Wozu braucht man das?

Vorvorwort oder so?

Ich habe mal meine Dateien durchforstet und habe festgestellt, dass ich einige Beiträge vorbereitet hatte, die ich aber irgendwie nie online gestellt habe. Das werde ich wohl nu nachholen. So irgendwie. Hier nun einer der diversen Beiträge die ich wieder ausgegraben habe. 🙂

Vorwortsgedudel

Neulich hatte ich ein sehr interessantes Gespräch, mit einem unserer Bewohner, der recht fit ist. Unter fit meine ich, dass er körperlich nicht beeinträchtigt ist. Seine Diagnose lautet Autismus. Autisten sagt man gerne nach, dass sie viel in ihrer eigenen Welt leben. Was auch in vielen Punkten auf diesen Bewohner zutrifft.

Auf der anderen Seite, kann man sich aber auch sehr intensiv mit ihm über gewisse Themen unterhalten. Diese Gespräche lassen mich oft auch eine Weile nicht los. Da sie wirklich sehr in die Tiefe gehen. Und meist einen sehr spannenden Verlauf nehmen. Ganz zu schweigen davon, dass man situativ einen komplett anderen Blickwinkel auf die Dinge bekommt.

Aufwärmphase

An einem Wochenende waren wir unterwegs. Unser Autist hat uns von sich aus begleitet. Was mich zuerst etwas gewundert hatte, da er zu mir keinen sehr engen Bezug hat.

Wollte er auch noch ein paar Besorgungen erledigen und wollte wohl auch ein bisschen Gesellschaft und sich ein wenig unterhalten. Muss ich offen zugeben, dass ich einen halbwegs guten Draht zu ihm habe. Was allerdings auch nicht von Anfang an so war. Es hat Zeit gebraucht, die ich ihm aber auch ließ.

Unterwegs haben wir uns erst eine Weile über Technik unterhalten. Über PCs und Spiele. Davon habe ich allerdings nicht viel Ahnung, weshalb ich einfach geduldig zuhörte und immer wieder nachfragte, wenn ich etwas nicht verstand. Hatte der Bewohner die größte Freude daran, mir es dann ganz genau und haarklein zu erklären.

Im weiteren Verlauf

Mit der Zeit erzählte er mir immer mehr. Erzählte mir viel, was ihn interessiert. Was ihm Spaß macht. Sowohl in seiner Freizeit als auch beruflich. Erfuhr somit einige Dinge, von denen ich überhaupt nicht wusste, dass diese in seinem Kopf vorgingen.

Überhaupt nicht wusste, dass er diese Interessen überhaupt hat. Bei manchen waren sogar die Kollegen überrascht, als ich ihnen davon erzählt hatte. Vor allem diejenigen, die ihn bereits weitaus länger kennen als ich, von diesen Interessen aber noch gar nichts wussten.

Ist es doch sehr interessant, wie unterschiedlich manche Bewohner auf die verschiedenen Betreuer reagieren. Faszinierend, dass sie manches auch nur bestimmten Mitarbeitern anvertrauen.

Wozu braucht man das eigentlich?

Irgendwann waren wir dann an dem Punkt angelangt, an dem wir auf das Thema Personalmangel im sozialen Bereich zu sprechen kamen. Der Bewohner sprach dies an. War es also auch ihm aufgefallen, dass Personal fehlt. Das oft auch lange niemand nach kommt.

Er hatte dazu einen sehr treffenden Einfall, man könnte doch einfach so die Leute einstellen. Wozu braucht man denn in diesem Bereiche überhaupt eine Ausbildung. Es seien schließlich auch nur Menschen. Würde man das einfach weg lassen, hätte man bestimmt mehr Personal und das Problem nicht mehr an der Backe.

Eigentlich hatte er auf gewisse Weise ja irgendwo recht. Wenn man Mensch ist, kann man sich doch im Grunde in andere Menschen hineinversetzen. Wenn man über einen gesunden Menschenverstand und ein Bauchgefühl verfügt.

Erklärungsversuch

Ganz in meinem Element des Pädagogen, versuchte ich ihm dann zu erklären warum eine Ausbildung auch in diesem Bereich wichtig ist. Vielleicht sogar besonders wichtig.

