Muffen?

Neuer Job, in der „alten“ Arbeit. Neustart in der Wohngruppe. Altes Team, mit dem ich super konnte. Freuen tu ich mich echt riesig! Ich freue mich auf ein funktionierendes Team. Verschiedene Dienste und regelmäßig wechselnde Kollegen, mit denen ich zusammen arbeite.

Ausschlafen. Tagsüber spazieren gehen und Hobbys nach kommen. Zeit für mich. Zeit für das geliebte Hüh. Unter der Woche mal frei haben. Andere Aufgaben und Handlungsfreiräume. Weiterlesen

Entschieden

Es war ein merkwürdiger Tag. Heute morgen wollte erst mein Auto nicht so recht anspringen. Was mir ziemlich gegen den Strich ging, da ich somit zu spät zur Arbeit kam. Naja, passiert. Muss aber nicht. Nach Ankunft direkt zum Chef gestiefelt. Da ich ja nun eine Entscheidung getroffen hatte. Weiterlesen

Wozu braucht man das?

Vorvorwort oder so?

Ich habe mal meine Dateien durchforstet und habe festgestellt, dass ich einige Beiträge vorbereitet hatte, die ich aber irgendwie nie online gestellt habe. Das werde ich wohl nu nachholen. So irgendwie. Hier nun einer der diversen Beiträge die ich wieder ausgegraben habe. 🙂

Vorwortsgedudel

Neulich hatte ich ein sehr interessantes Gespräch, mit einem unserer Bewohner, der recht fit ist. Unter fit meine ich, dass er körperlich nicht beeinträchtigt ist. Seine Diagnose lautet Autismus. Autisten sagt man gerne nach, dass sie viel in ihrer eigenen Welt leben. Was auch in vielen Punkten auf diesen Bewohner zutrifft.

Auf der anderen Seite, kann man sich aber auch sehr intensiv mit ihm über gewisse Themen unterhalten. Diese Gespräche lassen mich oft auch eine Weile nicht los. Da sie wirklich sehr in die Tiefe gehen. Und meist einen sehr spannenden Verlauf nehmen. Ganz zu schweigen davon, dass man situativ einen komplett anderen Blickwinkel auf die Dinge bekommt.

Aufwärmphase

An einem Wochenende waren wir unterwegs. Unser Autist hat uns von sich aus begleitet. Was mich zuerst etwas gewundert hatte, da er zu mir keinen sehr engen Bezug hat.

Wollte er auch noch ein paar Besorgungen erledigen und wollte wohl auch ein bisschen Gesellschaft und sich ein wenig unterhalten. Muss ich offen zugeben, dass ich einen halbwegs guten Draht zu ihm habe. Was allerdings auch nicht von Anfang an so war. Es hat Zeit gebraucht, die ich ihm aber auch ließ.

Unterwegs haben wir uns erst eine Weile über Technik unterhalten. Über PCs und Spiele. Davon habe ich allerdings nicht viel Ahnung, weshalb ich einfach geduldig zuhörte und immer wieder nachfragte, wenn ich etwas nicht verstand. Hatte der Bewohner die größte Freude daran, mir es dann ganz genau und haarklein zu erklären.

Im weiteren Verlauf

Mit der Zeit erzählte er mir immer mehr. Erzählte mir viel, was ihn interessiert. Was ihm Spaß macht. Sowohl in seiner Freizeit als auch beruflich. Erfuhr somit einige Dinge, von denen ich überhaupt nicht wusste, dass diese in seinem Kopf vorgingen.

Überhaupt nicht wusste, dass er diese Interessen überhaupt hat. Bei manchen waren sogar die Kollegen überrascht, als ich ihnen davon erzählt hatte. Vor allem diejenigen, die ihn bereits weitaus länger kennen als ich, von diesen Interessen aber noch gar nichts wussten.

Ist es doch sehr interessant, wie unterschiedlich manche Bewohner auf die verschiedenen Betreuer reagieren. Faszinierend, dass sie manches auch nur bestimmten Mitarbeitern anvertrauen.

