja sein, dass sich doch jemand dort einen Schlafplatz gesucht hatte. Nichts. Okay. Sacken lassen. Abwarten. Kollegin erzählen.

Höchst wahrscheinlich, war es jedoch einer der Nachbarn, der des Nachts den Garten als Abkürzung verwendet hatte. Einer dieser Fraktion die nicht außen rum laufen können. Aus reiner Bequemlichkeit und Faulheit heraus.

Die nächtliche Backerietis, oder wenn man in der Bereitschaft nicht schlafen kann

Nachtdienst. Einer dieser Nachtdienste an denen ich nicht schlafen kann. Gefühlt stündlich zum Rauchen auf den Balkon im 1. Stock schleiche. Im EG möchte ich nicht rauchen. Habe ich zu viel bammel, ich könnte jemanden übersehen, der dort durchläuft. Habe ich vor einigen Wochen erst eine etwas erschreckende Erfahrung im Nachtdienst gemacht. Dazu aber später.

Einer dieser schlaflosen Nachtdienste, an denen ich wieder mal anfange zu backen. Ist ne merkwürdige Angewohnheit von mir. Fernseher an, Backzeug her. Und los geht’s mit dem Gewerkel und das mitten in der Nacht.

Die Sache mit dem Backen

Ist ein ganz netter Zeitvertreib wenn man des Nachts nicht schlafen kann. Gerade dann, wenn man weiß es ist Wochenende, das Haus gerammelt voll und man könnte damit den Bewohnern als auch Kollegen eine kleine Freude machen. Weil ja Wochenende ist.

Abgang in den Vorratsraum. Vorstellung davon, was ich mache, habe ich schon. Dies und das. Allerdings muss ich mich dann immer wieder etwas in meiner Vorfreude bremsen. Denn meistens ist nicht mal die Hälfte der Zutaten im Haus. Weshalb ich letztlich dann doch immer wieder beim üblichen Hefezopf lande. Naja. Wollte ich ja kürzlich Vorrat kaufen. Ging aber nicht. Nicht genügend Geld da. Hat gerade mal für den Wocheneinkauf gelangt. Der aber auch nicht sehr üppig ausgefallen war. Hätten sie mal lieber mich aussuchen lassen sollen. Einkaufen ist da aber so ne andere Klasse.

Zurück zum Backen. Fabriziere ich also wieder mal einen Hefezopf. Wieder mal. Nun gut, so oft kommt es auch nicht vor. Habe ich schließlich nicht dauernd Nachtdienst, auch wenn es mir oft so vor kommt. Alles gemischt, teigt gegangen, Produkt im Ofen. Ich döse auf dem Sofa ein. Schrecke hoch. Gott sei Dank, der Zopf ist noch nicht verkockelt.

Prima. Bin nun wieder hell wach. Was tue ich jetzt? Vor mich hin wurschteln. Auf schöneres Wetter warten.

Am nächsten Tag und die Kollegen

Ein Bewohner hat es mir inzwischen schon mal mitgeteilt. Ich solle ja nicht auf die Idee kommen, damit aufzuhören, mit dem Backen im Nachtdienst. Weil ich immer so coole Sachen fabriziere. Ihn würde es immer total freuen, wenn es auch mal was anderes gibt.

Manche Kollegen sehen dies jedoch irgendwie etwas anders als mein lieber Bewohner. Am nächsten Tag läuft es dann folgender maßen ab. „Du hast gebacken?“ „Ja sieht ganz danach aus, als hätte ich das getan. Ich konnte nicht schlafen.“ „Schaut gut aus. Aber xy mag das nicht und yz sowieso nicht.“ „Schon mal probiert?“ „Nö“ „Woher weißt du dann, dass er es nicht mag?“ betretenes schweigen.