Ich kam ihm dann mit einem komplett blöden Beispiel an. Ich versuchte mich nämlich daran, den HEP mit einem Metzger zu vergleichen. Ich meinte daraufhin, wenn man mich jetzt in eine Metzgerei stellen würde und mir sagen würde, ich sollte da Stake raus schneiden, hätte ich überhaupt keine Ahnung was ich machen sollte. Würde es einfach irgendwie tun. Andersherum würde es wohl auch dem Metzger gehen, der plötzlich jemanden dazu anleiten soll, sich anzuziehen.

Mit der darauf folgenden Antwort hatte ich dann überhaupt nicht gerechnet, die auf meinen kläglichen Erklärungsversuch folgte. „Du kannst doch eine tote Kuh nicht mit einem Menschen vergleichen. Das ist nicht dasselbe.“

Anderer Versuch

Auf meinen Missglückten Versuch der Erklärung, versuchte ich mich anders. Ich versuchte mich darin ihm zu erklären, was dahinter Steckt. Das sich die Ausbildung zum einen mit der Pflege auseinander setzt, die in diesem Bereich eine große Rolle spielt. Zwar nicht bei allen, aber dann doch bei einigen.

Auf der anderen Seite hingen aber auch andere Sachen mit dran. Wie Pädagogik zum Beispiel, die ich wiederum dafür brauche um Leuten etwas beizubringen. Man lernt in der Ausbildung zum einen wie man speziell schwächere Bewohner Anleitet Dinge zu tun. Oder wie man ihren Alltag zu Hause gestalten kann. Auch wenn sie selbst es nicht tun können. Heißt der Mitarbeiter versucht dies zu übernehmen, die Freizeit zu gestalten und das in einem schönen Rahmen.

Bei leichter behinderten Menschen müsse man dann aber anders vorgehen, auch das würde man in der Ausbildung lernen. Wie man damit umgeht. Wie man damit umgeht ihnen dabei zu helfen, ihr Leben gut zu leben.

Außerdem würde der Medizinische Aspekt eine große Rolle spielen. Im Sinne, dass man sieht, wenn jemand einen Schlaganfall oder Epileptischen Anfall hat. Wie man damit umgeht und wie man zu reagieren und zu handeln hat.

Der Bewohner brachte hierbei dann einen Einwand. Äußerte er, dass der HEP also sowas wie in die Richtung Krankenpfleger wäre. Allerdings konnte ich diesen Vergleich nicht ganz bestätigen. Denn kann ein Krankenpfleger weitaus mehr Medizinischen Maßnahmen durchführen wie ich es je dürfte. Viele Medizinische Dinge müssen beispielsweise über eine Medizinische Fachkraft abgewickelt werden. Beziehungsweise müsste sie es mir beibringen und mich dazu anleiten. Weil ich es in der Ausbildung nicht hatte.

Der nächste Einwand bestand dann darin, dass die Frage aufkam, dass ein Heilerziehungspfleger im Grund im „fitteren Bereich“ fehl am Platz wäre. Da dieser ja mehr das Pflegerische und Medizinische hätte.

Musste daraufhin leider auch wieder einen Einwand einwerfen. Da es in der Ausbildung auch Inhalte zur Wiedereingliederung gibt. Unterstützung und Beratung wären eine große Aufgabe in diesem Bereich, die mitunter einen Ausbildungsinhalt darstellt. Ganz zu schweigen von rechtlichen Grundlagen, die für manches benötigt werden, von denen ein nicht gelernter, vielleicht nichts weiß.

Er schien es im großen und ganzen dann wohl doch verstanden zu haben, weshalb eine Ausbildung in diesem Bereich so wichtig ist. Es einfach ein sehr weitgefächertes Gebiet ist, in dem man nie auslernt. Menschen einfach viel zu unterschiedlich sind. Man aber lernt, durch verschiedenen pädagogische aber auch Menschliche Vorgehensweisen damit umzugehen und entsprechend zu handeln.

Ganz zu schweigen von den Maßnamen und Zielen, die man erlernt. Beziehungsweise wie man diese Erstellt und einen Blick dafür bekommt. Einen Blick dafür, was für Bedürfnisse jemand hat und ausbaufähig wäre. Auch wenn dies noch so klein ist.