Wozu braucht man das eigentlich?

Irgendwann waren wir dann an dem Punkt angelangt, an dem wir auf das Thema Personalmangel im sozialen Bereich zu sprechen kamen. Der Bewohner sprach dies an. War es also auch ihm aufgefallen, dass Personal fehlt. Das oft auch lange niemand nach kommt.

Er hatte dazu einen sehr treffenden Einfall, man könnte doch einfach so die Leute einstellen. Wozu braucht man denn in diesem Bereiche überhaupt eine Ausbildung. Es seien schließlich auch nur Menschen. Würde man das einfach weg lassen, hätte man bestimmt mehr Personal und das Problem nicht mehr an der Backe.

Eigentlich hatte er auf gewisse Weise ja irgendwo recht. Wenn man Mensch ist, kann man sich doch im Grunde in andere Menschen hineinversetzen. Wenn man über einen gesunden Menschenverstand und ein Bauchgefühl verfügt.

Erklärungsversuch

Ganz in meinem Element des Pädagogen, versuchte ich ihm dann zu erklären warum eine Ausbildung auch in diesem Bereich wichtig ist. Vielleicht sogar besonders wichtig.

Ich kam ihm dann mit einem komplett blöden Beispiel an. Ich versuchte mich nämlich daran, den HEP mit einem Metzger zu vergleichen. Ich meinte daraufhin, wenn man mich jetzt in eine Metzgerei stellen würde und mir sagen würde, ich sollte da Stake raus schneiden, hätte ich überhaupt keine Ahnung was ich machen sollte. Würde es einfach irgendwie tun. Andersherum würde es wohl auch dem Metzger gehen, der plötzlich jemanden dazu anleiten soll, sich anzuziehen.

Mit der darauf folgenden Antwort hatte ich dann überhaupt nicht gerechnet, die auf meinen kläglichen Erklärungsversuch folgte. „Du kannst doch eine tote Kuh nicht mit einem Menschen vergleichen. Das ist nicht dasselbe.“

Anderer Versuch

Auf meinen Missglückten Versuch der Erklärung, versuchte ich mich anders. Ich versuchte mich darin ihm zu erklären, was dahinter Steckt. Das sich die Ausbildung zum einen mit der Pflege auseinander setzt, die in diesem Bereich eine große Rolle spielt. Zwar nicht bei allen, aber dann doch bei einigen.

Auf der anderen Seite hingen aber auch andere Sachen mit dran. Wie Pädagogik zum Beispiel, die ich wiederum dafür brauche um Leuten etwas beizubringen. Man lernt in der Ausbildung zum einen wie man speziell schwächere Bewohner Anleitet Dinge zu tun. Oder wie man ihren Alltag zu Hause gestalten kann. Auch wenn sie selbst es nicht tun können. Heißt der Mitarbeiter versucht dies zu übernehmen, die Freizeit zu gestalten und das in einem schönen Rahmen.

Bei leichter behinderten Menschen müsse man dann aber anders vorgehen, auch das würde man in der Ausbildung lernen. Wie man damit umgeht. Wie man damit umgeht ihnen dabei zu helfen, ihr Leben gut zu leben.

Außerdem würde der Medizinische Aspekt eine große Rolle spielen. Im Sinne, dass man sieht, wenn jemand einen Schlaganfall oder Epileptischen Anfall hat. Wie man damit umgeht und wie man zu reagieren und zu handeln hat.

Der Bewohner brachte hierbei dann einen Einwand. Äußerte er, dass der HEP also sowas wie in die Richtung Krankenpfleger wäre. Allerdings konnte ich diesen Vergleich nicht ganz bestätigen. Denn kann ein Krankenpfleger weitaus mehr Medizinischen Maßnahmen durchführen wie ich es je dürfte. Viele Medizinische Dinge müssen beispielsweise über eine Medizinische Fachkraft abgewickelt werden. Beziehungsweise müsste sie es mir beibringen und mich dazu anleiten. Weil ich es in der Ausbildung nicht hatte.