Oder es läuft so: „Poa geil, du hast heute nacht gebacken! Hast wieder nicht schlafen können oder?“ „Nö, scheinbar konnte ich das nicht.“ „Das sieht voll lecker aus und riechen tuts auch voll gut.“ „Freut mich.“ „Ich glaub da muss ich mir auch ein Stück nehmen von.“ „Osterbrot schmeckt übrigens besonders gut mit Marmelade, oder mit Schinken.“ „Echt jetzt? Haben wir Schinken da?“ „Weiß nicht, schau nach, glaube aber nicht.“

Was ich kürzlich zu hören bekam

Als ich vor einiger Zeit zur zweiten Nacht in Folge kam

Badtür scheppert auf.

„Ach du bist es. Du ich hab ein Anliegen. Bitte heute nicht Backen. Es sind fast keine Bewohner da und wir waren heute auf einem Ausflug. Außerdem hatte heute fast keiner Hunger. Von dem letzten Kuchen ist noch gut was da.“

Okay, zur Kenntnis genommen. Alles in Ordnung. Koch ich eben Rührei zum Frühstück. Tuts aus. Bin heute außerdem viel zu müd. Keine Lust zum Backen. Andermal vielleicht wieder.

Kurze Zeit später, die nächste Kollegin.

„Poa, du hast letzte Nacht schon wieder gebacken! Es sind kaum Bewohner da und es isst keiner was davon. Außerdem, ist das Zeug was du da gemacht hast, total hart. Bekommt ja kein Mensch Runter. Und für xy müsste man es eh in den Mixer stecken.“

„Das ist kein Dingsbums, das sind selber gemacht Müsliriegel.“

„Ist ja egal jetzt, was es ist. Auf jeden Fall, hat kein Mensch davon was gegessen und die Stehen immer noch da.“

(Frage an mich selbst, es hat kein Mensch was von den Riegeln gegessen, sie sind aber stein Hart und man bekommt sie nicht runter? Kapier ich nicht)

„Kann man ja morgen auch noch essen, die werden ja nicht schlecht.“

„Es geht halt einfach ums Prinziep….“

Daraufhin ins andere Geschoss verschwunden. Müslirigel kosten. Stein hart. Was ist denn an den Riegeln stein hart? Die sind Butter weich und man kann gut runter beißen. Naja könnt etwas süßer sein.

Kollegin 1, kam derzeit nochmal zu mir.

 „Du das war frei nicht böse gemeint vorhin. Ich wollte dir das nur sagen. War halt bisi viel heute.“

„Schon okay. Sind ja noch länger haltbar die Teile. Außer man befindet sie wirklich für zu hart. Oder zu unsüß“

 „Die sind doch gar nicht hart! Außerdem schmecken die echt gut.“

Auch von anderen Kollegen bekam ich lob für die guten Müsliriegel, die viel zu hart waren (angeblich), die keiner essen wollte (angeblich) und die nicht süß genug wären (angeblich)

Was die Chefin davon hält

Meine Chefin und Kollegin, kam vor einiger Zeit auf mich zu. Sie mache sich sorgen. Ich würde ja nachts immer so viel Backen. Ob ich das nicht ein bisschen einschränken könnte. Auch ihr erklärte ich gerne nochmal, dass ich anfangs im Nachtdienst überhaupt nicht schlafen konnte und auch 9 Monate später noch immer so hin haut.

Laut ihrer Ansicht sollte ich aber schlafen. Ob ich könne oder nicht, spielte hier wohl keine Rolle. Ich sollte doch dann lieber TV schauen und versuchen zu schlafen. Lesen wäre doch auch eine Idee. Danke vielmals für diese Verständnislosen ääää Verständnisvollen Tipps. Wäre ich selber nie drauf gekommen.

Weiter im Text. Das Backen in der Nacht halte sie für keine gute Idee. Ich sollte doch lieber Bewohner mit dazu nehmen. Lieber Tagsüber mit den Bewohnern zusammen Backen. Mir einen schnappen und einfach machen. Äm. Wie jetzt? Wann soll ich das denn Tagsüber machen, wenn nie Zeit dafür ist? Das habe ich natürlich nicht gesagt. Meine Antwort war viel schlagfertiger. Berief ich mich nämlich auf die Erfolgssicherung. Müsste ich doch neue Backrezepte erst mal ausprobieren und verbessern. Um zu wissen wie es geht, damit es dann zusammen mit dem Bewohner klappt und gelingt. Wollen wir ja wie gesagt den Erfolg und das Ego der Bewohner stärken. Das Ego ist nämlich bei manchen etwas angeknackt. Wobei man natürlich auch die Frustrtionstolleranz nicht ganz vergessen darf.