Verständnis worauf es hinaus gehen sollte

Ich konnte allerdings verstehen worauf er eigentlich hinaus wollte. Weshalb ich relativ schnell noch etwas zwischen schob. Ist es in Bayern nämlich so, dass 2 Jahre Praktikum verlangt werden, bevor man die Ausbildung beginnen kann. Ansonsten No Way. Außer man hat Abitur. Oder eine mehrköpfige Familie versorgt. Oder eine Abgeschlossene, mindestens  2 Jährige Ausbildung, die irgendwie mit Heilerziehungspflege in Zusammenhang steht.

Auf die zwei Jahre Praktikum, in denen man für 450 € arbeitet, folgen dann weitere drei Jahre. Drei Jahre duale Ausbildung. Heißt, mindestens 22 Stunden in der Woche im Betrieb, der Rest in der Schule.

Viele schreckt genau das oft ab. Viele Denken sich, bevor ich 5 Jahre lang rum tu, bis ich fertig bin, mach ich lieber was anderes. Dann bin ich in 3 Jahren damit durch. In fünf Jahren studiert manch anderer. Während andere eine Ausbildung machen.

Fazit

Das Gespräch hat mir in dem Sinn nochmal die Augen ein wenig geöffnet. Den Blickwinkel anders gesetzt. Mir nochmal intensiv klar gemacht, um was es in meinem Job eigentlich geht. Was eigentlich meine Schwerpunkte sind. Was wichtig ist. Worum es eigentlich überhaupt geht.

 

Werbeanzeigen

Krankheitswelle

Achtung, dieser Text könnte durchaus Jammerhafte Bestandteile beinhalten. Ich garantiere für nichts. Sollte man selbst am Jammerlappensyndrom erkranken. Aber, eigentlich bin ich gar kein Jammerlappen. So eigentlich.

Unser Kollegenkreis wird derzeit jedoch von einer Epedemie heimgesucht. Der Krankheitswelle. Grippe, Erkältung und Magendarminfekte sind derzeit die Übeltäter der Übeltäterei.

Was wiederum zu akutem Personalmangel führt. Ganz zu schweigen von der entsprechenden Überlastung der übriggebliebenen Mitarbeiter. Kaffeetrinken und Zeitung Lesen? Vergiss das mal lieber ganz schnell wieder. Ist nämlich nicht drin. Wenn man bedenkt, dass dies noch nie drin war. Um ehrlich zu sein.

Hab ich ja schon mal irgendwann und irgendwo in einem Beitrag erwähnt.

Irgendwann, früher oder später, wird es mich wahrscheinlich auch noch erwischen. Ziehe ich mich gerade mehr in die Arbeit. Häufige Schichtwechsel und Doppeldienste verursachen akute Gereiztheit. Ganz zu schweigen von der Übermüdung, die vermehrt eintritt.

Schlapp, müde, ausgelaugt. Hoffentlich hat das jetzt dann mal bald ein Ende. Und keiner ist mehr krank. Der gewohnte Ablauf….nach Dienstplan.

 

Nachtdienst

Bin etwas am überlegen ob ich nicht mal ein Gespräch mit meiner Chefin suchen soll. Bin mir da aber nicht so sicher.

Hätte nämlich ein Anliegen. Möchte nämlich eigentlich kläre, ob man mich etwas aus den Nachtdiensten rausnehmen kann. Dass ich die nächsten Monate mal nur 1 bis maximal 2 Nachtdienste mache. Weils mir gerade ein wenig zu viel wird.

Gerade dann, wenn ich im Monat 4 bis 5 dieser Art habe. Aber eigentlich kann ich mir die Frage schon selber beantworten.

Wahrscheinlich wird man mir erzählen, dass schließlich jeder Nachtdienst machen muss. Und man da nicht einfach mal sagen kann, man will nicht mehr so viele machen. Es aus der Sicht der anderen wahrscheinlich unfair erscheinen würde. Und das eben einfach nicht geht, dass ich nur 1 bis 2 Nächte im Monat mache. Außerdem bin ich ja Fachkraft.