Der nächste Einwand bestand dann darin, dass die Frage aufkam, dass ein Heilerziehungspfleger im Grund im „fitteren Bereich“ fehl am Platz wäre. Da dieser ja mehr das Pflegerische und Medizinische hätte.

Musste daraufhin leider auch wieder einen Einwand einwerfen. Da es in der Ausbildung auch Inhalte zur Wiedereingliederung gibt. Unterstützung und Beratung wären eine große Aufgabe in diesem Bereich, die mitunter einen Ausbildungsinhalt darstellt. Ganz zu schweigen von rechtlichen Grundlagen, die für manches benötigt werden, von denen ein nicht gelernter, vielleicht nichts weiß.

Er schien es im großen und ganzen dann wohl doch verstanden zu haben, weshalb eine Ausbildung in diesem Bereich so wichtig ist. Es einfach ein sehr weitgefächertes Gebiet ist, in dem man nie auslernt. Menschen einfach viel zu unterschiedlich sind. Man aber lernt, durch verschiedenen pädagogische aber auch Menschliche Vorgehensweisen damit umzugehen und entsprechend zu handeln.

Ganz zu schweigen von den Maßnamen und Zielen, die man erlernt. Beziehungsweise wie man diese Erstellt und einen Blick dafür bekommt. Einen Blick dafür, was für Bedürfnisse jemand hat und ausbaufähig wäre. Auch wenn dies noch so klein ist.

Verständnis worauf es hinaus gehen sollte

Ich konnte allerdings verstehen worauf er eigentlich hinaus wollte. Weshalb ich relativ schnell noch etwas zwischen schob. Ist es in Bayern nämlich so, dass 2 Jahre Praktikum verlangt werden, bevor man die Ausbildung beginnen kann. Ansonsten No Way. Außer man hat Abitur. Oder eine mehrköpfige Familie versorgt. Oder eine Abgeschlossene, mindestens  2 Jährige Ausbildung, die irgendwie mit Heilerziehungspflege in Zusammenhang steht.

Auf die zwei Jahre Praktikum, in denen man für 450 € arbeitet, folgen dann weitere drei Jahre. Drei Jahre duale Ausbildung. Heißt, mindestens 22 Stunden in der Woche im Betrieb, der Rest in der Schule.

Viele schreckt genau das oft ab. Viele Denken sich, bevor ich 5 Jahre lang rum tu, bis ich fertig bin, mach ich lieber was anderes. Dann bin ich in 3 Jahren damit durch. In fünf Jahren studiert manch anderer. Während andere eine Ausbildung machen.

Fazit

Das Gespräch hat mir in dem Sinn nochmal die Augen ein wenig geöffnet. Den Blickwinkel anders gesetzt. Mir nochmal intensiv klar gemacht, um was es in meinem Job eigentlich geht. Was eigentlich meine Schwerpunkte sind. Was wichtig ist. Worum es eigentlich überhaupt geht.

 

Wusste ich es doch

Gestern letzten Arbeitstag gehabt. Ein paar traurige und lange Gesichter gesehen. Tränen sind auch geflossen. 

Bin ein paar Kollegen,  gebe ich zu, ist mir der Abschied schon auch schwer gefallen. 

Und sie haben tatsächlich was ausgeheckt. Als Erinnerung,  dass ich niemanden vergesse, habe ich ein Fotobuch bekommen. Mit Bildern von allen drin. 

Und einen Gutschein fürs Schwimmbad. Damit ich mir mal was gönne. Nicht zu vergessen, dass Redbull. 

Wusste ich doch das was ausgeheckt wird 🙂

Die Hecken was aus..

Heute von zwei weiteren Kollegen verabschiedet. Komisches Gefühl.

Kollegin M. Hätte eigentlich um 8 Feierabend gehabt. Flitzte aber danach immer noch in der Arbeit rum. 

Plötzlich düste sie mit einer Plastiktasche durch die Zimmer der Bewohner. Und grinste. 