Meine Chefin könne das natürlich voll und ganz verstehen. Aber ich könnte das ja auch mit einem fitteren Bewohner ausprobieren. Dann könnte ich ja einfach mal mit Bewohner xy, einen kleinen Zopf machen. Weniger Teig machen und dann eben Backen.

Sonderlich weit kamen wir mit unserem Gespräch jedoch nicht. Unsere Ansichten und Meinungen schienen sich hierbei nicht ganz einige zu werden.

Die Sache mit der Elternarbeit

Wie man bereits von mir hörte, ich, das Fräulein, arbeitet in einer WG für schwerst mehrfach Behinderte Menschen. Zwei Stationäre Gruppen, für Menschen die einen sehr hohen Unterstützungs- und Pflegebedarf haben. 6 Appartments mit ambulant Betreuten, deren Unterstützungsbedarf etwas geringer ist, wobei das auch nicht immer zu 100 % zutrifft.

Was mich in Alltag in der WG immer wieder ereilt: ELTERNARBEIT. Diese gehört dazu, ob ich will oder nicht. Zumal die meisten Eltern unserer zu Betreuenden, die gesetzliche Betreuung für ihre Kinder haben. Heißt, sie sind deren Vormund. Wie bei Minderjährigen deren Eltern eben. Aber nur weil ein Mensch eine Behinderung hat, hat dieser nicht automatisch eine Betreuung. Solange der Betreffende noch minderjährig ist, haben die Eltern die Vormundschaft. Sobald das 18 Lebensjahr erreicht ist, läuft diese, wie bei jedem anderen auch, ab und der Betroffene ist im Grunde Herr der Lage.

Kurz um, die gesetzliche Betreuung muss beantragt werden. Über das Amtsgericht, wenn ich mich nicht ganz irre. Ein Gerichtshelfer oder Gerichtspfleger kommt dann auf Besuch, schaut sich den Betroffenen an. Es kommt zu einer Verhandlung, bei der auch der Betroffene anwesend zu sein hat. Der Richter macht sich ein Bild, ob eine Betreuung aufgrund der Behinderung notwendig ist. Der Betroffene, darf sich zu der Sache dann auch selbst äußern, sofern es ihm möglich ist. Die Betreuung ist dann, auf einen bestimmten Zeitraum befristet. Danach geht das ganze Zienober von vorne los. Anhörung, Verhandlung, Entscheidung. Könnte ja sein, dass sich innerhalb von 2 Jahren die Behinderung gebessert hat und der Betroffene gar keine Betreuung mehr benötigt.

Lange Rede, kurzer Sinn. Im Grunde wollte ich auf die Elternarbeit hinaus. Das Eltern natürlich nur das Beste für ihr Kind wollen, ist klar. Aber, im Bereich der Behindertenarbeit, empfinde ich die Eltern oft als weitaus Anstrengender, als andere Eltern. Man muss jedoch unterscheiden.

Die Lockeren

Dieser Teil der Eltern ist zwar in der Unterzahl, jedoch trotzdem Vorhanden. Diese Gruppierung ist die Angenehmste von allen. Sie Befürworten so ziemlich alles, was man Fördertechnisch mit den Kindern vor hat. Gespräche verlaufen meist sehr harmonisch und entspannt. Sie möchte zwar gerne über einiges Informiert werden. Sehen vieles aber weitaus lockerer. Denn, ihr Kind ist nun erwachsen und führt ein eigenes Leben.