Aber muss das heißen, nur weil ich Fachkraft bin, muss ich mir alles gefallen lassen? Nur weil ich Fachkraft bin, muss ich mich kaputt machen? Nein eigentlich nicht. Und eigentlich bin ich mit ein paar wenigen anderen eigentlich die Fraktion, die einiges schon seit längerem unfair finden müsste. Gehöre nämlich zu der Fraktion, bei der man denkt „jaja die macht das schon. Mit der kann mans machen.“

Irgendwie alles ein wenig verwirrend.

Wiedersehen….

In der Teambesprechung neulich erfahren, dass eine Kollegin unser Team verlassen wird. Sie bleibt zwar beim selbe Arbeitgeber, geht aber in den ambulanten Dienst. Sie wird dort die stellvertretende PDL machen.

Sehr schade. Wirklich. Denn in den letzten Monaten haben uns bereits einige Kollegen verlassen. Was eine gewissen Unruhe verursacht hatte. Haufenweise neue Kollegen. Überstunden bei den noch übrigen Mitarbeiter aufgrund von Einarbeitung. Durststrecken, bis eine Nachbesetzung gefunden worden war.

Innerhalb von kürzester Zeit muss nun die freigewordene Stelle wieder nachbesetzt werden. Was sich als nicht ganz einfach darstellen wird. Ist der Markt momentan ziemlich leergefegt. Potentielle neue Mitarbeiter zu bekommen, welche die freigewordene Stelle besetzten können, sind momentan schwer zu bekommen.

Wird entsprechend wohl dadurch wieder eine Durststrecke entstehen. WinkeWinke Überstundenabbau.

„Kauf lieber qualitativ hochwertige Lebensmittel.“ Aus dem Alltag einer HEP, die manchmal etwas anders denkt.

Manchmal hat man es wirklich nicht ganz einfach. Gehe ich ein paar Monate zurück, so kommt mir eine Situation in den Sinn, die mir da über die Füße geflogen ist. Ein Zwiespalt beim Kauf von Lebensmitteln. Für die WG. Für 14 Bewohner.

Zwei unterschiedliche Ansichten, die aufeinander geprallt sind. Die farbigen Sätze sind in etwa das, was ich dazu zu sagen hatte.

„Du, ich muss mal mit dir reden. Du warst neulich ja beim Einkaufen.“

„Jop. So schaut es aus.“

„Ich hab gesehen, dass ihr da nur das ganze billige Zeug gekauft habt. Das ist ja eklig.“

„Wieso soll das eklig sein?“

„Die Produkte sind total wä. Die sind von der Qualität totaler Mist.“

„Wie kommst du denn jetzt da drauf?“

„Das weiß man doch.“

Woher weißt du das?“

„Darauf will ich gar nicht hinaus.“

„Worauf dann?“

„Das nächste mal kauf doch bitte hochwertigere Lebensmittel.“

„Warum? Damit ich mehr Geld ausgebe?“

„Damit hat das nichts zu tun. Aber das was da drin ist, ist doch totaler Mist. Das sind keine guten Lebensmittel. Und was da erst alles drin ist. Will ich gar nicht dran denken. Oder hast du solche Lebensmittel zuhause?“

„Ist schon klar, dass wir Monatlich nur ein begrenztes Budget für Lebensmittel zur Verfügung haben. Ich verstehe außerdem das Problem nicht. Warum sollte ein Produkt so viel schlechter sein, nur weil es nicht Hochland heißt und auf das selbe Produkt 1,50 Billiger ist? Und natürlich habe ich solche Lebensmittel in  meinem Kühlschrank. Glaubst du ernsthaft ich gebe da nen Haufen Geld aus, damit ich den Namen bezahl?“

Letztlich wurde ich darum Gebeten, lieber weniger einzukaufen, als auf Produkte wie z.B. JA zurück zu greifen oder weiter unten im Regal zu schauen, damit die Lebensmittel bis zum nächsten Einkauf ausreichen und das Budget nicht überschritten wird. Weil die Produkte schlecht sind. Grundsätzlich. Läuft wahrscheinlich dann genau darauf hinaus, dass spätestens am Mittwoch keine Lebensmittel mehr im Haus zu finden sind. Was Käse und Co. angeht zumindest. Gemüse wahrscheinlich auch. Gibt’s dann eben Suppe aus der Tüte 😉

Hatte dann versucht mit einem Bericht zu argumentieren, den ich mal gesehen hatte. Ging es im Grunde darum, warum Aldi beispielsweise seine Produkte so günstig verkaufen kann, im vergleich zu anderen Supermärkten. Was nichts mit der Qualität zu tun hat. Sondern an ein paar wenigen, aber total banalen Gründen liegt.