Hat mit Sicherheit was mit meinem letzten Arbeitstag zu tun. Da wird was ausgeheckt. Bin ich mir sicher. Werd ich morgen schon sehen. 

Warum schichtest du?

Einleitung

Es soll ja durchaus Menschen geben, die auf die Schichtarbeit schwören. Ich selbst gehöre, eindeutig, nicht dazu. Was mich selbst dazu bewogen hat, geregelte Arbeitszeiten gegen Schicht zu tauschen, weiß ich auch nicht so recht. Aber ein paar Gründe dürfte es damals durchaus gegeben haben. Oder besser gesagt, gab es diese.

Wieso ich mich fürs Schichten entschied

Was mich damals dazu veranlasst hat, zu glauben, dass ich Schichtarbeit super prickelnd finde, kann ich persönlich inzwischen wirklich nicht mehr nachvollziehen. Verstehe inzwischen selbst nicht mehr, was ich daran so toll fand. Wieso ich gerade auf diese Schnapsidee kam, einen geregelten Arbeitstag, gegen unregelmäßige Schichten einzutauschen.

Aber damals erschien es für mich total logisch. Einleuchtend und klar. Weshalb ich mich pro Schichtarbeit entschied. Allen Empfehlungen von außen zum Trotz. Wollte mein Ding durchziehen und meine eigenen Erfahrungen sammeln. Wollte einfach wissen wie es ist.

Habe, offen gestanden, damals auch fast ausschließlich die positiven Seiten daran gesehen. Das negative habe ich irgendwie ausgeblendet. Und meine Devise „Immer positiv denken“ war in diesem Fall nicht gerade mein bestes Argument. Lernt man aber bekanntlich aus den eigenen Fehlern am besten. Und eigene Erfahrungen muss der Mensch auch sammeln. Sonst würde man ja nicht schlauer werden.

Die positiven Seiten des Schichtens

Ich habe damals viel Positives in der Schichtarbeit gesehen. Was auch nicht abzustreiten ist. Was definitiv da ist und auch angenehm zu sein scheint.