Die übervorsichtigen oder die, welche nicht loslassen können

Übervorsichtige Eltern gibt es überall.. Egal wo man hinsieht. Im Alltag merkt man es eigentlich wenig. Dafür um so mehr wenn diese anwesen oder am Telefon sind. Mehrfaches und ständiges nachfragen, wie es dem Kind geht. Ständiges hinterherrennen, und begutachten ob man wirklich alles macht. Ob Medikamente verabreicht werden, Betreuungsstunden eingehalten werden. Vieles wird in Frage gestellt. Ganz nach dem Motto, kann das mein Kind überhaupt?

Die Penentranten

Diese Gruppe der Eltern, ist eine der etwas schwierigeren. Teilweise auf dem Film „Mein armes Kind“, verhätschelnt und verziehend. Dem Kind jeden Wunsch erfüllend, es nichts selber machen lassen. Wobei man das eigentlich auch in die Vorherige Gruppe einpacken hätte können. Allerdings sind diese gegenüber den Betreuer teils ziemlich anstrengend. Regelmäßige Emails oder Anrufe, um zu erklären, wie man seine Arbeit zu tun hat. Ständiges erfragen nach diversen Umständen. Limiteinrichtung der Konten, damit ja nicht mehr als ein bestimmter Betrag pro Woche vom Konto abgehoben werden kann. (Nennt sich übrigens auch Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für den Betreuer, da dieser nicht gleich für 1 Monat im Vorraus das Geld holen kann um dieses Auszahlen zu können. Sondern man muss Wöchentlich zur Bank rennen um Geld zu holen). Permanentes Gefrage ob dies, dass und jenes schon erledigt wurde. Außerdem wird nicht mit jedem Mitarbeiter gesprochen, sondern nur mit ausgewähltem Personal.

Merkwürdige Ansichten die dem Kind eingeredet werden, eine eigene Meinungsbildung ist beinahe unmöglich. Anrufe, weshalb man sich mit dem Kind nicht beschäftigen würde, nachdem das Kind bei den Eltern angerufen und Tatsachen verdreht hat.

Die in Frage steller, oder selber macher

Wie ich diese Gruppe nun beschreiben soll, bin ich mir eigentlich noch nicht ganz klar. Im Grunde wird alles in Frage gestellt, was gemacht wird. Und sei es noch so ein kleiner Furz im Wind. Ganz nach dem Motte „Hätte das nun sein müssen, dass man neue Kleidung kauft.“ Begrenzung des vom Staat und der Werkstatt ausgezahlten Geldes auf ein Minimum. Sind sie schließlich die Betreuer und können das Geld verwalten. Anschaffungen die über einen bestimmten Betrag hinaus gehen, sollen sofort mit diesen besprochen werden. Meistens lautet die Antwort jedoch Nein, selbst wenn es sich um einen MP3 Player für 40 € handelt.

Arztbesuche, selbst in Notfällen, werden von diesen Selbst übernommen. Denn sie haben da ihren Arzt, den sie bereits seit Jahrzehnten besuchen. Ein Arztwechsel komme nicht in Frage. Selbst wenn es für die Eltern eine Erleichterung wäre. So wie für uns. Bei Auffälligkeiten oder dringenden Arztbesuchen, müssen oder wollen die Eltern informiert werden um zu entscheiden ob sie selbst gehen oder uns die Erlaubnis geben es durchzuführen.

 

Mein Fazit

Ich drücke mich liebend Gerne um diesen Bereich. Mag ihn nicht sonderlich gerne. Gerade dann nicht, wenn die Eltern als „schwierig“ eingestuft werden. Könnte vielleicht einfach auch daran liegen, dass ich ein komplett mieser Gesprächsführer bin. Wobei das manchmal auch auf die Entpsrechenden Eltern ankommt. Im nachhinein rege ich mich dann oft über die Einstellung auf und kann es nicht verstehen, weshalb nun eine bestimmte Anschaffung nicht zustande kommt.

Mit diesem Beitrag möchte ich übrigens niemanden angreifen. Da ich mir gut vorstellen kann, dass man manches garnicht so wahrnimmt, wie es außenstehende wahrnehmen. Es handelt sich ausschließlich um Erfahrungen, die ich in den letzten 9 Monaten gemacht habe.