  • Verkauf aus der Schachtel = Personalersparnis beim Einräumen der Regale
  • Kleinere Produktpalette (eine Sorte des Produkts, anstatt 10) = Aldi verkauft das Produkt schneller, als das der Lieferant die Rechnung schickt bzw. es eigentlich Liefert
  • Logistikersparnis (Lagerersparnis) durch den flotten Verkauf
  • Gemüse/Obst wird in großen Mengen gekauft = Mengenrabatt beim Hersteller

Wegen ein paar wenigen Gründen, ist es Aldi dann eben möglich, dadurch das sie gewisse Einsparungen haben, diese Einsparung auf den Kunden umzulegen indem sie die Produkte günstig an den Endverbraucher verkaufen.

Meine Argumentation hat aber leider nicht so ganz gezogen.

Versuchte ich es also mit einer anderen. Um zu überzeugen, dass Billig nicht immer gleich schlecht ist.

Hat mir irgendwann mal, vor einiger Zeit, jemand erzählt, er/sie hätte zu Schülerzeiten in den Sommerferien, bei der Ortsansässigen Käserei einen Nebenjob in der Verpackung gemacht. Stellt diese Käserei übrigens Weichkäse her. Oder war es bei der anderen die hier in der Gegend ist? Egal. Bei einer von beiden eben.

Erzählte mir diese, dass sie da am Laufband die Käse verpackt hätte. Erst den, der im Laden unter den teuren verkauft wird. Irgendwann hieß es, während der Schicht, es würde nun gewechselt und der „billige“ Verpackt. Daraufhin fragte die Person ob denn jetzt auch ein anderer Käse aufgelegt wird. Daraufhin wurde  erklärt, dass es keinen anderen Käse gibt. Es der selbe Käse ist, nur mit einer anderen Verpackung drum rum.

Wirklich überzeugend schien ich aber immer noch nicht gewesen zu sein. Mal abgesehen davon, dass man inzwischen sogar bei den Discountern ganz schöne Auflagen bekommt, damit man überhaupt im Sortiment aufgenommen wird. Der kleinste Fehler kann ein Unternehmen, gerade ein kleines, in den Ruin stürzen.

Allerdings sind dazu wohl die Meinungen etwas zu unterschiedlich unter den Mitarbeiter. Weshalb man nie zu einer wirklich Sinnbringenden Entscheidung kommen wird, die für alle Beteiligten gut ist.

Neulich übrigens, ist noch gar nicht so lange her, einen Rüffel bekommen. Dachte mir, so wenn ihr Qualität haben wollt, kaufe ich eben nur Markenprodukte. Prompt sahen die Kühlschränke danach nicht wirklich viel voller aus. Mal ganz zu schweigen davon, dass wir 250 € ausgegeben haben. Haben dann einen Rüffel bekommen, weil 250 € für einen Wocheneinkauf zu viel ist.

Ja was denn jetzt?!?! Entweder kaufe ich Markenprodukte und gebe dafür haufenweise Geld aus das ich eigentlich nicht ausgeben müsste. Oder ich kaufe die Günstigeren für gut 100 € weniger, bekomme dafür aber eins aufs Dach, weil es „schlechte“ Produkte sind.

Immer dieser Zwiespalt zwischen „Hochwertig“ kaufen aber dennoch Geld sparen müssen. Weil das Budget begrenzt ist.

Falls einer meiner Kollegen das jetzt lesen sollte:

Liebe Kollegen,

dies ist keinen Falls böse gemeint. Möchte ich damit auch keinem zu nahe treten. Ist ja schön und recht, wenn ihr so viel Geld für Lebensmittel ausgebt. Meine Einstellung kennt ihr jedoch, dass ich nicht einsehe für Markenprodukte teilweise das  doppelte zu Zahlen. Die nicht unbedingt viel besser sind.