  • Unter der Woche frei und ich kann dann zum Einkaufen wenn die anderen arbeiten. Heißt ich habe meine Ruhe und nicht das übliche Gedränge
  • Wenn ich Frühdienst habe, mache ich Feierabend, wenn die anderen gerade zur Arbeit gehen und habe den ganzen restlichen Tag frei
  • Bei Spätdienst kann ich ausschlafen und Vormittags meine ganzen Sachen erledigen, die ich sonst abends machen müsste. Manche Dinge könnte ich im Winter dann nicht mal machen, wenn ich den ganzen Tag arbeite
  • Ich habe mehr Zeit für meine Tiere (dachte ich)
  • Weil es geteilte Dienste gibt, arbeite ich nur auf 78 %, habe ich also mehr frei
  • Am Wochenende gibt es Zuschläge
  • Für den Nachtdienst gibt es auch Zuschläge
  • Ich kann mit den Bewohnern am Nachmittag mal was unternehmen oder auch am Wochenende
  • Im Nachtdienst kann ich Bürokrams machen, den ich Tagsüber nicht erledigen kann.    
  • Die negativen Seiten des Schichtens
  • Wenn ich tagsüber oder auch unter der Woche frei habe, sind meine Freunde alle Arbeiten. Ich bin somit viel alleine und muss vieles alleine unternehmen
  • Ich bin nach dem Spätdienst oft so fertig und müde, dass ich nicht mehr viel Lust habe irgendwas zu unternehmen oder etwas mit Freunden zu machen
  • Viel mehr Zeit für meine Tiere habe ich nicht immer.
  • Oft artet mein Hobby im Stall zu sein in Hektik aus. Da ich dann zur Arbeit muss
  • Weniger arbeite ich nicht unbedingt, da ich aufgrund der z.T. kurzen Dienste mehrere machen muss um auf meine Sollstundenzahl zu kommen.
  • Nachmittags komme ich nicht immer dazu, mit den Bewohnern etwas zu unternehmen, da einen die Struktur sehr im Griff hat.
  • Aufgrund der nur 78 % die ich arbeite, habe ich eine gewisse Lohneinbuße
  • Zuschläge reißen zwar schon etwas, allerdings komme ich mit diesen auf beinahe den selben Lohn, den ich in Vollzeit, mit geregelten Arbeitszeiten auch bekäme
  • In den Nächten komme ich oft nicht wirklich zu Büro krimskrams, vieles läuft nebenher (irgendwie)
  • Ich schlafe trotz Bereitschaft in den Nächten die ich arbeiten muss nur sehr selten
  • Nach den Nachtdiensten bin ich häufig so am Ende, dass ich zu Hause erst einmal Schlafen muss und somit nicht mehr viel vom Tag habe, da ich diesen im großen und ganzen verschlafe
  • Wenn man beim Einkaufen ist, hat man zwar die ganzen normalarbeitenden Horden nicht, dafür aber dann Rentner und Mütter
  • Schicht ist eine Belastung für Körper und Geist
  • Ein geregelter „normaler“ Rhythmus existiert nicht mehr.
  • Das eigene soziale Umfeld schränkt sich nach und nach immer mehr ein
  • Eingeschoben
  • Beim überfliegen meines eigenen Beitrages, fällt mir gerade auf, dass meine Liste mit den Contra Punkten, weitaus länger ist als die Pro-Liste. Komisch das ich eigentlich so viele Contra Punkte in den Wind geschossen habe. Oder sie vielleicht, aus Ermanglung von Erfahrungen, nicht wusste oder kannte. Die Argumente einfach nicht auf dem Schirm gehabt hatte. Warum auch immer. Allerdings will ich behaupten, dass ich ein ziemlicher Dickschädel bin. Der meint seinen Kopf durchsetzten zu müssen. Einmal den Floh im Ohr, kaum noch davon abzubringen. Ob DAS vielleicht sogar was mit meinem Sternzeichen zu tun hat? Sofern Sternzeichen überhaupt Einfluss auf unser Wesen nimmt oder nehmen kann.
  • Mein Fazit zur Schicht
  • Mittlerweile dürfte offensichtlich klar sein, dass ich nach fast 2 Jahren im Schichtbetrieb, nicht mehr sonderlich viel davon halte. Schon längerfristig den Plan schmiede wieder geregelten Arbeitszeiten nach zu gehen. Beides hat so seine Vorteile. Aber auch die Nachteile dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Man sollte ihnen beiden aber eine gleiche gewichtung zukommen lassen. Sowohl Pro, als auch Contra. Die Entscheidung im Schichtbetrieb zu arbeiten, gerade in der Dreischicht (Früh, Spät, Nacht), die in diversen Wohneinrichtung gang und gäbe sind, sollte gut durchdacht und überlegt sein. Selbst wenn man es unbedingt machen möchte und einen Dickschädel hat, wie ich ihn habe, sollte man es sich immer mehrfach überlegen. Die Entscheidung muss letztlich jeder für sich treffen. Eben so die Erfahrung dazu sammeln. Auch wenn mir sämtliche Leute, seien es Bewohner als auch Kollegen, sehr ans Herz gewachsen sind, möchte ich das für mich nicht mehr machen. Blöd gesagt, wobei so blöd ist das gar nicht, soll und muss ich auch auf mich selbst achten. Und sobald man merkt, dass es einem an die Gesundheit psychisch als auch physisch geht, sollte man so schnell wie möglich einen Punkt setzten. Am Ende ist es sonst zu spät. Man weiß das ja nicht so genau. 

Wenn sich was ändern muss

Was ich mir bloß dabei dachte

Manchmal frage ich mich selbst tatsächlich, was mich damals eigentlich geritten hat, die Stelle zu wechseln, als ich mit der Ausbildung fertig war. Raus aus der geregelten Arbeitszeit, rein in den WG Alltag mit Wechselschicht- und Wochenendarbeit.

Es lag wohl nicht zuletzt an der Tatsache, dass ich mir steif und fest einredete, mich beruflich weiter zu entwickeln. Mal einen anderen Bereich kennenlernen wollte. Wissen wollte wie es in einer WG für Menschen mit Behinderung so abläuft. Ich wollte Erfahrungen sammeln und meine pädagogische Arbeit verbessern. Alle Hinweise von Kollegen, Freunden und Familie, wohlwissend in den Wind geschossen, dass Schichtarbeit sehr anstrengend ist.

Ich wollte es aber auf Teufel komm raus wissen. Unbedingt. Obwohl ich eigentlich von meiner ersten Ausbildung her, wissen hätte müssen, dass mir die Schichtarbeit überhaupt nicht liegt. Aber genau das habe ich gekonnt ignoriert und überhört. Hätte ich mich letztlich wahrscheinlich sehr drüber geärgert, hätte ich es nicht gemacht. Weil dann hätte ich immer noch nicht gewusst wie es ist.

Beruflich unterwegs im psychiatrischen Bereich

Nach dieser Entscheidung begab es sich, dass ich in einer Wohneinrichtung im psychiatrischen Bereich gelandet war. Auf der einen Seite war es sehr interessant, auf der anderen schwor ich mir von Tag zu Tag mehr, ich würde dauerhaft nicht mit diesem Klientel arbeiten können. Ich konnte damit nicht viel anfangen und bin eindeutig im falschen Bereich gelandet. Mein Steckenpferd war  ein anderes. Aber nicht der psychiatrische Bereich.

Ganz zu schweigen von den Nachtwachen, die ich absolut nicht abhaben konnte. Die ganze Nacht schlägt man sich um die Ohren, wartet eigentlich regelrecht darauf, dass man abgelöst wird vom Frühdienst, zählt die Stunden wie lange man noch bleiben muss, bis man ins Bett kann. Und schaut TV. Mal ganz zu schweigen von einer doch recht langen Strecke, die ich bis nach Hause zurücklegen musste. Was mich zusätzlich geschlaucht hat zu der Tatsache so oder so schon übermüdet zu sein.

Stellenwechsel, schon wieder!

Letztlich lief es auf einen Stellenwechsel hinaus. Zu meinem jetzigen Arbeitsplatz. Kannte ich einen Teil der Bewohner bereits aus meiner Zeit der Ausbildung. Außerdem empfand  ich es im Vorstellungsgespräch damals sehr angenehm, dass es eine Bereitschaft für die Nacht gibt und keine Nachtwache. Letztlich habe ich auch zugesagt, weil die Stelle weitaus näher an meinem Zuhause ist, als die vorige.

Allerdings komme ich in den seltensten Fällen in der Bereitschaft tatsächlich dazu zu schlafen. Ich bin oft zwar recht müde, aber kann dennoch nicht schlafen. Was vielleicht auch damit zusammen hängt, dass ich außerhalb allgemein schlechter schlafe als zu Hause. Was aber, so glaube ich, nichts ungewöhnliches ist.

Ich bin nicht für den Schichtdienst gemacht

Dennoch stelle ich für meinen Teil immer mehr fest, dass ich wirklich nicht für den Schichtdienst gemacht bin. Ich ein Mensch bin, der tagsüber arbeitet, abends zu Hause ist und des Nachts auch in seinem eigenen Bett schlafen will. Ich stelle zunehmend fest, dass mich die verschiedenen Schichten sehr schlauchen.

Ich oft sehr müde und erschöpft bin. Auch wenn ich ein bestimmtes Pensum Schlaf habe. Vor allem nach einer durchwachten Nacht, bin ich oft extrem fertig. Brauche recht viel Zeit um mich davon wieder zu erholen. Habe auch oft keine große Lust mehr, irgendwas zu unternehmen.

Außerdem fällt mir immer mehr auf, dass es mich von Zeit zu Zeit immer mehr Nerven kostet, am Wochenende zur Arbeit zu gehen. Ich vieles häufig als Unfair und ungerecht sehe. Aber nichts sage. Es stillschweigend so hinnehme, wie es ist.