Mal davon abgesehen, dass das Budget für Lebensmittel nur sehr begrenzt ist. Und 14 Bewohner + täglich bis zu 6 Mitarbeiter davon versorgt werden sollen. Da müssen Abstriche irgendwo gemacht werden. Ach übrigens. Neulich war Gemüse am Dienstag Abend bereits vergriffen. Ganz zu schweigen vom Obst. Brot Belag war auch nicht mehr wahnsinnig viel da.

Land unter?

Langsam habe ich wirklich den leichten Verdacht, dass in der Arbeit Land unter ist. Oder wir drastisch drauf zusteuern. Was wiederum allgemeinen Unmut in der Belegschaft zur Folge hat. Der sich immer weiter aufzustauen scheint. Zumindest bei dem Teil, denen häufig der schwarze Peter zugeschoben wird.

Mal ganz zu schweigen davon, dass zur Zeit immer wieder zu Anwandlungen bei Kollegen kommt, die alles andere als Nachvollziehbar sind. Ganz zu schweigen von fehlenden Absprachen, mit denjenigen, die an einem Bestimmten Tag Dienst haben. Auf die dann entsprechende Absprache zurückfallen.

Eine merkwürdige Anwandlung, die sich inzwischen irgendwie ziemlich eingebürgert hat. Und für denjenigen, den es dann betrifft, nicht immer sehr berauschend ist. Gerade dann nicht, wenn es den Nachtdienst betrifft. Vor allem dann, wenn davon ausgegangen wird „Der macht das schon.“

Mittlerweile gebe ich aber offen und ehrlich zu, habe ich nicht mehr den Drang dazu etwas zu sagen. Meistens läuft es nämlich darauf hinaus, dass alle zwar hinten rum rumgemeckert haben, in dem Moment wo es aber angesprochen wird plötzlich alles super ist. Oder man hat gemeckert und hat dann plötzlich nichts mehr zu sagen. Was zur Folge hat, dass der entsprechende (der was gesagt hat) plötzlich alleine da steht.

Witziger Weise sind es übrigens immer die selben Mitarbeiter, die den Schwarzen Peter ziehen. In jeglicher Hinsicht. Damit der Rest der Belegschaft die Entspannten und chilligen Dienste schieben können. Würde mal sagen: Klarer Fall von Verheizen von Mitarbeitern!

Ich gehöre übrigens zu der Fraktion, mit denen Dienstplanänderungen in den seltensten Fällen abgesprochen werden, kurzfristig Dienste übernehmen darf oder ziemlich knapp aus dem Dienst raus genommen wird. Was Planung von langfristigen Sachen oft ziemlich kompliziert werden lässt.

Bin ja mal gespannt, wenn Chefin aus dem kurzfristig eingetragenen Urlaub zurück ist, was dann los ist. Vermutlich wird es dann wieder ganz viel Wertschätzung geben im Rahmen der Aussage, wenn Chefin mal weg ist, läuft plötzlich nichts mehr. Und sie könne ja nicht mal längerfristig in den Urlaub gehen ohne das alles schief läuft. Das nenne ich mal Motivation für Mitarbeiter!

Mittlerweile bin ich an dem Punkt, an dem mir das ganze schwarze Peter gehabe, ziemlich auf Nerven und Körper geht. Meine Motivation ist nicht mehr auffindbar. Ganz zu schweigen von den unglaublichen Rückenschmerzen. Aufgrund von Muskeln die zunehmend dicht machen.

Ich müsste einfach öfters ins Fitness gehen und danach in die Sauna. Dann würde sich, langfristig gesehen, dass Problem so gut wie von selbst lösen. Im Wahrsten Sinne des Wortes. Allerdings habe ich schon fast keine Chance, zu den Sauna- und Trainerzeiten, im Fitness aufzukreuzen. Weil es der Dienstplan in den meisten Fällen gar nicht zulässt. Eine Regelmäßigkeit findet entsprechend nicht wirklich statt.

Entsprechend ist das Verhältnis zwischen Belastung und Entlastung auf die Muskeln, nicht mehr ausgeglichen. Kommt mehr Belastung drauf, als dass ich sie entspannen und stärken könnte. Ich gebe auch offen zu, dass ich meistens auch nicht mehr die Ambitionen habe, nach dem Spätdienst ins Fitness zu gehen. Zumal dann meistens die Sauna nicht mehr offen ist. Ganz zu schweigen von einem harten Schlafdefizit, dass auftritt wenn ich am nächsten Tag zur Frühschicht erscheinen soll.

Hätte inzwischen allen Grund mich krank schreiben zu lassen. Nicht nur wegen dem Rücken. Sondern auch wegen meinen Lymphknoten. Die sind nämlich am Kiefer geschwollen und tun weh. Ganz zu schweigen von den Schluckbeschwerden. Habe auch nicht sonderlich Ambition dazu, an meinem Geburtstag flach zu liegen.

Muss jetzt dann langsam die Reißleine ziehen. Lange geht das nicht mehr gut. Wirklich nicht. Und inzwischen bin ich an dem Punkt angekommen, an dem ich anfange auf meinen Körper zu hören. Hätte ich schon viel früher machen sollen. Gesundheit kann ich mir nämlich keine neue kaufen. Gibt’s noch nicht bei DM. Oder sonst wo.

Diverse Bewerbungen sind ja bereits draußen. Hoffe immer noch auf die Vollzeitstelle mit geregelten Arbeitszeiten. Also Feiertags und Wochenende Frei. Arbeit von Montag bis Freitag. Tagsüber.

Vor ein paar Tagen einen Anruf von einem anderen Arbeitgeber erhalten. Allerdings handelt es sich hier wieder um Schichtarbeit. Bin mir da dann nicht wirklich sicher, ob ich das so viel besser finden würde.

Diverse Bewerbungen auch an Kindergärten abgeschickt. Von einem noch vertröstet worden, bis die Bewerbungen gesichtet wurden. Beim zweiten muss ich die Bewerbung noch abschicken. Bin mir aber ehrlich gesagt überhaupt nicht sicher, ob ich mit Kindern arbeiten kann und will. Mal abwarten. Inzwischen erscheint mir nämlich alles andere besser.

Neulich der Spruch einer Kollegin. „Wenn sich jetzt nicht bald was ins Positive ändert, wirst du sehen, dass wieder ein ganzer Schwung Kollegen geht. Weil es ihnen zu viel und zu anstrengend wird.“

Mit mir würden mir da auf anhieb schon drei Mitarbeiter einfallen, die gehen wollen. So recht will das aber niemand wahrhaben. Und verstehen will es dann plötzlich auch keiner mehr, warum so viele wieder gegangen sind.

Freitagsdienst

Der gestrige Dienst war ganz schön anstrengend. 13 Bewohner und 4 Mitarbeiter.

Nach 9 Stunden arbeit, hat es mir gereicht. Kann man das glauben?

Ab 15 Uhr waren wir nur noch zu zweit. Die beiden anderen Kollegen haben den Wocheneinkauf erledigt, den man beinahe schon zu zweit machen muss. Schafft man es sonst fast nicht.

Zu zweit dann um den Rest gekümmert. Gepflegt und  gebadet. Wäsche gewaschen, Müll entsorgt. Küche aufgeräumt. Den Haushalt geschmissen

Irgendwie haben wir es dann doch hinbekomnen mal 20 Minuten hinzusitzen und kurz Pause zu machen. Eigentlich 10 Minuten zu kurz Pause gemacht.

Nach 9 Stunden „Wann ist Fasching?“ „Wann gehen wir verkleiden?“ „Darf ich Kostüm suchen?“ hatte ich die Schnautze voll.

Ganz zu schweigen von mehrfacher Pflege und einigen Kilos die ich gehoben, geschoben, gezogen, gerollt oder per Lifter bewegt hatte. Fragen beantwortet, mich mit Technick befasst, Telefonate angenommen und geführt, getröstet und bespaßt hatte.

Wie habe ich es dann noch hinbekommen, 1 Stunde, zuhause meinen eigenen Haushalt zu schmeissen? Und das dann erst gegen 21:40 Uhr, als ich zuhause war? Weiß ich nicht.

Heute habe ich frei.

Morgen geht es dann zum Nachtdienst. Ich bin gespannt. Ob ich diesmal schlafen kann? Man wird sehen.

Mir macht die Arbeit mit Menschen mit Behinderung wirklich Spaß. Aber der Schichtdienst setzt mir langsam zu.

Hoffentlich kommt nächste Woche das Einladungsschreiben. Für die Stelle als Gruppenleitung in einer Werkstatt. Wie schön wäre es, wieder geregelte Arbeitszeiten zu haben.