Mit meinen jungen Jahren, komme ich mir inzwischen vor wie jemand, der kurz vor der Rente steht. Schlapp, müde und ausgelaugt. Kaputt. Unmotiviert. Energielos. Den Wunsch verfolgend, wieder geregelte Arbeitszeiten zu haben. Wieder einen normalen Rhythmus hat. Ich bin zu alt für den Sch….würde eine ehemalige Kollegin von mir dazu wohl sagen.

Eine extreme Erfahrung

Neulich hatte ich eine sehr krasse Erfahrung. Die mir wieder neu aufgezeigt hat, was ich eigentlich wirklich will. Beruhend auf meiner Entscheidung, die ich damals im psychiatrischen Bereich traf, nie mehr in diesem Bereich zu arbeiten, da es nicht mein Bereich ist und ich mit diesem Personenkreis nicht gut harmoniere.

Hatte ich Nachtbereitschaft. Ich war ziemlich müde und kaputt vom Tag. Da ich in meiner Freien Zeit, bis ich zum Dienst durfte, noch einiges erledigt und gemacht hatte. Wusste auch, dass in der WG nicht viele Bewohner anwesend sind, da der größte Teil erst am Folgetag, von den Eltern vom Wochenendbesuch nach Hause kommen würde. Bei einem Bewohner ist es jedoch üblich, dass dieser bereits am Sonntagabend wieder zurück kommt.

War mir auch klar, dass besagter Bewohner, etwas durch den Wind sein dürfte, aufgrund seiner psychiatrischen Hintergrundgeschichte. Allerdings musste ich für meinen Teil feststellen, dass dieser nicht nur ein bisschen durch den Wind war.

War es ein regelrecht provokatives Verhalten, dass an den Tag gelegt wurde. Ein Verhalten, dass mir Angst einjagte. Hinzu kam noch die Tatsache, dass ich wusste, die Nacht alleine im Haus verbringen zu müssen. Der nächste Dienst, der mich unterstützen könnte, erst am nächsten Morgen eintreffen würde. Ich demnach mehrere Stunde alleine im Haus wäre.

Angst und blanke Panik

Leichte Panik stieg in mir auf. Zumal ich immer dachte, als ich ein Gespräch begonnen hatte, vom Thema ablenkte und der Bewohner auch immer wieder entspannt wirkte, dass sich die Situation im Allgemeinen entschärft hatte. Allerdings kamen immer wieder provozierende, teils aggressive Äußerungen. Was zur Folge hatte, dass die Angst und die blanke Panik immer mehr in mir hoch stieg und wie ein Klos in meiner Brust hing. Aber zeigen darfst du es im Grunde nicht, denn sonst hast du von vornherein verloren. Immer cool bleiben hieß die Devise.

Diese Angstzustände, muss ich zugeben, hatte ich vor vielen Jahren schon einmal. Allerdings kamen diese über einen langen Zeitraum nicht mehr auf. Hatte ich sie lange nicht mehr. Und alleine durch diese eine Situation stiegen sie wieder auf. Es ist nicht angenehm.

Ich konnte die gesamte Nacht nicht mal im Ansatz daran denken zu schlafen. Zu groß war der Klos im Hals, der dort steckte. Zu viel Angst hatte ich, plötzlich einen Bewohner neben mir stehen zu haben, der außer Rand und Band ist. Ich keine Chance mehr habe die Flucht zu ergreifen und mir Hilfe zu holen. Zu viel Respekt davor, nicht mitzubekommen wenn etwas passiert.

Was tue ich eigentlich wenn…?

Ich sah mich vor meinem inneren Auge bereits, wie ich mich in ein Zimmer verschanzte. Total panisch den Notruf absetzte. Weinend vor Angst, mit zittriger Stimme dem Beamten, am anderen Ende der Leitung, meine Situation schildernd. Draußen ein schreiender und randalierender Bewohner. Ich darum bittend einen Einsatzwagen vorbei zu schicken um den, am Rad drehenden, Bewohner in die Klinik einzuliefern.

Die gesamte Nacht hörte ich permanent irgendwas. Irgendwelche Geräusche, die mich aufschrecken ließen. Nicht zuordnen könnend, woher diese kamen. Da war ich dann auch an dem Punkt, an dem ich entschlossen hatte, es muss sich dringend und sehr schnell etwas ändern. Außerdem setzte ich für mich selbst fest, dass ich nicht mehr im psychiatrischen Bereich arbeiten möchte. Auch nicht, wenn davon nur einer betroffen ist. Dachte ich zu Anfang immer, dass ich mit einer Person, die einen Psychiatrischen Hintergrund hat, schon klarkommen würde. Aber ich tue es nicht. Das muss ich mir wohl nun eingestehen.

Als erstes werde ich wohl darum bitten, keine Nachtdienste mehr eingeteilt zu bekommen, wenn dieser Bewohner im Haus ist bzw. vom Elternbesuch zurück kommt. Ich hoffe nur, dass meine Sorge ernstgenommen wird.

Krankheitswelle

Achtung, dieser Text könnte durchaus Jammerhafte Bestandteile beinhalten. Ich garantiere für nichts. Sollte man selbst am Jammerlappensyndrom erkranken. Aber, eigentlich bin ich gar kein Jammerlappen. So eigentlich.

Unser Kollegenkreis wird derzeit jedoch von einer Epedemie heimgesucht. Der Krankheitswelle. Grippe, Erkältung und Magendarminfekte sind derzeit die Übeltäter der Übeltäterei.

Was wiederum zu akutem Personalmangel führt. Ganz zu schweigen von der entsprechenden Überlastung der übriggebliebenen Mitarbeiter. Kaffeetrinken und Zeitung Lesen? Vergiss das mal lieber ganz schnell wieder. Ist nämlich nicht drin. Wenn man bedenkt, dass dies noch nie drin war. Um ehrlich zu sein.

Hab ich ja schon mal irgendwann und irgendwo in einem Beitrag erwähnt.

Irgendwann, früher oder später, wird es mich wahrscheinlich auch noch erwischen. Ziehe ich mich gerade mehr in die Arbeit. Häufige Schichtwechsel und Doppeldienste verursachen akute Gereiztheit. Ganz zu schweigen von der Übermüdung, die vermehrt eintritt.

Schlapp, müde, ausgelaugt. Hoffentlich hat das jetzt dann mal bald ein Ende. Und keiner ist mehr krank. Der gewohnte Ablauf….nach Dienstplan.

 

Nachtdienst

Bin etwas am überlegen ob ich nicht mal ein Gespräch mit meiner Chefin suchen soll. Bin mir da aber nicht so sicher.

Hätte nämlich ein Anliegen. Möchte nämlich eigentlich kläre, ob man mich etwas aus den Nachtdiensten rausnehmen kann. Dass ich die nächsten Monate mal nur 1 bis maximal 2 Nachtdienste mache. Weils mir gerade ein wenig zu viel wird.

Gerade dann, wenn ich im Monat 4 bis 5 dieser Art habe. Aber eigentlich kann ich mir die Frage schon selber beantworten.

Wahrscheinlich wird man mir erzählen, dass schließlich jeder Nachtdienst machen muss. Und man da nicht einfach mal sagen kann, man will nicht mehr so viele machen. Es aus der Sicht der anderen wahrscheinlich unfair erscheinen würde. Und das eben einfach nicht geht, dass ich nur 1 bis 2 Nächte im Monat mache. Außerdem bin ich ja Fachkraft.

Aber muss das heißen, nur weil ich Fachkraft bin, muss ich mir alles gefallen lassen? Nur weil ich Fachkraft bin, muss ich mich kaputt machen? Nein eigentlich nicht. Und eigentlich bin ich mit ein paar wenigen anderen eigentlich die Fraktion, die einiges schon seit längerem unfair finden müsste. Gehöre nämlich zu der Fraktion, bei der man denkt „jaja die macht das schon. Mit der kann mans machen.“

Irgendwie alles ein wenig verwirrend.