Ach wie schön ist Panama.

 

Feiertagsdienst

Wie ich diesen heutigen Feiertag verbrachte? Ist das gerade wirklich der Rede wert? Nun ja, vielleicht schon. Ich verbrachte kurzum den Tag heute beim Arbeiten. Auch wenn ich den Tag heute Wettertechnisch weitaus lieber lesend auf dem Sofa verbracht hätte. Aber, wie sage ich so gerne, die Leute mit denen ich arbeite sind auch am Wochenende und an Feiertagen behindert.

Positiv an der ganzen Kiste ist natürlich der Feiertagszuschlag, den ich dafür bekomme, dass ich heute arbeiten war. Erinnere mich da gerade an die eine Story von vor kürzlich. Die tatsächlich so geschah. Fragte mich ein Bewohner, warum ich mehr Geld bekomme, wenn ich am Feiertag zu ihnen in die WG zum Arbeiten komme. Konnte das irgendwie nicht so ganz verstehen warum das so ist. Vielleicht wollte er es auch nicht. Bin ja immer noch der Meinung, dass er es unfair fand, dass ich für Feiertag und Wochenende arbeiten, als ausgleich (das ich nicht frei habe wie er) Geld bekomme. Und das auch noch zusätzlich zu dem was ich sowieso schon bekomme. Aber gut.

Irgendwie, hat mich der heutige Arbeitstag schon ziemlich geschlaucht. Bin es eigentlich eher gewöhnt, dass ich maximal 5 Stunden pro Schicht arbeite. Wenn dann aber so ne ganztages Schicht kommt, ist das immer ziemlich heftig. Bin es einfach nicht mehr gewohnt 8 oder 9 Stunden zu arbeiten pro Schicht. Und heute lief alles wieder mal ganz anders.

Kaum das ich die WG betrat, wurde mir offenbart, dass ein Bewohner gleich mit dem Sanka abgeholt wird. Weil er ins Krankenhaus muss. Prima, ist innerhalb von einem Jahr bereits das zweite mal, dass ich Mittags zum Dienst auftauche und ein Bewohner ins Krankenhaus gebracht wird. Ich eine heillose Situation aufzufinden scheine, mit aufgewühlten und aufgelösten Kollegen. Alles drunter und drüber zu gehen scheint. Und da soll dann noch irgendwer einen Plan bekommen und durchblicken. Und dann noch Ruhe bewahren. Bewohner inklusive Kollegin wurde dann also abgeholt.

Diese also weg, mussten nun die anderen noch bekocht werden. Beim Mittagessen wurde mir dann erst einmal erklärt, dass sämtliche Abmachungen die wir eigentlich bereits vor eine Woche getroffen hatten eben ma über Bord geworfen wurden. Mittagessen war nicht, stattdessen wurde ein Ausflug unternommen. Natürlich nur mit ausgewählten Bewohnern und wieder die selben saßen zu Hause.

Während die anderen bereits unterwegs waren und ihren Spaß hatten, saßen ich und meine Kollegin mit dem Rest vom Schützenfest zu Hause und warteten auf den Anruf der Kollegin im Krankenhaus, welcher auch prompt eintrudelte. Dieser bescherte mir heiteres gerenne um Kleidung und Pflegeartikel zusammen zu suchen, damit der Bewohner für den nächtlichen Überwachungsaufenthalt, ausgerüstet ist.

Verbrachte daraufhin noch ziemlich lange im Krankenhaus, bis wir gehen konnten. So kann man seinen Dienst und den Feiertag auch vorbei bringen, wenn man das möchte. In dem man im Krankenhaus herumrennt. Menschen den Bewohner erklärt und zurück in der WG nochmal mit der diensthabenden Schwester Telefoniert.

Bin nach wie vor davon überzeug, dass das Krankenhaus mit Menschen mit Behinderung total überfordert ist. Wäre dafür, dass die dort Arbeitenden Menschies, sich im Bereich Behindertenversorgung fortbilden müssen. Damit sie den Umgang mit diesen auch beherrschen. Kommt es schließlich oft genug vor, dass auch Menschen mit Behinderung mal in ein Krankenhaus müssen.